HOME

Erstflug A320neo: Der kleine Airbus mit den dicken Düsen

Verjüngungskur innerhalb der Airbus-Familie: Heute hat der Verkaufsschlager A320 mit einer neuen Triebwerksgeneration unter den Flügeln zum Erstflug abgehoben. Über 3000 Maschinen sind schon bestellt.

Neue Flügel und Triebwerke: der Airbus A320neo hebt zu seinem Erstflug in Toulouse ab.

Neue Flügel und Triebwerke: der Airbus A320neo hebt zu seinem Erstflug in Toulouse ab.

Airbus hat seinen neuen spritsparenden Flieger A320neo auf seinen Jungfernflug geschickt. Der Jet hob am Donnerstagmittag vom Airbus-Flughafen in Toulouse-Blagnac in Südfrankreich ab und landete zweieinhalb Stunden später wieder am Ausgangsort. Das Modell ist eine überarbeitete Variante des A320, der aus den 80er Jahren stammt und von dem seither mehr als 6000 Stück gebaut wurden. Der A320neo soll dank neuer Triebwerke von Pratt & Whitney 15 Prozent effizienter sein. Die angekündigte Treibstoffeinsparung wird auch durch die neuen Flügel bewirkt mit den auffällig nach oben stehenden Flügelenden, die bei Airbus Sharklets heißen.

Der europäische Flugzeugbauer hat nach eigenen Angaben 3257 Bestellungen für das Modell vorliegen. Bis Ende des Jahres rechnet Airbus mit einem Anstieg auf insgesamt 3500 Aufträge. Derzeit prüft Airbus die Erhöhung der monatlichen Produktionsrate auf 50 Maschinen. Mit einer Entscheidung habe Airbus aber keine Eile, sagte Firmenchef Fabrice Bregier. Momentan verlassen pro Monat 42 Jets der A320-Familie die Montagehallen. Bis 2016 sollen es 46 sein. Der A320neo konkurriert mit der 737 MAX von Boeing. Der US-Konkurrent will sein neues Modell 2017 auf den Markt bringen.

Fliegt ab 2016 auch bei Lufthansa

Als erstes wird Qatar Airways den A320neo Ende 2015 in die Flotte aufnehmen. Auch die Lufthansa Gruppe hat die Neuausgabe des Kurz- und Mittelstreckenflugzeugs mit nur einem Gang in der Kabine bestellt. Die ersten Exemplare von 115 bestellten Flugzeugen werden ab 2016 ausgeliefert werden.

Airbus erhöhte zudem seine langfristige Prognose für die Nachfrage nach Flugzeugen. Insgesamt würden zwischen 2014 und 2033 in der Branche Maschinen im Wert von 4,6 Billionen Dollar benötigt. Vor allem Großraumflieger für die Langstrecke würden stärker nachgefragt. Größter Wachstumstreiber seien Schwellenländer, allen voran China. Die Aktie stieg um 3,7 Prozent.

tib/reuters/DPA / DPA / Reuters

Wissenscommunity