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Klimawandel: Reiselust der Deutschen ungebrochen

Trotz Klimawandel sind die Deutschen immer noch Reiseweltmeister. Laut einer Umfrage des Europäischen Tourismus Instituts haben die Umweltprobleme für die meisten Reiselustigen keinen Einfluss auf die Urlaubsplanung.

Frankreich ist beliebt bei deutschen Urlaubern. Wie hier an der Mittelmeerküste bei Marseille

Frankreich ist beliebt bei deutschen Urlaubern. Wie hier an der Mittelmeerküste bei Marseille

Der weltweite Klimawandel hat keinen Einfluss auf das Reiseverhalten der Deutschen. Das ergab die jüngste Sommerurlaubs-Studie des Europäischen Tourismus Instituts (ETI) in Trier. Demnach erklärten 93 Prozent der Deutschen, die Diskussion um den Klimawandel habe sich nicht auf ihre diesjährige Urlaubsplanung ausgewirkt. "Das zeigt ganz klar: Dieses Thema ist für die 'Reise- Weltmeister', die deutschen Urlauber, derzeit noch nicht relevant", sagte der Leiter des ETI, Professor Heinz-Dieter Quack, am Dienstag. Nur wenige Sommerurlauber hätten bewusst auf Flugreisen verzichtet, seien stattdessen lieber mit Zug oder Bus gefahren oder hätten sich für ein näheres Reiseziel entschieden. Die Reisestudie basiert auf 2000 Telefoninterviews.

Insgesamt verreisten die Deutschen 2007 so viel wie im Vorjahr: Mit 48 Prozent ging fast jeder Zweite zwischen Juni und September für mindestens fünf Tage in die Sommerferien. Dabei bleibt das eigene Land das beliebteste Reiseziel der Deutschen (32,2 Prozent). An zweiter Stelle steht Italien (9,6), gefolgt von Spanien (9,5), Österreich (6,3) und Frankreich (6,1). Innerhalb der Landesgrenzen zieht der Norden die meisten Sommerurlauber an: Mecklenburg- Vorpommern konnte mit 21,4 Prozent der Gäste seine Spitzenposition noch leicht ausbauen. Bayern (17) lag in der Gunst der Deutschland- Urlauber auf dem zweiten, Schleswig-Holstein (15,9) auf dem dritten Platz.

Die meisten Urlauber kommen erholt zurück

Dabei hält der Trend zu kürzeren Urlauben an: Wie auch im Vorjahr packten in diesem Sommer knapp 30 Prozent für nur fünf bis sieben Tage die Koffer. Fast jeder zweite Urlauber war zwischen 8 und 14 Tage lang weg. Insgesamt gesehen betrug die Durchschnittsdauer des Sommerurlaubs 12,6 Tage (2006: 12,8).

Die Mehrheit der Urlauber kam laut Studie gut erholt aus den Ferien zurück. Knapp 47 Prozent waren sehr zufrieden, knapp 44 Prozent immerhin zufrieden. Im Ländervergleich schnitten Österreich und die USA (Note 1,4) am besten ab, gefolgt von Griechenland (1,5). Deutschland bekam die Zufriedenheitsnote 1,7. Obwohl der Sommerurlaub erst wenige Wochen zurückliegt, planen bereits 80 Prozent der Deutschen auch 2008 wieder eine Reise. Das ETI an der Universität Trier betreibt seit 1991 touristische Forschung und Beratung.

DPA / DPA
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