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Formel-1-Comeback: Schumacher plant für drei Jahre

Das Comeback des Jahres ist perfekt: Michael Schumacher kehrt in die Formel 1 zurück. Am 14. März startet Schumi im Mercedes-Silberpfeil den Angriff auf seinen achten Formel-1-Titel. Geradezu sensationell ist die geplante Dauer seines Engagements.

Michael Schumacher kehrt nach über drei Jahren in die Formel 1 zurück und wird für den deutschen Rennstall Mercedes Grand Prix um seinen achten WM-Titel fahren. Nach wochenlangem Rätseln gab der schwäbische Automobilbauer den spektakulären Coup einen Tag vor Heiligabend bekannt.

Für Schumacher, der bei seinem 251. Rennen am 14. März in Bahrain 41 Jahre alt sein wird, schließt sich damit gewissermaßen auch ein Kreis: Vor knapp 20 Jahren verpflichtete Mercedes mit seinem damaligen Schweizer Partner Peter Sauber den Kerpener als Werksfahrer in der Sportwagen-Weltmeisterschaft.

2010 wird Schumacher in der höchsten Motorsportklasse mit dem Stern auf dem Rennwagen an den Start gehen. Am Dienstag unterzeichnete der 40-Jährige, der am 3. Januar Geburtstag hat, den Vertrag. Schumacher will mit Mercedes Grand Prix nicht nur für ein Jahr in die Formel 1 zurückkehren. "Wir planen für drei Jahre", sagte der Kerpener am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz.

Freuen Sie sich über das Comeback von Michael Schumacher?

"Ich bin voll Energie und Tatendrang", sagte Schumacher, der am 3. Januar 41 Jahre alt wird. "Ich fühle mich gerade wie ein 12-Jähriger, der durch die Gegend hüpft wie ein kleiner Junge." Sein Ziel sei es selbstverständlich, in der kommenden Saison Rennen zu gewinnen.

In den Tagen und Wochen zuvor hatten weder Schumacher noch Mercedes klare Aussagen gemacht, Dementis blieben ebenso aus wie Bestätigungen. Erst Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sprach offen von Schumachers Absicht und Möglichkeit, für Mercedes 2010 ein Comeback zu geben. Von der Scuderia hatte Schumacher Grünes Licht bekommen, er war seit dem Rücktritt nach seinem letzten Rennen am 22. Oktober 2006 als Berater für Ferrari tätig.

Die Trennung von Ferrari sei ihm nicht leicht gefallen, sagte Schumacher, man habe sich jedoch nach sehr offenen und freundschaftlichen Gesprächen einvernehmlich getrennt.

Deutsches Duo im Mercedes-Werksteam

Und nun wird er bei einem der Erzrivalen Gas geben, 1240 Tage nach seinem bis dato letzten wird er beim Saisonauftakt in der Wüste von Sakhir erneut in der Startaufstellung stehen. Zusammen mit Nico Rosberg wird Schumacher das deutsche Duo im Mercedes-Werksteam bilden - erstmals werden damit zwei Piloten mit Kennzeichen D für denselben Rennstall antreten.

Für Mercedes soll es auch die Renaissance des Silberpfeil-Mythos werden. 1955 hatte Juan Manuel Fangio den bis dato letzten WM-Titel für ein werkseigenes Team des schwäbischen Autobauers eingefahren, der erst am Montag auch noch die Zusammenarbeit mit dem staatlichen Öl- und Gasunternehmen Petronas aus Malaysia als neuer Hauptsponsor bekanntgegeben hatte.

Für Schumacher wird die Mercedes-Zeit auch zum Wiedersehen mit einem alten Bekannten - und vor allem Erfolgsgaranten. Teamchef Ross Brawn begleitete Schumacher schon bei Ferrari, damals als Technischer Direktor. Fünf WM-Titel in Serie von 2000 bis 2004 waren die erfolgreiche Ausbeute der gemeinsamen PS-Jagd.

Ein Anruf von Teamchef Ross Brawn im November war es auch, der ihn motiviert habe, wieder ins Renncockpit zurückzukehren, sagte Schumacher. Die Kombination mit Brawn habe den Ausschlag gegeben.

Seine beiden ersten WM-Triumphe hatte Schumacher 1994 und 1995 im Benetton Renault gefeiert. 1996 wechselte er dann bis zum Rücktritt im Oktober 2006 zu Ferrari. Für die Scuderia wollte er bereits im Sommer ins Cockpit zurückkehren. Der Unfall von Kumpel Felipe Massa, die Loyalität zur Ferrari-Familie - Schumacher versuchte es, scheiterte aber.

Formel 1 vor neuem Schumi-Hype

Die Schädelbasisverletzung, die er sich bei einem Motorradunfall am 11. Februar im spanischen Cartagena zugezogen hatte, war noch immer nicht ausgeheilt. Schumacher musste schwersten Herzens absagen. "Ich fühle mich nicht in der Lage, jetzt über die Zukunft nachzudenken", sagte Schumacher am 12. August in einem Genfer Nobelhotel. "Es ist vielleicht der härteste Moment, den ich in meiner Karriere hatte." Es nicht zu Ende bringen zu können - für Schumacher wohl ein unerträglicher Zustand. Zumal er wieder richtig Lunte gerochen hatte, nachdem er in einem zwei Jahre alten Ferrari nach langer Zeit wieder Runden drehen konnte.

Der Formel 1, die 2009 mit dem Duell von Weltmeister Jenson Button und dem Heppenheimer Sebastian Vettel eine spannende Saison erlebt hatte, steht durch die Schumacher-Verpflichtung nun ohne Zweifel ein Hype bevor. Schumachers neuer Teamkollege Rosberg frohlockte nach der Verkündung des Comebacks: "Toll, dass Michael wieder in der Formel 1 fährt und bei Mercedes GP Petronas mein Teamkollege wird. Es ist eine große Herausforderung für mich, gegen einen der besten Fahrer aller Zeiten anzutreten. Ich bin sicher, wir werden ein starkes Team bilden, denn er hat nichts von seinem Speed verloren. Sein Comeback ist auch eine tolle Nachricht für unseren Sport und die Fans."

Mercedes-Teamchef Brawn freute sich ebenfalls auf die erneute Zusammenarbeit mit seinem Schützling: "Unsere Fahrer stehen jetzt fest; es ist wohl die interessanteste Fahrerpaarung in der Formel 1. Michael und Nico haben zusammen eine perfekte Mischung aus Talent, Erfahrung, Speed und Jugend."

Die Konkurrenz zeigte dagegen zurückhaltende Freude: "Was soll ich dazu sagen? Uns betrifft es natürlich nicht allzu sehr. Wir stecken tief in den Vorbereitungen. Lassen wir uns überraschen, was das nächste Jahr dann bringt mit dem ein oder anderen neuen bzw. jetzt wieder neuen Fahrer im Feld", sagte der deutsche Vizeweltmeister Sebastian Vettel. Ob da schon die Angst vor einem neuen starken Konkurrenten mitschwingt?

DPA / DPA

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