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RAD-REISEN: Fest im Sattel durch Europas schönste Regionen

Faul am Strand rumliegen kann jeder. Radurlaub heißt der neue Trend. Wir stellen fünf Touren durch Europas schönste Regionen vor - von Mallorca bis Ungarn.

Naturnah Landschaften entdecken. Immer in Bewegung sein. Und viel über die Kultur des Landes erfahren. Die Alternative zum Faulenzen am Strand: Ein Radurlaub ist aktiv und trotzdem entspannend und erholsam.

Mehrere Tage unterwegs - und was ist mit dem Gespäck? Kein Problem. Zumindest bei geführten Fahrrad-Touren ist ständig ein Begleit-Bus dabei, der das Gepäck transportiert.

Europa hat viele schöne Ecken. Wir stellen Ihnen einige Touren durch Europa vor, auf denen Sie beim Schlemmen wie beim Radeln voll auf Ihre Kosten kommen.

Unsere Stationen:

- Aquitaine

- Mallorca

- Toskana

- Ungarn

- Touren-Tipps

Aquitaine - Cognac, Rotwein und das Meer

Wo die Garonne und die Dordogne in den Atlantischen Ozean münden, da lernt man die Lebenskunst der Franzosen kennen. Das Mündungsdelta der beiden Flüsse ist so gewaltig, dass dieses Gebiet einen eigenen Namen bekommen hat: la Gironde.

Auf der Gironde-Halbinsel westlich des Mündungsdeltas liegt zwischen Sourlac-sur-mer und Bordaux im Süden eines der berühmten Weinanbaugebiete Frankreichs, das »Médoc«. Auf der Fahrt durch die bezaubernde Weinlandschaft laden Weingüter zum Einkehren und Probieren ein.

Ein Spaziergang an den langen Sandstränden der Atlantikküste und ein erfrischendes Bad in der kühlen Brandung des Meeres verschaffen eine angenehme Abwechselung zum »Ritt« auf dem Drahtesel.

Doch auch die andere Landseite des Mündungsdeltas bietet interessante Stationen für eine Radtour. Mit einer Fähre setzt man auf das gegenüberliegende Ufer über.

Das 1.800 Jahre alte Amphitheater in Saintes ist eine der Spuren, die die Römer in Aquitaine hinterließen. Von der Am Jakobsweg gelegenen Stadt geht es durch das sanft-hügelige Saintonge Richtung Cognac.

In den Weinfeldern rund um die Hauptstadt des Valois wächst die Traube für den gleichnamigen weltberühmten Weinbrand. Allein verträumte Winzerdörfer und prächtige Weingüter unterbrechen die endlose Reihe der Rebstöcke.

Weltberühmte Cognac-Kellereien wie Hennesy, Martell oder Remy Martin öffnen ihre Türen für Führungen und Degustationen.

Schwierigkeitsgrad:

Leichte Steigungen sind in der Regel auf den Touren zu erwarten. Gefahren wird hauptsächlich auf asphaltierten ruhigen Nebenstraßen.

Infos:

Maison de la France

Westendstraße 47

60325 Frankfurt

Tel.: 069/97 50-139

Fax: 069/74 55 56

Mallorca - Landpartie mit col und vino

Mandelbäume färben mit ihrer blühenden Pracht im Januar und Februar die Landschaft bunt. Olivenhaine und Pinienwälder säumen den Wegesrand. In den weiten Ebenen sieht man schon von fern die rot- oder blau-weißen Arme der Windmühlen leuchten. Längst steht Mallorca nicht mehr nur für »Ballermann« und »Party-Time«.

Per Fahrrad unterwegs von Süden nach Osten und von Norden nach Westen zeigt sich die Balearen-Insel von ihrer schönsten Seite. Öko-Steuer hin oder her - der Blick auf das tiefblaue Wasser in feinsandigen Buchten, die blühenden Wiesen, die ursprünglichen Fincas und meditativen Klöster verbreitet einen solch reizvollen Charme, dass der Öko-Beitrag sich vielleicht sogar als gute Investition erweist.

Natur pur bieten die beiden Naturschutzgebiete Es Trenc im Süden und S¿Albufera im Nordosten bei Alcudía. Viele verschiedene Vogelarten sind in der Stille der Natur zu beobachten.

