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Formel 1: Räikkönen startet vor den Schumacher-Brüdern

Mit der ersten Pole-Position in seiner Formel-1-Karriere hat Kimi Räikkönen eine deutliche Kampfansage an Weltmeister Michael Schumacher verkündet.

Mit der ersten Pole-Position in seiner Formel-1-Karriere hat Kimi Räikkönen eine deutliche Kampfansage an Weltmeister Michael Schumacher verkündet. Der finnische McLaren- Mercedes-Pilot gewann in der spannenden Qualifikation zum Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring das Duell gegen den Titelverteidiger und geht ausgerechnet beim Heim-Grand-Prix seines Rivalen von Startplatz eins ins Rennen am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere). In 1:31,523 Minuten verwies Räikkönen den WM-Spitzenreiter im Ferrari (1:31,555) mit einem Vorsprung von 32 Tausendstelsekunden auf den zweiten Platz. Michael Schumachers Bruder Ralf belegte im BMW-Williams in 1:31,619 Minuten Platz drei vor seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya (1:31,765).

"Das wird interessant morgen"

"Das wird sehr interessant morgen. Ich hoffe, dass wir in Bezug auf die Strategie die richtige Lösung haben", meinte der dreimalige Nürburgring-Gewinner Michael Schumacher. Der fünfmalige Champion liegt in der WM-Wertung vor dem neunten von 16 Läufen mit 54 Punkten vor Räikkönen (51) und kann am Nürburgring als erster Fahrer der Formel-1-Geschichte die 1000-Punkte-Schallmauer durchbrechen sowie seinen 50. Sieg für Ferrari holen. Sein 23 Jahre alter Konkurrent, der in dieser Saison schon zwei Mal in der ersten Startreihe stand, war überrascht über sein Ergebnis: "Es ist ein tolles Gefühl." Mercedes-Sportchef Norbert Haug freute sich unbändig: "Das war eine Superrunde von Kimi. Ich habe nicht mit der Pole gerechnet. Es war nicht einfach, auf Platz eins zu fahren."

Sauber mit Motorproblemen an beiden Autos

Für die beiden Mönchengladbacher Sauber-Piloten Nick Heidfeld und Heinz-Harald Frentzen begann der Qualifikations-Nachmittag dagegen mit einer riesigen Enttäuschung. Gleich bei beiden Autos traten vor dem Warm-up zum wiederholten Male in der Saison Motorprobleme auf. Frentzen, der in der Eifel seinen 150. Grand Prix bestreitet, drehte die Qualifikationsrunde im einzigen Ersatzwagen und belegte in 1:34,00 Minuten Platz 15. "Wir sind ohne Test in das T-Car und hatten keine Zeit zum Abstimmen", meinte er.

In der rekordverdächtigen Zeit von 21 Minuten wechselten die Sauber-Mechaniker den Motor an Heidfelds Wagen. Doch das nützte ihm nichts: Nach wenigen Sekunden war für ihn die Qualifikation beendet. Durch den schnellen Wechsel habe es einen Fehler in der Hydraulik gegeben, vermutete Frentzen: "Ich glaube, dass die Bremsen nicht gingen." Der völlig frustrierte Heidfeld geht als Letzter ins Rennen.

Chancen für Vertragsverlängerung Ralf Schumachers gestiegen

Für Ralf Schumacher sind indes die Chancen auf einen neuen Vertrag bei BMW-Williams gestiegen. Einen Tag nachdem sich der deutsche Autokonzern und der Rennstall des Briten Frank Williams über eine Fortsetzung ihrer Formel-1-Kooperation bis 2009 geeinigt hatten, signalisierten sowohl Schumacher-Manager Willi Weber als auch BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit zwischen dem Team und dem 27 Jahre alten Piloten. Die Verträge des Kerpeners und seines Teamkollegen Montoya laufen im kommenden Jahr aus.

"Ich halte unsere Fahrer für eine der stärksten Kombinationen in der Formel 1 und sehe keinen Grund, warum wir nicht über 2004 hinaus weiter mit Ralf und Juan Pablo weiterfahren können", sagte Theissen. Manager Weber meinte: "Wir können jetzt nur Signale senden." Ralf Schumacher fährt seit 1999 für Williams. BMW ist seit 2000 Partner und Motorenlieferant der Briten.

Ecclestone überreicht Trophäe an die deutschen Fahrer

Am Abend zuvor hatte Formel-1-Chef Bernie Ecclestone bei der "Feierstunde 100 Jahre ADAC" die nach ihm benannte Trophy dem deutschen Fahrer-Quartett überreicht. Mit dem seit 1984 vergebenen Preis des Automobil-Weltverbandes (FIA) wurden die vier Fahrer zum vierten Mal insgesamt und zum dritten Mal hintereinander als punktbeste Formel-1-Nation ausgezeichnet. "Das ist nicht mein Preis. Das ist ein Preis für uns alle", betonte Michael Schumacher.

DPA

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