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Interview mit Jörg Kachelmann: Sind die Chinesen Wettergötter?

Vor ein paar Tagen versank Peking im Schnee - angeblich erzeugt vom Wetteränderungsamt der Chinesen. So wurde es weltweit vermeldet. stern.de fragte den Wetterexperten Jörg Kachelmann, ob die Chinesen jetzt Wettergötter sind und in Zukunft auch die Alpen beschneien können.

Herr Kachelmann, das Wetteränderungsamt in Peking hat riesige Mengen von Chemikalien in die Wolken geschossen und für ein Schneechaos gesorgt. Was war da los?
Jörg Kachelmann: Es gab einen Wintereinbruch. Es hat geschneit. Mehr nicht.

Aber es soll künstlich erzeugter Schneefall gewesen sein. Das zumindest meldet "China Daily". Agenturen, Zeitungen und Websites haben das berichtet, auch stern.de.

Die Geschichte ist kompletter Schwachsinn. Auch ohne ein staatliches Amt für Wetterbeeinflussung hätte es genauso heftig geschneit.

Haben die Chinesen wirklich ein Amt für besseres Wetter?
Ich weiß nicht, ob es das chinesische Amt für Wetterbeeinflussung überhaupt gibt. Die Behörde ist auf der Website des chinesischen Wetterdienstes nicht verzeichnet. Auch habe ich noch nie erlebt, dass auf einem internationalen Kongress ein chinesischer Vertreter auftrat, der sagt: So geht's, Jungs.

Aber wurde die Kaltfront nicht mit Silberjodid gekitzelt?


Was genau die Chinesen gemacht haben, wissen wir nicht. Man experimentiert schon seit 100 Jahren, streut Silberjodid in Wolken, die noch nicht so weit sind und bringt sie zum Ausregnen oder zum Schneien. Aber jeder Meteorologe weiß, wie kalt und warm es morgen wird. Wenn es unter null Grad ist, dann schneit es eben. Es ist schwer vorstellbar, dass die Chinesen Regen gesät, aber Schnee geerntet haben und darüber auch noch überrascht sein wollen.

Sind die Chinesen jetzt Wettergötter?


Das Ganze ist hanebüchen. In der wissenschaftlichen Welt lacht jeder darüber. Weil man weiß, dass ein Wetter wie am Wochenende, das so viel Schnee mit sich bringt, viel zu groß für eine Beeinflussung ist. Selbst wenn man in die Kaltfront ein paar Atombomben reingeworfen hätte, wäre das Tief nur mittelmäßig beeindruckt gewesen.

Die Chinesen haben also kein Weltpatent aufs Schneemachen?


Nein, das ist Quatsch. Wenn es so wäre, würden die Hersteller von Schneekanonen jetzt kollektiv pleite gehen, weil die Chinesen für uns Winter machen. Ich bin sicher, dass es keine Patentanmeldung geben wird.

Wurde der Schnee von der Propagandamaschine erzeugt?
Jede Diktatur muss das eigene Volk beeindrucken und einen Nachrichtenfluss von Dingen erzeugen, wo die Welt aufmerkt: Hört, hört, wir haben zwar keine Demokratie. Aber wir können etwas, was keine andere Regierung vermag: Es regnen und schneien lassen. Die Behauptung, das Wetter zu beeinflussen, ist eine coole Sache.

Haben die Chinesen während der Olympischen Spiele 2008 in Peking am Wetter gedreht?


Nein, das wurde einfach behauptet. Am Anfang hieß es, wir versuchen, dass es nicht regnet. Aber schon am zweiten Tag hat es heftig geschüttet. Dann war das Thema Wetterbeeinflussung sofort tot.

Die Schneemeldung aus Peking wurde besonders in Deutschland wahrgenommen.


Das Interesse an der Wetterbeeinflussung ist ein typisch deutsches Phänomen, ähnlich wie das Biowetter. Diesen Unsinn gibt es nur in deutschsprachigen Medien, eine der vielen wissenschaftlich fehlgeleiteten Ideen des staatlichen Wetterdienstes DWD. In keiner amerikanischen Zeitung werden sie eine Biowetter-Vorhersage finden. Obwohl die Pharmaindustrie wunderbar werben könnte: links das Biowetter, rechts das Mittelchen dagegen.

Ist Wetterbeeinflussung eine Glaubensfrage?


Aus irgendeinem Grund ist Deutschland die weltweite Zentrale des Wetteraberglaubens, abgesehen vom Gaga-Biowetter. Kurz fürs Protokoll: Nein, der Mond hat keinen Einfluss auf das Wetter. Nein, Bäche und Flüsse sind keine Wetterscheiden und haben keinen Einfluss auf das Wetter. Nein, der Hundertjährige Kalender kann das Wetter in keiner Form vorhersagen, weil er nur aus sieben Jahren Wetterbeobachtung eines fränkischen Klosters im Mittelalter besteht und auf der Theorie beruht, dass sich dieses Wetter in einem fränkischen Kloster alle sieben Jahre wiederholt. Und zur wichtigsten Frage: Nein, niemand weiß, wie der Winter wird.

Glaubt man, auch bei uns das Wetter beeinflussen zu können?


Das beobachte ich bei den Hagelfliegern. In zwei deutschen Landkreisen ist man zutiefst überzeugt, dass man mit kleinen Flugzeugen, die angeblich in Gewittern fliegen und Silberjodid ausstreuen, die Hagelbildung steuern kann. Der Rest der Welt weiß aufgrund vieljähriger Experimente, dass das nicht funktioniert. Das Ganze, wofür leider Steuergelder aus dem Fenster geschmissen werden, beruht auch auf der Lüge, dass die Piloten behaupten, dass sie ins Gewitter flögen und dorthin, wo der Hagel gebildet wird. Täten sie das wirklich, würden sie sachgerecht durch das Gewitter zerlegt. Spätestens seit der Diskussion um den Absturz des Air-France-Airbus hat sich herumgesprochen, dass es keine gute Idee ist, in der Nähe von Gewitterwolken zu fliegen.

Sind die Deutschen besonders wetterfühlig?


Man weiß, dass nur eine kleine Minderheit der Menschen wetterfühlig ist. Und von denen sind es leider alle unterschiedlich. Bei der einen Wetterlage geht's den einen schlecht, bei der anderen Wetterlage haben andere Kopfweh. Aber auf die allermeisten hat das Wetter null Einfluss. Es ist eine philosophisch unterschiedliche Welt, die in Deutschland oft dazu tendiert, Verantwortlichkeiten zu delegieren, wenn es einem schlecht geht.

Ist in anderen Ländern auch das Wetter an allem Schuld?


In angelsächsischen Ländern ist das Konzept des Biowetters schon deshalb undenkbar, weil man sich verbitten würde, als willfähriges Opfer eines Barometerstandes angesehen zu werden. Tragisch ist, dass viele Chefredakteure in Deutschland den Biowetterstuss mit der Begründung drucken: "Mag zwar Schwachsinn sein, aber die Leute interessiert es." Beim Horoskop wissen wenigstens alle, dass das reine Unterhaltung ist, aber beim Biowetter wird eine Wissenschaftlichkeit vorgetäuscht, die nicht da ist und auch krank machen kann, wenn man liest, dass heute Koliktag ist. Hypochonder gibt es nämlich wirklich.

Interview: Till Bartels

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(