Spezialtiäten fürs Picknick

Zeit für eine Pause? Dann findet man in den beiden Naturparks sicher ein nettes Plätzchen für ein Picknick mit typisch mallorquinischen Zutaten: pa amb oli - mit Knoblauch eingeriebenes, geröstetes Bauernbrot - und sobrassada - eine pikante, mit rotem Paprika gewürzte Schweinswurst.

Zum Nachtisch schmecken queso Mahón - menorquinischer Käse - oder gató - Mandelkuchen mit echten mallorquinischen Mandeln.

Wer mehr von der Landesküche kosten möchte, radelt im Landesinneren genau richtig. Vor allem abseits der Touristenorte wird Mallorca zum Schlaraffenland. Das ehemalige Sonntagsgericht der mallorquinischen Bauern llom amb col - Schweinefleisch mit Kohl, Rosinen und Pinienkernen - stärkt für die nächste Touretappe. Ein Hierbas - der mallorquinische Kräuterlikör - rundet das gute Mahl ab.

Mallorca produziert auch eigene Weine. Eine Kostprobe nimmt man am besten in einem der typischen Weinkeller in der Nähe der Anbaugebiete. Vor allem die sogenannten Celler von Sineu und Inca sind für ihre Gemütlichkeit berühmt.

Schwierigkeitsgrad:

Leichte, gemütliche Radtour. Steigungen sind nur bei den Auffahrten zu den Klöstern zu bewältigen.

Infos:

Spanisches Fremdenverkehrsamt

Myliusstraße 14

60323 Frankfurt/Main

Tel. 069/72 50 33 oder 72 50 38

Fax 069/72 53 13

Toskana - Sanfte Steigungen im Chianti-Land

Zu Pizza und Pasta gern getrunken und weltweit bekannt: der Chianti. Duft und Aroma des guten Tropfens spiegeln die landschaftlichen Gegebenheiten seiner Herkunftsregion, die Eigenarten des milden Klimas der toskanischen Hügel und der Mergel- und Sandsteinböden wider.

Die Romantik der sanft-hügeligen Weinlandschaft wird beim Radeln zum Erlebnis. Kostproben inklusive!

Über die 80.000 Hektar Rebfläche hinaus besticht die italienische Provinz aber auch durch ihre kulturellen Schätze. Ausflüge in die Städte der Region führen zu den toskanischen Kultur-Highlights.

Florenz, das heißt wandeln auf den Spuren der Renaissance. Siena mit den schmalen, verwinkelten Gässchen und kleinen Piazzen führt die Besucher ins Mittelalter. Schon aus der Ferne sieht man die charakteristischen Türme San Gimignanos.

Die Landschaft ist hügelig, so dass häufiger Steigungen zu erklimmen sind. Kurze Schiebestrecken werden aber einkalkuliert.

Schwierigkeitsgrad: Die Städte werden mit dem Bus angefahren. Teilstrecken können teilweise mit dem Rad zurückgelegt werden.

Infos:

Italienisches Fremdenverkehrsamt ENIT

Kaiserstraße 65

60329 Frankfurt

Wien-Budapest - Barock-Idylle

Zwei Weltmetropolen und dazwischen liegt ein unerschöpfliches landschaftliches Idyll aus grünen Wiesen, bestellten Feldern und malerischen Dörfern. Und am Wegesrand warten zahlreiche landestypische Köstlichkeiten: Zigeunerspieße, Gulasch und guter ungarischer Wein.

Die Strecke von Wien nach Budapest ist eine Verlängerung des bekannten Donauradwegs von Passau nach Wien. Jedoch gibt es in Ungarn noch keinen Radweg direkt an der Donau entlang. Eine gute Alternative zur Fahrt parallel zum Fluss ist daher eine Tour durch das Landesinnere. Viele Attraktionen liegen auf dem Weg in die ungarische Hauptstadt.

Auf kleinen Nebenstrecken startet die Tour von Walzer-Metropole aus durch das österreichische Burgenland. Entlang der schilfbewachsenen Ufer des Steppensees gelangt man über die ungarische Grenze nach Sopron. Die prachtvollen mittelalterlichen Bauwerke im Stadtzentrum sind Zeugen der Bedeutung, die Sopron als wichtiger Station an der Bernsteinstraße damals zukam.

Das größte und wohl schönste Barockschloss Ungarns, Schloss Esterházy, in Fertöd erinnert mit einem Haydn-Gedenkzimmer an die zehn-jährige Schaffensphase des Musikers als Hofkapellmeister. Durch verträumte Dörfer führt der Weg weiter nach Magyarpolány. Für die Rekonstruktion von 83 volkstümlichen Häusern des ehemaligen Dorfzentrums erhielt der Ort den Euopa-Nostra-Preis.

