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Neue Sicherheitsregelung: USA wollen alle zehn Finger

Bei der Einreise in die USA werden am Flughafen zukünftig alle Finger gescannt. Der Grund: Dank dem Zehn-Finger-Verfahren sollen gewöhnliche Touristen nicht mehr so leicht mit Terroristen verwechselt werden. Hat man sie einmal abgegeben, bleiben die Daten auch gespeichert.

Bei der Einreise in die USA müssen Besucher künftig alle zehn Finger auf ein Lesegerät legen und von dem Scanner fotografieren lassen. Bisher ist das nur bei den beiden Zeigefingern erforderlich.

Sicherheitsmaßnahmen ab Herbst

Die neue Regelung wird vom Herbst an zunächst auf den Flughäfen Atlanta, Boston, Chicago, Detroit, Houston, Miami, New York John F. Kennedy, Orlando, San Francisco und Washington-Dulles gelten. Das kündigte Robert A. Mocny, der Leiter des Programms US-Visit im Heimatschutzministerium, auf der US-Reisemesse Pow Wow in Anaheim in Kalifornien an. Mit der Sammlung von zehn statt zwei Fingerabdrücken sollen noch gezielter Kriminelle und Terroristen bekämpft werden, sagte Mocny. US-Bürger sind von dem Verfahren weiterhin ausgenommen.

Die Abfrage von noch mehr biometrischen Besucherdaten als bisher bringe mehrere Vorteile mit sich, sagte Mocny. So könne es sein, dass den Behörden andere Fingerabdrücke von Kriminellen bekannt sind als die ihrer Zeigefinger. Werden auf dem Flughafen alle zehn Finger gescannt, würden nun auch solche Verbrecher bei der Einreise erkannt.

Einreise geht schneller

Außerdem sei künftig die Wahrscheinlichkeit geringer, dass die Fingerabdrücke von unbescholtenen Einreisenden aufgrund von Ähnlichkeiten verwechselt werden. Dadurch werde im Einzelfall auch die Einreiseprozedur in die USA kürzer, da dem Touristen die bisher in solchen Fällen anstehende intensivere Befragung erspart bleibe. Auch andere Länder, etwa in Europa, forderten für eine Visaerteilung die Abgabe von allen zehn Fingerabdrücken, sagte der US-Visit-Chef.

Das neue Zehn-Finger-Verfahren sei "sauber, schnell und einfach" und somit "keine große Sache", sagte Mocny. Ähnlich beurteilen auch Spitzenvertreter der US-Reisebranche die Entwicklung. Es sei ein "unkompliziertes Verfahren", das nicht viel Zeit in Anspruch nehme, urteilte der Präsident des US-Reiseverbandes TIA, Roger Dow.

75 Jahre lang gespeichert

Zur Abgabe von Fingerabdrücken verpflichtet sind alle 14- bis 79-Jährigen, die in die USA einreisen oder bei einem US-Konsulat ein Visum beantragen wollen. Langfristig sollen alle US-Einreisestellen und Auslandsvertretungen mit den Scannern für alle zehn Finger ausgestattet werden, sagte Mocny. Die Lesegeräte bestehen aus zwei Teilen, die getrennt voneinander die Daumen sowie die übrigen Finger scannen. Sind einmal alle Finger erfasst worden, könne es ausreichen, dass Besucher bei einer erneuten Einreise nur noch einzelne Finger vom Gerät einlesen lassen müssen, um sicher identifiziert zu werden.

In den Computern von US-Visit sind derzeit etwa 80 Millionen Fingerabdrücke gespeichert. Die Datenpakete werden laut Mocny jeweils erst 75 Jahre nach ihrer Erfassung gelöscht.

DPA

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