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Zwei Clips aus Fernost: Atemraubende Zeitraffer-Trips durch Tokio

Justin Tierney ist nicht nur Kameramann, sondern auch Komponist. Seine neuesten Tokio-Clips zeichnen sich durch eine besondere Farbigkeit und minimalistischen Sound aus. Beide Zeitraffer vermitteln hautnah die Atmosphäre der Zehn-Millionenstadt.

Das Straßennetz in Tokio ist wie ein Gitter angelegt, das nachts durch die orangene Beleuchtung und die vielen Autoscheinwerfer wie die pulsierenden Blutbahnen eines Körpers wirkt, durch die flüssiges Gold fließt.

Mit dem ersten vierminütigem Zeitraffer-Clip, der den Titel “Aerial Arterial“ trägt, nähert sich der amerikanische Filmemacher Justin Tierney der japanischen Metropole langsam von oben an, zoomt sich immer tiefer in den von Licht zuckenden Organismus, der bei ihm nur aus Gebäuden und Verkehrsachsen zu bestehen scheint.

Die Aufnahmen machte Tierney bereits im Mai und Juni 2014 und 2015; doch erst vor einem halben Jahr begann er mit dem Schnitt und komponierte die für ihn passende Musik dazu – ruhige Pianobegleitung, die er mit elektronisch erzeugten Geräuschen abmischte.

Der zweite Clip “Tokyo Aglow“ taucht vollständig in das Großstadtleben ein. Mit Bahn und Taxi geht es zunächst durch die Häuserschluchten bis zum Nabel der Metropole: nach Shibuya, das Viertel mit der berühmtesten Straßenkreuzung Tokios. Während der Grünphasen überqueren Tausende Fußgänger gleichzeitig die diagonal angelegten Zebrastreifen – Symbol für die Geschäftigkeit der fernöstlichen Großstadt.

In diesen Filmsequenzen arbeitet Justin Tierney mit ganz anderer Musik: Nur wenig Klavier erklingt, vielmehr sind Trompeten- und Geigentöne zu hören, zusätzlich mit Verkehrsgeräuschen und Gesprächsfetzen unterlegt. Fazit: So hautnah haben Sie Tokio noch nie im Video erfahren können.

"Aerial Arterial" und "Tokyo Aglow" gehören zu Tierneys Zeitraffer-Triologie "At the Conflux". Der dritte Teil mit dem Titel "In Praise of Shadow" soll Ende Juni veröffentlicht werden.

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