HOME

Fernando Alonso: Ein Dritter Platz reicht fürs Halleluja

Vor dem Großen Preis von Brasilien gibt sich Fernando Alonso gelassen. Nur noch ein Rivale kann dem rasenden Spanier auf dem Weg zum WM-Thron in die Quere kommen.

Vor dem großen Triumph gibt sich Fernando Alonso gelassen. "Ich bin nicht nervös. Klar bin ich jetzt ziemlich nah an der WM dran. Aber ich geh dieses Rennen wie jedes andere an", sagte der Renault-Pilot aus Spanien. Selbst im für ihn ungünstigsten Fall eines McLaren-Mercedes-Doppelerfolges mit Kimi Räikkönen als Sieger reicht dem souveränen WM-Spitzenreiter beim Großen Preis von Brasilien ein dritter Platz, um sich zum jüngsten Weltmeister der Formel-1-Geschichte zu krönen. "Ich bin glücklich und stolz, dazu in meinem jungen Alter die Chance zu haben. Aber es motiviert mich nicht, der jüngste Weltmeister zu sein", versicherte der 24-Jährige.

In scheinbar unerreichbarer Ferne

Rivale Räikkönen schätzt seine Aussichten, den scheinbar uneinholbar führenden Alonso im Titelrennen noch abfangen zu können, als gering ein. Trotzdem verspricht der Finne, "so hart wir möglich zu kämpfen, um dieses Ziel zu erreichen. Ich brauche unbedingt einen Sieg, um überhaupt noch eine WM-Chance zu haben." Trotzdem hat Renault-Teamchef Flavio Briatore seinem Team "strikt verboten, irgendeine Feier zu planen oder vorzubereiten, weil ich abergläubisch bin."

Angesichts von 25 Punkten Rückstand auf Alonso (111) benötigt Räikkönen (86) auf dem 4,309 Kilometer langen, holprigen Berg-und- Tal-Kurs in Sao Paulo neben der Schützenhilfe seines Teamkollegen Juan Pablo Montoya noch Unterstützung durch mindestens einen weiteren Fahrer, um Alonsos WM-Triumph zumindest verschieben zu können. Nur wenn der Silberpfeil-Pilot nach Sao Paulo höchstens 20 Zähler hinter dem Asturier liegt, kann er bei zwei noch ausstehenden Grand Prix in Japan und China weiter auf ein Riesenwunder hoffen.

Der Kampf ist noch nicht entschieden

"Einiges spricht dafür, dass die WM-Entscheidung in Brasilien fällt", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Es ist klar, dass wir bei 25 Punkten Rückstand und drei Rennen nur kleine Außenseiterchancen haben. Aber wir kämpfen." Schließlich könne auch Alonso einmal ein technischer Defekt treffen. Hoffnung auf fremden Beistand hat Haug nicht: "Ich sehe im Moment außer uns keinen, der Alonso schlagen könnte."

Der entthronte Weltmeister Michael Schumacher, mit vier Brasilien- Siegen so erfolgreich wie kein anderer, kann angesichts der aktuellen Ferrari-Schwäche kaum das Zünglein an der Waage sein. "Ich wüsste nicht, warum sich unsere Situation plötzlich stark geändert haben sollte", sagte der siebenmalige Champion aus Kerpen. "Ich bin Realist." BAR-Honda, Toyota und BMW-Williams sind ebenfalls nicht konkurrenzfähig.

Zwölf mal ganz oben

Alonso stand bei 15 Starts zwölf Mal auf dem Podium und hatte keinen technischen Defekt zu beklagen. "Ich setze auf unsere Zuverlässigkeit", sagte der Spanier. Zudem dürfte Renault dank neuer Aerodynamik den technischen Rückstand auf McLaren-Mercedes, das mit dem MP4-20 den schnellsten Boliden stellt, etwas verringern. Briatore setzt große Hoffnungen in die Weiterentwicklung: "Vielleicht können wir sogar gewinnen."

Elmar Dreher/DPA / DPA

Wissenscommunity