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Instagram Nationalpark kritisiert Influencerin für lebensgefährliches Foto – ihr ist das offenbar egal


Die Influencerin Yvonne Pferrer hat ein Bikinifoto am Königssee in Bayern mit einer Drohne aufgenommen, obwohl das nicht nur verboten, sondern auch gefährlich ist. Trotz Kritik löscht sie das Bild nicht. 

Die Kölnerin Yvonne Pferrer ist eine typische Influencerin: Fotos von sich selbst inmitten wunderschöner Landschaften, viel nackte Haut und Porträt-Aufnahmen schmücken ihren Account. "Travel, Inspo, Lifestyle" nennt sie als Schwerpunkte in ihrer Profilbeschreibung. Mit diesen Themen ist sie erfolgreich: 1, 2 Millionen Abonnenten folgen ihr bisher. Vermutlich wird die Influencerin auch durch sie angespornt, sich immer wieder neue, ausgefallene Orte für ihre Motive zu überlegen. 

Ihr am häufigsten geliktes Bild der vergangenen Tage zeigt, wie sie im Bikini am Königssee in Bayern liegt. Offenbar wurde das Foto aus der Luft mithilfe einer Drohne aufgenommen. "Natural pool", leitet Pferrer ihren Post schwärmerisch ein, der mittlerweile schon mehr als 81.000 Likes hat. An diesem Ort, am Becken des Königsbach-Wasserfalls, starben erst im April des vergangenen Jahres zwei Männer aus Sachsen. Sie ertranken – möglicherweise, weil sie die große Menge Schmelzwasser unterschätzt hatten, wie "Der Spiegel" berichtete. Dass der Ort gefährlich ist, weiß die Influencerin. Das scheint sie aber nicht davon abzuhalten, ihn für Fotoshootings zu nutzen. 

Der Nationalpark Berchtesgarden verlangt: "Lösche Deinen Post"

"Auch für uns einer der krassesten Spots, die wir bisher gesehen haben und wirklich etwas gefährlich!", schreibt sie zu ihrem Bild. In ihrer Story zeigte sie ihren Followern auch noch Schritt für Schritt, wie sie zu dem See gelangt ist. Die Angestellten des Nationalparks Berchtesgarden sind alles andere als begeistert von dem Foto der Influencerin und meldeten sich in den Kommentaren zu Wort. 

"Du hast eine sehr hohe Reichweite und damit viel Einfluss auf viele Menschen (...) Es hat im Pool bereits Tote gegeben. Die Natur wird aufgrund der Posts auf Instagram zerstört. Sei verantwortungsvoll mit Deinen Mitmenschen und der Natur. Lösche Deinen Post", schreiben die Zuständigen. "Wir haben Dich gestern bereits per Email angeschrieben und Dich um Löschung gebeten."

Wie an dem noch immer sichtbaren Foto Pferrers erkennbar ist, scheint die Influencerin der Hinweis nicht zu interessieren. Und das, obwohl sogar ihre Follower beginnen, sie zu kritisieren. "Liebe Yvonne, ich finde dich klasse und deine Reiseziele. Aber dieser Ort ist kein Hotspot. Es kamen dort bereits drei junge Leute um. Und auch der Anstieg ist nicht gut. Die Bergwacht warnt vor diesem Hotspot", schreibt eine junge Frau und Tausende weitere schließen sich an. 

Pferrer geht nicht auf die Kritik ein, sie kommentierte lediglich: "Ich lade morgen mehr Info zu dem Ort hoch! Hier sollte man bitte wirklich sehr, sehr vorsichtig sein!!!!!!" 

Vielmehr folgte in ihrem Feed ein weiteres Bild im Badeanzug und ein Foto des Eibsees in Bayern. Wieder kritisieren Nutzer sie für ihre Aufnahmen mit der Drohne. "Ist ja nicht so, dass Drohne fliegen auch dort verboten ist und überall Schilder stehen", schreibt eine Nutzerin. 

Gelernt zu haben scheint Yvonne Pferrer aus ihren Fehlern nicht. Dabei muss sie sich des Nachahmungseffekts, den ihre Fotos auslösen, bewusst sein. Vor Ort sei bereits jetzt alles zertrampelt und voller Müll, wie auf dem Instagram-Account des Nationalparks Berchtesgarden zu lesen ist. Die Aufnahme einer unberührten Natur bleibt also wie bei vielen Instagram-Accounts von Influencern vor allem eines: schöner Schein.  

Quellen:Instagram/Yvonne Pferrer,"Der Spiegel" 

ame

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