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Reisebranche in bester Laune: Deutschland packt die Koffer

Die Tourismusbranche zeigt sich nach der Reisemesse ITB in Hochstimmung. Prall gefüllte Reisekassen und gute Buchungszahlen lassen die Anbieter von einem Rekordjahr träumen.

In Berlin ist am Sonntag die 45. Internationale Tourismusbörse (ITB) zu Ende gegangen. Die weltgrößte Reisemesse stand zwar unter dem Eindruck der Krisen in Tunesien, Ägypten und Japan. Doch die Touristik-Branche boomt: Die Bundesbürger geben mehr Geld für ihren Urlaub aus. "Die Deutschen haben die Koffer gepackt und wollen verreisen - das hat die Resonanz des Publikums auf der ITB Berlin deutlich gezeigt", sagte Jürgen Büchy, der Präsident des Deutschen Reiseverbands.

11.163 Aussteller aus 188 Ländern hatten fünf Tage lang Trends und Angebote im Tourismus präsentiert. Am Sonntag schlossen die Veranstalter zufrieden die Messetore. Wie im Vorjahr 170.000 Besucher und Geschäftsabschlüsse im Umfang von gut sechs Milliarden Euro - die Messe zeigte als Konjunkturbarometer für die Reisebranche freundliche Werte unddie neusten Trends. "Die ITB stimmt uns äußerst zuversichtlich, dass sich unsere Prognosen bestätigen und die deutsche Tourismuswirtschaft vor einem äußerst erfolgreichen Jahr 2011 steht", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, Klaus Laepple.

Weniger Publikumsinteresse

Wie 2010 kamen in diesem Jahr rund 110.000 Fachbesucher, inzwischen mehr als 40 Prozent aus dem Ausland. "Ohne den Streik der Lokführer wären wir weiter gewachsen", sagte Messe-Geschäftsführer Christian Göke. Widrige Umstände gab es aus Messesicht auch am Wochenende: bestes Frühlingswetter. An den beiden Privatbesuchertagen erwarteten die Veranstalter deshalb nur 60.000 Gäste - nach mehr als 68.000 im Vorjahr.

Im Mittelpunkt des Interesses standen die Reiseländer Tunesien und Ägypten, die nach den Revolutionen auf der ITB um das Vertrauen der Reisenden warben. Nach Erdbeben, Tsunami und Atomunfall richteten sich viele Augen dann auf Japan, das angesichts der Katastrophe seinen Stand am Samstag vorzeitig schloss - nach Messeangaben einmalig in der 45-jährigen Geschichte der Leistungsschau.

Die Bundesbürger sind reisefreudiger denn je und lassen sich den Urlaub wieder etwas kosten, ergaben Marktforschungen. Im vergangenen Jahr gaben sie durchschnittlich 861 Euro für Urlaubsreisen aus - 41 Euro mehr als im Jahr zuvor. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen wächst der Tourismus 2011 auch weltweit - mit vier bis fünf Prozent sogar deutlich stärker als in Europa.

tib/DPA / DPA

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