HOME

Reisetipps USA Teil 3: Staaten verbessern Passagierrechte

Diese Woche treten neue Passagierrechte des amerikanischen Verkehrsministeriums in Kraft: Airlines dürfen bei Verspätungen von internationalen Flügen Reisende nur noch begrenzt im Flugzeug warten lassen. Neuerungen gibt es auch beim Gepäck.

Von Till Bartels

Ein Schneechaos mit Folgen. Im Dezember 2010 strandeten Tausende von Passagiere am New Yorker Kennedy-Flughafen. Grund war ein Schneesturm gewesen. Viele Reisende mussten stundenlang im Flugzeug verharren, ehe sie aussteigen durften. Ein Flugzeug aus Südkorea wartete nach einem 15-stündigen Flug sogar neuneinhalb Stunden auf dem Rollfeld.

Die zum Teil chaotischen Zustände in den Maschinen und Terminals haben 20 Monate nach den Vorfällen Konsequenzen. Das U.S.-Verkehrsministerium hat die 2009 eingeführten Passagierrechte zugunsten der Reisenden erstmals angepasst. Ab Ende August 2011 gilt die in den USA genannte "Tarmac Rule", die bisher nur Inlandsflüge umfasste, auch für internationale Airlines und Flüge. Damit dürfen Fluggesellschaften ihre Passagiere nicht länger als vier Stunden im Flugzeug warten lassen. Ab zwei Stunden Wartezeit müssen die Fluggäste mit Essen und Getränken versorgt werden. Auch müssen funktionierende Toiletten zur Verfügung stehen.

Klare Ansagen bei Flugänderungen

Ab sofort müssen auch Flugstreichungen und Verspätungen, die länger als 30 Minuten betragen, den Passagieren mitgeteilt werden: per Ankündigung am Flugsteig, auf der Website und im Callcenter der Airline. "Passagiere haben das Recht fair behandelt zu werden", sagte Verkehrsminister Raymond LaHood bei der Vorstellung der erweiterten Passagierrechte.

Zu den wesentlichen Neuerungen gehören auch höhere Ausgleichzahlungen. Sollte ein Reisender wegen Überbuchung seinen Flug nicht antreten können und kommt es daher bei internationalen Flügen zu mehr als vier Stunden Verspätung, darf der doppelte Flugpreis oder maximal 800 US-Dollar verlangt werden, bei längeren Verzögerungen können sogar bis zu 1300 US-Dollar Kompensationszahlung fällig werden. Das ist doppelt so viel wie bisher.

Auch bei Gepäckverlust gibt es Änderungen. Beim Abhandenkommen eines Koffers müssen die Fluggesellschaften künftig nicht nur das Gepäckstück selber, sondern auch die Gepäckgebühren erstatten, die für in den USA aufgegebene Koffer meist zusätzlich kassiert werden.

Für Flüge in die USA gelten EU-Rechte

Die Änderungen der US-Passagierrechte betreffen auch deutsche Fluggäste, die in den USA unterwegs sind oder zurück nach Europa fliegen. Bei Abflügen aus Deutschland in die USA gelten die EU-Passagierrechte auch für US-Airlines. Wie der Bundesgerichtshof in Karlsruhe Anfang 2011 bestätigte (AZ: X ZR 71/10), müssen deutsche Fluggäste ausländischer Airlines bei annullierten und verspäteten Flügen nicht auf eine Entschädigungsleistung verzichten. Das EU-Recht sieht die Erstattung von Verpflegungs- und Hotelkosten sowie eine Ausgleichszahlung bis zu 600 Euro pro Person vor.

Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity