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Ehemaliger Fußball-Nationalspieler: Thomas Hitzlsperger spricht über seine Homosexualität

Thomas Hitzlsperger hat seine Homosexualität öffentlich gemacht. Der frühere Nationalspieler ist der erste deutsche Fußballer, der sein Schwulsein offen thematisiert.

Er möchte die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen: Der ehemalige Fußballprofi Thomas Hitzlsperger hat sich geoutet. In einem Interview mit der "Zeit" sagte er, dass nach dem Ende seiner Karriere der richtige Moment dafür gekommen sei. Er ist der erste prominente deutsche Fußballer, der offen über seine Homosexualität spricht.

"Erst in den letzten Jahren dämmerte mir, dass ich lieber mit einem Mann zusammenleben möchte", sagte Hitzlsperger laut "Zeit Online". Es sei ein langwieriger und schwieriger Prozess gewesen. Im Fußball werde seiner Erfahrung nach Homosexualität komplett ignoriert.

"Ich habe mich nie dafür geschämt, dass ich nun mal so bin", sagte der 31-Jährige in dem Interview. Bevor er sich entschlossen habe, in der Öffentlichkeit über seine Homosexualität zu reden, habe er Nationaltrainer Jogi Löw und Teammanager Oliver Bierhoff informiert.

"Mutig - und richtig"

Der ehemalige Außenminister Guido Westerwelle hat Hitzlsperger für seine Offenheit gelobt. "Dieser Mut verdient größten Respekt", sagte Westerwelle "Zeit Online". "Der Schritt in die breite Öffentlichkeit liest sich viel leichter, als er tatsächlich ist." Der FDP-Politiker hatte seine Homosexualität im Jahr 2004 bekannt gemacht.

Auch der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger zollte Hitzlsperger Respekt. "Endlich hat ein Fußballer den Mut, seine Homosexualität öffentlich zu machen - zumindest in engem Zeitabstand zu seiner Karriere", sagte Zwanziger "Zeit Online". Hitzlspergers Schritt habe "hoffentlich eine positive Wirkung auf die Gesellschaft und den Profifußball der Männer. Der ist nämlich nach wie vor ein hartes Geschäft, ein offener Umgang mit Homosexualität ist leider immer noch nicht selbstverständlich." Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland sprach von einem "sehr ermutigenden Zeichen".

Hitzlspergers ehemaliger Mitspieler Lukas Podolski lobte seinen früheren Kollegen auf Twitter. "Mutig - und richtig. Respekt, Thomas Hitzlsperger! Ein wichtiges Zeichen in der heutigen Zeit."

Hitzlsperger hatte während seiner Karriere 52 Spiele für die Deutsche Nationalmannschaft absolviert. Der ehemalige Stuttgarter beendete seine aktive Karriere im September des vergangenen Jahres.

vim/DPA / DPA

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