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Fluchreisen 2: Was Niko S. erlebte: Wie ich kurz vor Abflug pausenlos umgebucht wurde

Flugausfälle und Verspätungen häufen sich. Allein im ersten Halbjahr 2018 wurden 15.000 Flüge von, nach und innerhalb Deutschlands storniert. Dem Aufruf "Haben Sie auch Ärger mit der Airline?" sind viele Leser gefolgt. In fünf Folgen schildern sie uns ihre Horror-Trips.

Reisende warten am Flughafen vor einem Schalter von Eurowings auf Umbuchungsmöglichkeiten.

Reisende warten am Flughafen vor einem Schalter von Eurowings auf Umbuchungsmöglichkeiten.

DPA

"Das Ganze ist passiert bei meinem Flug von Düsseldorf nach Salzburg am 5. Juli 2018. Der Rückflug war für 18:50 Uhr geplant - Flugnummer EW9398 von Eurowings. Ich hatte ziemlichen Stress den Flug zu erwischen, da ich auf dem Weg von Amsterdam nach Düsseldorf einige Male in einen Stau gekommen bin. Zu meinem Glück habe ich eine E-Mail erhalten, dass der Flug verschoben wird - neue Abflugzeit 19:10 Uhr - also 20 Minuten Verspätung. Somit wurde mir auf der Autobahn etwas Stress genommen.

Kurze Zeit später habe ich erneut eine E-Mail erhalten, dass der Flug erneut verschoben wurde: neue Abflugzeit 18:40 Uhr - also vorverlegt um 30 Minuten. Diese E-Mail hat mich kurzzeitig zur Verzweiflung gebracht, da mir zu diesem Zeitpunkt klar war, dass ich den Flug nicht erwischen würde. Dann wieder eine E-Mail: neue Abflugzeit 19.10 Uhr - also erneut zurückverlegt. Fünf Minuten dann die Email in der stand: Abflug definitiv um 19:10 Uhr.

Ich habe versucht so schnell wie möglich zum Gate zu kommen, konnte das Mietauto nicht aufgetankt abgegeben, was zusätzliche Kosten verursacht hat. Schließlich die Ernüchterung am Gate: Trubel, keiner kennt sich aus, keine Durchsage, bis ich von einem anderem Fluggast erfahren habe, dass nur Passagiere bis zu einer bestimmten Sequenznummer mitgenommen werden. Ich denke, das war die Nummer 75. Zum Glück hatte ich die Nummer 25 und somit keine Bedenken mitgenommen zu werden.

Beim Boarding wurden alle manuell eingegeben und keine Tickets eingescannt. Sehr viele Fluggäste mussten dabei am Gate zurück bleiben, darunter einige ältere Passagiere. Anscheinend wurde statt eines Airbus nun eine viel kleinere Propellermaschine eingesetzt. Im Flugzeug bot sich das nächste Chaos: Es wurden offensichtlich zwei Passagiere zu viel in den Bus geladen. Da es freie Platzwahl gab, blieben die letzten der beiden Gäste ohne Sitzplatz. Dabei stellte sich heraus, dass der eine der über gebliebenen Gäste am nächsten Tag eine Hochzeit in Salzburg haben sollte, und der andere Gast seine Tante war.

Somit wurde von einer der Stewardessen durchgesagt, ob sich nicht zwei Freiwillige finden würden, die anstelle dieser beiden in Düsseldorf bleiben - ansonsten wäre sie gezwungen zwei Passagiere auszuwählen. Zum Glück haben sich schnell zwei gefunden, die ihren Platz aufgegeben haben.

All-in-all ein ziemlicher Wahnsinn, der sich da abgespielt hat. Angekommen bin ich dann mit einer ordentlichen Verspätung. Was mit den verbliebenen Leuten in Düsseldorf geschehen ist, weiß ich nicht. Jedoch haben sie definitiv an diesem Tag keinen Flug mehr bekommen."

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