Heilwasser für müde Radler

Mit Keszthely ist das Ufer des Plattensees erreicht. Neben einem prächtigen Barockschloss liefern die verschiedenen Museen im ehemaligen römische Handelszentrum alle wissenswerten Infos über den Balaton - von der Flora und Fauna über den Weinanbau bis hin zu Puppen und Marzipan. Ein Bad im zweitgrößten Warmwassersee der Welt entspannt die müden Knochen nach den vielen abgeradelten Kilometern. Das Wasser des 36° Celsius warmen Kratersees bei Héviz hat Heilwirkung.

Nach einem Picknick inmitten der Weinstöcke von Buzsák geht's Richtung Siófok - dem Geburtsort des Operettenkomponisten Emmerich Kálman. Schließlich ist die »Schöne an der Donau« erreicht. Am rechten Ufer erhebt sich das bergige Buda, während sich auf der gegenüber liegenden Seite das flache Pest entlang zieht. Das Donau-Ufer-Panorama Budapests ist Teil des von der UNESCO anerkannten Weltkulturerbes.

Schwierigkeitsgrad:

Leichte Tour auf ruhigen Nebenstraßen und Feldwegen.

Infos:

Ungarisches Tourismusamt

Karl-Liebknecht Straße 34

10178 Berlin

Tel.: 030/243 146 0

Fax: 030/243 146 13

Touren-Tipps - Von Fitness bis Übernachtung

Werde ich das auch schaffen? Bin ich auch fit genug? - Nur keine Panik, so schlimm ist das alles nicht. Sehen Sie selbst: Dazu an dieser Stelle einige Hinweise zur Organisation der Fahrradtouren.

Fitness

Man muss kein Radfahr-Profi sein, um die Touren genießen zu können. Spaß am Radfahren, eine normale Kondition und viel Teamgeist sind gefragt. Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten gibt es Touren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Die Tagesetappen liegen im Schnitt zwischen 50 und 60 Kilometern.

Leichtere Touren durch ebene Gebiete sind gut zu bewältigen und eigenen sich für alle Altersgruppen. Auch Kinder im Schulalter können hier gut mithalten. Auf den mittelschweren Touren ist hügeliges Gelände zu bewältigen. Ein wenig Vorbereitung durch regelmäßiges Radeln ist hier sinnvoll. Die ganz sportlichen suchen ihre Herausforderung in den Bergen.

Fahrrad

In der Regel stellt der Veranstalter Fahrräder zur Verfügung. Wer aber gar nicht auf seinen eigenen Drahtesel verzichten mag, kann auch mit dem eigenen Rad - sofern gut gewartet und gepflegt - auf die Reise gehen. Dieses sollte dann aber gegen mögliche (Transport-)Schäden und Verlust versichert werden.

Reiseführer

Die Radtouren werden in der Regel von einem deutschsprachigen Reiseleiter begleitet, der Ansprechpartner für alle Sorgen und Probleme ist. Je nach Veranstalter können die Radtouren auch individuell geplant und unabhängig ohne Routenführer gefahren werden. Das erforderliche Karten- und Informationsmaterial kann zur Verfügung gestellt werden.

Routen

Fachkundige Spezialisten wählen nach Angaben der Veranstalter mit großer Sorgfalt die radfahrerisch schönsten Routen aus. Dabei wird ein besonderes Augenmerk gelegt auf ruhige und autofreie Wege. Dabei sollen die Tourenteilnehmer in den vollen Genuss der landschaftlichen Schönheit kommen und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ansteuern.

Teilnehmer

Bei den meisten Fahrradtouren sind nach Veranstalterangaben durchschnittlich zehn bis 15 Radler dabei. Höchstteilnehmerzahl liegt in der Regel bei 20.

Tour-Begleitung

Immer in der Nähe: Der Begleitbus. Er transportiert das Gepäck und die Ersatzfahrräder und hält Erfrischungen für die Radelpausen bereit. Und wenn es mal gar nicht mehr geht, besteht die Möglichkeit, die Tour statt auf dem Fahrrad mit bequem mit dem Bus zu bestreiten.

Übernachtung

Am Ende der Tagesetappe wird in der Regel ein gutes Mittelklassehotel angesteuert. Einige Veranstalter bieten Touren an, bei denen teilweise im Zelt übernachtet wird.

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