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Formel-1-Comeback: Schumi unterschreibt bei Mercedes

Das Comeback des Jahres ist offenbar perfekt: Michael Schumacher kehrt laut "Bild" in die Formel 1 zurück. Demnach hat der 40-Jährige bei Mercedes einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben.

Das Weihnachtsgeschenk für die Formel 1 scheint perfekt: Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung kehrt Michael Schumacher in die Königsklasse des Motorsports zurück. Für ein Jahr soll der Kerpener, der am 3. Januar seinen 41. Geburtstag feiert, für den neuen Rennstall Mercedes Grand Prix Gas geben. Am 14. März 2010, 1240 Tage nach seinem 250. und bis dato letzten Grand Prix, wird Schumacher demnach beim Saisonauftakt in Bahrain wieder in einem Formel-1- Lauf an den Start gehen.

Laut "Bild.de" unterzeichnete Schumacher, über dessen mögliche Rückkehr seit Wochen wilde Spekulationen die Runde gemacht hatten, einen Vertrag über ein Jahr. Der Kerpener, der in seiner einzigartigen Sportlerkarriere mit 91 Grand- Prix-Siegen und sieben WM-Titeln über eine halbe Milliarde Euro verdient haben soll, bekommt dem Bericht zufolge für das Engagement im Silberpfeil sieben Millionen Euro. Diese Summe soll BrawnGP - Vorgänger von Mercedes Grand Prix - auch Weltmeister Jenson Button geboten haben. Den Briten zog es aber zu McLaren-Mercedes. So war der Weg frei für Schumacher.

Mit Mercedes schließt sich für Schumi ein Kreis

Mit dem Engagement bei Mercedes würde sich für den siebenmaligen Weltmeister ein Kreis schließen. Aus dem einstigen Mercedes-Juniorteam aus Schumacher, Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger hatte er 1991 mit finanzieller Hilfe der Stuttgarter den Sprung zu Jordan in die Formel 1 geschafft. Von dort wechselte er nach nur einem Rennen zu Benetton, wo er 1994 und 1995 seine ersten beiden WM-Titel holte. 1996 wechselte er zu Ferrari, wo er von 2000 bis 2004 fünf weitere WM-Kronen gewann.

Schumacher-Sprecherin Sabine Kehm wollte sich zu dem Bericht zunächst nicht äußern. Doch schon vor der Nachricht hatten sich die Anzeichen für ein Comeback Schumachers verdichtet. Ferrari, für das er nach seinem Rücktritt Ende 2006 als Berater tätig gewesen war, gab grünes Licht. Formel-1- Geschäftsführer Bernie Ecclestone schwärmte mehrfach von einer "magischen" Rückkehr des Rekordchampions. Auch dass Mercedes am Montag die Partnerschaft mit dem äußerst zahlungskräftigen Öl- und Gasunternehmen Petronas aus Malaysia bekanntgegeben hatte, passte in das Gesamtbild.

Erster Comeback-Versuch im Sommer

Lunte hatte Schumacher schon im Sommer gerochen. Wieder und wieder hatte er zuvor betont, dass ein Comeback nach seinem Rücktritt Ende 2006 nicht infrage kommt. Doch dann verunglückte Ferrari-Pilot und Freund Felipe Massa in Ungarn. Schumacher erklärte sich bereit, einen Comebackversuch zu starten.

Allein die Ankündigung sorgte weltweit für Aufsehen. Nachdem Schumacher sein Fitnesstraining intensiviert und im Simulator trainiert hatte, absolvierte er in einem zwei Jahre alten privaten Ferrari F2007 erste Testfahrten. Doch seine Gesundheit spielt nicht mit. Untersuchungen bei seinem Leibarzt Johannes Peil in der Sportklinik Bad Nauheim ergaben, dass sein Schädel und die Nackenwirbelsäule nach einem schweren Motorradsturz im Februar den hohen körperlichen Belastungen in einem Formel-1-Boliden noch nicht wieder standhielten. In einer eigens einberufenen Pressekonferenz in Genf erklärte Schumacher, dass er leider nicht für Massa einspringen könne, schloss auf Nachfrage ein Comeback zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus.

"Ich werde nicht rechts ranfahren und ihn vorbeilassen"

2006 war der Kerpener mit Wohnsitz in der Schweiz nach 250 Grand Prix' zurückgetreten. Sein bis dato letztes Rennen bestritt er am 22. Oktober 2006 in Brasilien. Erfolgreicher als Schumacher war bislang kein anderer Pilot.

Eine gewichtige Rolle in den Verhandlungen mit Mercedes Grand Prix dürfte Teamchef Ross Brawn zugekommen sein. Als Technischer Direktor bei Ferrari war der bisweilen etwas kauzig daherkommende Brite maßgeblich an Schumachers Erfolgen am Steuer der "Roten Göttin" beteiligt. Zusammen könnten sie nun ein weiteres Kapitel der Schumacher-Saga schreiben.

Im Silberpfeil wird Schumacher nun das deutsche Duo mit dem 17 Jahre jüngeren Nico Rosberg bilden. "Ich fänd's klasse" hatte der Wiesbadener schon vorher gesagt. Allerdings will er sich ebenso wenig dem einstigen Regenten per se beugen wie Vizeweltmeister Sebastian Vettel. "Ich werde sicher nicht in den Rückspiegel schauen und immer dann, wenn ich Michael sehe, rechts ranfahren und ihn vorbeilassen", sagte Red-Bull-Pilot Vettel in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" - noch bevor die Comeback-Meldung kam. Wenn Schumacher einen Unfall mit ihm verursachen würde, "dann werde ich ihm sicher nicht auf die Schulter klopfen und sagen: Das passt schon! Dann wäre ich sauer, das ist ganz normal."

mad/kng/APD/DPA / DPA

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