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Stiftung Warentest: Flug unpünktlich? Entschädigung gibt es ab drei Stunden Verspätung

Dank der Fluggastrechte haben Passagiere bei Verspätungen und Flugausfällen Anspruch auf Ausgleichszahlungen. Beim Eintreiben der Gelder helfen Onlineportale. Stiftung Warentest hat untersucht, wie hoch die Provisionen sind - zum Teil über 40 Prozent.

Anzeigetafel am Flughafen Berlin-Schönefeld: Alle Flüge sind als versätet aufgelistet.

Anzeigetafel am Flughafen Berlin-Schönefeld: Alle Flüge sind als versätet aufgelistet.

Die vielen Unregelmäßigkeiten im Flugbetrieb von Air Berlin gerade während der Oster- und Pfingsttage haben zu enormen Ansprüchen geschädigter Passagiere geführt. Nach Schätzungen von Fluggastportalen gehen die Forderungen von Ausgleichzahlungen in die Millionenhöhe.

Denn wer sein Reiseziel mehr als drei Stunde später erreicht, hat je nach der Entfernung Anspruch auf 250 Euro (bis zu 1500 Kilometern), 400 Euro (bis zu 3500 Kilometern) oder 600 Euro (ab 3501 Kilometern).

Doch wer sich direkt an die Airline wendet, benötigt viel Zeit und Energie, bis die Beträge auf dem Konto gutgeschrieben werden: Zu oft wiegeln die Fluggesellschaften ab, schieben angeblich höhere Gewalt und technische Gründe vor. Deshalb haben sogenannte Fluggastportale das Eintreiben der Kompensationszahlungen als neues Geschäftsfeld entdeckt.


Was Fluggastportale kassieren

Die Dienstleister behalten sich jedoch vor, für ihre geleistete Arbeit einen Teil der Gelder als Provision einzubehalten. Die hat in der neusten Ausgabe der Zeitschrift "Test" aufgelistet, wie hoch die jeweiligen Provisionen sind: zwischen 26,76 Prozent bei Compensation2go und 29,75 Prozent bei Flightright und wirkaufendeinenflug.de.

Wer nicht warten möchte, bis sich die Inkasso-Stellen durchgesetzt haben, kann bei einigen seit Kurzem auf eine Sofort-Variante setzen. "Sie kaufen dem Fluggast den Anspruch ab. Der bekommt schnell sein Geld und kann die Sache gedanklich abhaken.", schreibt Stiftung Warentest. "Dafür kassieren die Portale allerdings üblicherweise mehr als 40 Prozent des Entschädigungsanspruch." Mit anderen Worten: Statt 600 Euro gibt es nur 350 Euro.

Doch nicht alle Portale bieten eine Sofortzahlung an. So schließt Fairplane Sofortzahlungen an Passagiere aus, deren überbucht wurde, heißt es in "Test".

Wer zunächst keine Abstriche machen möchte, so der Tipp von Stiftung Warentest, soll sich an die Schlichtungsstelle SÖP in Berlin wenden, auch wer bereits mit einer direkten Forderungen bei der Fluglinien abgeblitzt ist. Deren Verfahren sind kostenlos. "Stellt das Schlichtungsergebnis sie nicht zufrieden, können Fluggäste die Portale anschließend immer noch beauftragen", empfehlen die Tester.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier . Den vollständigen Test "Sofort für wenig Geld" gibt es gegen Gebühr hier.

tib

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