HOME

Schnee und Eis: Winter-Chaos vor allem an Flughäfen

Drei Tage vor Heiligabend ist der Flugverkehr in Europa weiterhin stark durch das Winterwetter beeinträchtigt. Die Bahn will die Hauptrouten stärken, und auf den Straßen fehlt es bereits wieder an Streusalz.

Heftige Schneefälle und deutliche Minusgrade: Das Winterwetter hat am Dienstag vor allem den Flugverkehr in Europa weiter massiv behindert. Nach anfänglichen Zeichen der Entspannung ging das Chaos an den Flughäfen weiter.

Der Flughafen Frankfurt musste am frühen Dienstagmorgen wegen neuer Schneefälle gesperrt werden. Zwischen kurz nach 05.00 Uhr und 08.30 Uhr ging gar nichts. Ungeachtet des erneuten Wintereinbruchs will die Lufthansa ab Mittwoch wieder zu ihrem regulären Flugplan zurückkehren. Die positiven Wetterprognosen machten es möglich, den seit dem Wochenende geltenden Sonderflugplan zu beenden, sagte ein Sprecher der Fluggsellschaft.

Heathrow bleibt lahmgelegt

Auf dem größten europäischen Airport in London Heathrow werden möglicherweise bald Streitkräfte als Helfer eingesetzt - Premierminister David Cameron bot dies dem Betreiber an. Bis Donnerstag könne vermutlich nur rund dein Drittel der Flüge abgewickelt werden, teilte der Flughafen mit.

Zahlreiche für Frankfurt geplante Flüge wurden auf andere Airports wie München oder Leipzig umgeleitet. Im Verlauf des Vormittags wurden dann wieder alle Start- und Landebahnen in Betrieb genommen, wie ein Flughafensprecher sagte. Bis in den frühen Nachmittag fielen mehr als 500 der am Dienstag geplanten 1.300 Verbindungen aus. Der Sprecher erklärte, dass der heftige Schneefall nicht vorausgesagt worden sei. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) habe nur vereinzelte Niederschläge und leichten Schneefall prognostiziert. Dem Winterdienst sei es trotz Dauereinsatzes nicht gelungen, die Bahnen am Morgen schneefrei zu halten. Der Wetterdienst wies die Kritik zurück.

Verspätungen bei der Bahn

Etwas Erleichterung gab es auf der Schiene. Bahnfahrer müssen sich wegen des Winterwetters zwar weiter auf Verspätungen einstellen. Am Dienstag habe es aber keine Zugausfälle mehr gegeben, sagte ein Bahnsprecher am Vormittag in Berlin. "Die Züge sind gut gefüllt, aber nicht an der Kapazitätsgrenze."

In der Weihnachtszeit will die Bahn wichtige Routen in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung stärken. Sie reagiert damit auf den starken Zustrom von Reisenden, die angesichts des eisigen Winterwetters von Auto und Flugzeugen auf die Bahn umsteigen, wie ein Sprecher sagte. Dazu würden am Mittwoch die Fahrpläne für wichtige Fernverkehrsverbindungen ergänzt.

Streusalz wieder knapp

Auch auf den Straßen in Deutschland herrschte zum Teil weiterhin Verkehrschaos. So hingen auf der A 3 am sogenannten Kaupenaufstieg bei Aschaffenburg rund 100 Lkw und Autos fest. Sie mussten teilweise von Feuerwehr und THW freigeschleppt werden, die Autobahn war stundenlang gesperrt. Die meisten Unfälle bundesweit glücklicherweise glimpflich. Ein Problem waren nach wie vor Lkw, die liegen geblieben waren und die Fahrbahn versperrten. In mehreren Bundesländern waren bereits zu Beginn des Winters die Salzvorräte knapp, in Niedersachsen beispielsweise wurde der Winterdienst deshalb eingeschränkt.

fw/DPA / DPA

Wissenscommunity