VG-Wort Pixel

Formel 1 GP Europa - Fernando Alonso siegt und ist nun WM-Favorit

Fernando Alonso hat den Großen Preis von Europa gewonnen. Michael Schumacher holt den ersten Podestplatz seit seinem Comeback und Sebastian Vettel muss aufgrund eines technischen Defekts passen. Lewis Hamilton gehört ebenfalls zu den Verlieren. Der neue Favorit heißt Fernando Alonso. 

Fernando Alonso hat den Großen Preis von Europa gewonnen. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister setzte sich auf dem Hafenkurs in Valencia gegen Kimi Räikkönen im Lotus und Michael Schumacher im Mercedes durch.

Der Spanier ist der erste Fahrer, der in dieser Saison ein zweites Rennen für sich entscheiden konnte. Bislang hatte es in den ersten sieben Grands Prix sieben unterschiedliche Sieger gegeben. Für Schumacher war es der erste Podestplatz seit seinem Comeback 2010. Mit seinem Erfolg übernahm Alonso auch die Führung in der Gesamtwertung nach acht von 20 Rennen. Titelverteidiger Sebastian Vettel schied in Führung liegend wegen eines technischen Defekts an seinem Red Bull aus.

Vettel wütend, Schumacher glücklich

Sebastian Vettel hatte schon längst die Handschuhe in die Ecke geworfen, da startete Michael Schumacher zu seiner famosen Schlussoffensive beim Ausfallfestival von Valencia. Der Rekordweltmeister der Formel 1 raste beim Sieg von Fernando Alonso im Ferrari in einem spektakulären Großen Preis von Europa im Mercedes in den letzten Runden bis auf den dritten Rang und damit erstmals nach seinem Comeback 2010 aufs Podest. "Danke, danke. Wow, es ist großartig", rief der 43 Jahre alte Schumacher über Funk an sein Team.

Auf klarem Siegkurs liegend war zuvor der zweimalige Weltmeister Vettel in der 34. Runde wegen eines technischen Defekts ausgeschieden. Sein Red Bull wurde während des weiter laufenden Rennens waghalsig von den Streckenposten in die Auslaufzone gerollt.

Alonso siegt zum zweiten Mal 

"Wir wissen noch nicht, woran es gelegen hat. Das ist scheiße gelaufen. Bis dahin sind wir ungestört davon gefahren", sagte der 24-Jährige frustriert und ärgerte sich über die Safety-Car-Phase kurz vor seinem Aus. "Das Safety-Car hätte man sich sparen können. Ich glaube, da ging es darum, das Feld einzubremsen."

Sein erster Ausfall in dieser Saison machte den Weg für den zweimaligen Titelträger Alonso frei. Als Vettel ausfiel und der Lokalmatador die Führung übernahm, rissen die spanischen Zuschauer die Arme nach oben und schwenkten bereits die Nationalfahne. Alonso, der nur von Platz elf gestartet war, ließ sich die Chance bei dem Rennen nicht nehmen und schaffte im Ferrari seinen ersten Sieg bei dem Grand Prix im Hafen von Valencia.

Der Spanier beendete zugleich den irren Siegerreigen und durfte als erster Pilot in diesem Jahr seinen zweiten Saisonerfolg feiern. Zweiter wurde Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen im Lotus. "Es ist schwer, in Worte auszudrücken, was ist gerade fühle", sagte Alonso.

Schumachers erstmals auf dem Podium 

Schumacher profitierte bei seinem ersten Podestplatz seit dem 1. Juni 2006 in der vorletzten Runde davon, dass der von der WM-Spitze gestürzte Lewis Hamilton im McLaren und Pastor Maldonado im Williams kollidierten und er vorbeiziehen konnte. Kurz zuvor hatte auch Romain Grosjean in Runde 40 auf Platz zwei liegend seinen Lotus abstellen müssen. Nico Hülkenberg fuhr im Force India auf einen starken fünften Rang vor Nico Rosberg im Mercedes.

Vettel sah lange wie der sichere Sieger aus. Er erwischte einen Top-Start und raste von der Pole Position aus in die erste Kurve. Durchgang für Durchgang baute der Deutsche seinen Vorsprung auf. Bis zum ersten Reifenwechsel in Runde 17 hatte der Champion knapp 16 Sekunden zwischen sich und die Verfolger Grosjean und Hamilton gelegt. Auch nach seinem Boxen-Besuch fuhr Vettel einsam an der Spitze.

Vettel verliert Vorsprung durch Safety-Car-Phase

Dann kam Hektik auf: Nach einer Kollision von Jean-Eric Vergne im Toro Rosso mit Heikki Kovalainen im Caterham wurde das Safety Car in der 30. Runde rausgeschickt. Grosjean und Hamilton fuhren sofort an die Box, um neue Reifen aufzunehmen. Eine Runde später konnte auch der Red-Bull-Pilot neuen Pneus aufnehmen und blieb vorn. Doch sein Vorsprung von fast einer halben Minute war dahin.

Als der Grand Prix in der 33. Runde wieder freigegeben wurde, verteidigte Vettel seine Position. Alonso schnappte sich Grosjean und raste auf Rang zwei. Wenige Momente später begann Vettels Drama: Plötzlich streikte sein Red Bull. Am Kommandostand schlug Chefdesigner Adrian Newey die Hände vor Schreck vors Gesicht. Vettel stieg aus dem Wagen und stapfte frustriert zurück an die Box.

Ferrari und Ex-Ferrari-Piloten feiern

Alonso ließ sich nicht mehr stoppen. Nach 308,883 Kilometer und 1:44:16,649 Stunden fuhr er vor 51.546 Zuschauern durch das Ziel und ließ noch auf der Strecke mit einer Flagge feiern. Auf dem Podium verdrückte er einige Tränen. Auch die ehemaligen Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen (2007-2009) und Michael Schumacher (1996-2006) feierten ihren Podiumsplatz. 

Die großen Verlierer vom Europa GP heißen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel. Hamilton lieferte sich ein packendes Duell mit Pastor Maldonado, der ihm in die Seite fuhr und für viel Wut bei dem Briten sorgte. Vettel musste Fernando Alonso in der WM-Fahrer-Wertung davon ziehen lassen. Alonso hat nun 111 Punkte, Webber als WM-Zweiter 91 und Vettel als Vierter nur 85 Punkte. Zu Beginn der Saison galt der Ferrari noch als nichtkonkurrenzfähig, jetzt ist Alonso Favorit auf den Weltmeistertitel.

sportal.de sportal

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker