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Schnee und Frost in Deutschland: Ende des Winterwetters nicht in Sicht

Neuschnee hat zu Wochenbeginn den Verkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmgelegt: Unfälle und Staus auf den Autobahnen, Schiffe kommen nicht mehr durchs Eis, Flüge werden gestrichen. Am Mittwoch legt Hoch "Eberhard" nach: Ergiebige Schneefälle sagen die Meteorologen voraus.

Schnee, Frost, Eis und kein Ende: Am Montag haben Neuschneemassen den Verkehr in weiten Teilen Deutschland zu Lande, zu Wasser und in der Luft zum Teil erheblich behindert. Am Mittwoch bringt Hoch "Eberhard" neue heftige ergiebige Schneefälle, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Montag mitteilte. Dabei werde vor allem in Westdeutschland ein starker Wind aufziehen und es kann zu Schneeverwehungen kommen.

Schon jetzt ist der Winter laut DWD gemessen am langjährigen Mittel rund 1,5 Grad zu kalt, der Januar allein sogar drei Grad. Mindestens bis Mitte nächster Woche soll es nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes winterlich mit zeitweise Schneefall und Temperaturen allenfalls im Westen über dem Gefrierpunkt bleiben. Nachts wird es bitterkalt. Stellenweise sind Werte um minus 20 Grad möglich. Der Dauerfrost macht besonders Obdachlosen zu schaffen. 14 obdachlose Männer sind laut der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe diesen Winter bereits erfroren und damit so viele wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

Staus und Unfälle auf den Straßen

Bei unzähligen Unfällen auf glatten Straßen kamen am Montag mindestens zwei Menschen ums Leben, viele weitere wurden verletzt. Auf den Autobahnen gab es riesige Staus, bei der Bahn Verspätungen, im Luftverkehr Annullierungen und im Schiffsverkehr auf Nord- und Ostsee weitere Einschränkungen. Auf vielen Straßen ging am Montagmorgen im Berufsverkehr wegen massenhaften Neuschnees gar nichts mehr. Allein in Nordrhein-Westfalen stauten sich die Fahrzeuge zeitweise auf bis zu 290 Kilometer anstelle der "sonst üblichen" Montagmorgen-Behinderungen von 150 Kilometern, wie die Landesleitstelle mitteilte. Auch in Hessen und Rheinland-Pfalz stockte der Straßenverkehr allerorten. Vielfach mussten wegen querstehender Lkw Strecken auch in Baden-Württemberg oder in Schleswig-Holstein vollgesperrt werden.

Am Frankfurter Flughafen fielen nach Angaben der Betreiberfirma Fraport bis zum Nachmittag fast 200 Starts und Landungen aus. Nachdem zunächst Schnee und Eis auf Start- und Landebahnen den Flugverkehr behindert hatten, war es im Laufe des Tages zunehmend die schlechte Sicht, wegen der die Abstände zwischen den Flugbewegungen vergrößert werden mussten. Bei der Deutschen Bahn gab es nach Angaben einer Sprecherin wetterbedingt vereinzelte Verspätungen. Einen regionalen Schwerpunkt gab es dabei den Angaben zufolge nicht.

Eisbrecher im Einsatz

An Nord- und Ostsee sorgte der Frost für weitere Behinderungen. Wegen schweren Eisgangs konnte am Montag nur noch eine Fähre vom Festland aus die nordfriesische Insel Amrum erreichen, wie die zuständige Reederei in Dagebüll mitteilte. Auf der Ostsee sind Eisbrecher nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund unter anderem im Einsatz, um die Ostansteuerung zum Hafen Stralsund zu ermöglichen. Auch der Fährbetrieb zu den Inseln Hiddensee und Vilm ist nur mit Eisbrecherunterstützung möglich. Die Nordansteuerung Stralsund nebst den angrenzenden Boddengewässern ist wegen des wachsenden Eises gesperrt. Gleiches gilt für das Kleine Haff und den Peenestrom, wo geschlossene Eisdecken von durchschnittlich über 20 Zentimeter zu finden sind.

Wegen schwerem Eisgang wird die Elbe oberhalb von Hamburg für Binnenschiffe gesperrt. Wie die Hamburger Hafenbehörde HPA mitteilte, gilt das Fahrverbot ab Montagabend. Betroffen ist der Elbabschnitt oberhalb von Hamburg bis zur Staustufe Geesthacht. Der Verkehr der wesentlich größeren Seeschiffe auf der Unterelbe, also von der Nordsee bis zum Hamburger Hafen, läuft ohne Einschränkungen.

APN / APN

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