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Rundgang über Tsukiji-Fischmarkt: Mit Tokios Sushi-Meister auf Thunfischjagd

Für den Tsukiji-Markt in Tokio muss man früh aufstehen: Kürzlich wechselte auf dem größten Fischmarkt der Welt für 600.000 Euro ein Thunfisch den Besitzer, ein neuer Rekord. Ein Rundgang morgens um 6 Uhr mit Sushi-Meister Oba Tsutomu.

Tsukiji-Markt in Tokio

Checken der digitalen Bestellliste: Sushi-Meister Oba Tsutomu des Restaurants Kokoro in Tokio auf dem Tsukiji-Markt.

Mit seinem rasierten Schädel sieht er aus wie ein buddhistischer Mönch: Oba Tsutomu ist Inhaber und Chef des Sushi-Restaurants Kokoro in Tokio. Er begutachtet mehrmals in der Woche seine frisch bestellte Ware auf dem Tsukiji-Fischmakt. Der Name seines kleinen, feinen Restaurants im Stadtteil Shinjuku bedeutet im Japanischen übersetzt so viel wie "Herz".

Wir sind frühmorgens im Dunkeln nicht auf dem Weg ins Herz von , sondern in den Bauch der Zehn-Millionen-Metropole, wie der Tsukiji-Fischmarkt auch genannt wird. Oba Tsutomu fällt mit seinem großen BMW mit Steuer auf der linken Wagenseite auf. In Japan, einem Land mit Linksverkehr, gilt ein Importwagen mit dem Lenkrad auf der "falschen" Seite als Prestigeobjekt.

Tsukiji-Rundgang mit Restaurantchef

Als Stammkunde darf er direkt neben der Markthalle am Hafen einparken. Als der Handelsplatz 1935 eröffnet wurde, legten hier noch die Fischerboote an. Doch der Bau gilt als hinfällig. Eigentlich sollte der Fischmarkt schon längst auf ein neues Areal in Toyoso umgezogen sein. Doch dort stand früher ein Gaswerk, und der Boden gilt als verseucht. Dabei ist das Gelände des alten Tjukiji-Fischmarktes wegen der zentralen Lage für die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio bereits fest eingeplant.

Der Markt ist auch bei Touristen beliebt, doch dürfen diese erst ab 9 Uhr einge Bereiche besuchen, und der Zutritt zu den Tuna-Versteigerungen ist für Besucher limitiert. Die Neujahrsauktionen im Januar, bei denen Thunfische zu Höchstpreisen über den Tresen gehen, sorgen regelmäßig für große Aufmerksamkeit: Erst 2017 war ein 212 Kilogramm schwerer Blauflossen-Thunfisch zum Preis von 74,2 Millionen Yen - rund 600.000 Euro - versteigert worden.

Doch zurück in die Gegenwart: Der Restaurantchef zückt sein Smartphone mit seinen digitalen Notizen. Es gilt nacheinander die vier Fischstände im Inneren des Marktes zu besuchen, bei denen er vorab seine Ware bestellt hat. Denn er will den Männern, die den Thunfisch mit großen Messern zerkleinern, genau über die Schulter schauen und den rohen Fisch kosten, den er für seine Mittags- und Abendmenüs eingeplant hat.

Er öffnet den Kofferraum seines Autos, kramt zwei Paar Gummistiefel hervor. Wir schlüpfen in die Schuhe, denn es wird nass werden. Los geht's zum durch eine andere Welt.


Weitere Infos:

www.tsukiji-market.or.jp

www.sushikokoro.jp

www.jnto.de

www.ana.co.jp

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