Formel-1-Skandal Grölte Massa "schwuler Schumi"?


Auf der großen Ferrari-Party nach dem Formel-1-Finale soll Felipe Massa gemeinsam mit Ex-Ferraristi Rubens Barrichello böse Schmählieder auf Michael Schumacher gesungen haben. Das berichten brasilianische Medien. Dabei wird Massa und Schumi eigentlich ein exzellentes Verhältnis nachgesagt.
Von Klaus Bellstedt

Eigentlich waren sie doch alle zufrieden: Die Silbernen und Lewis Hamilton hatten im letzten Rennen der Saison in Sao Paulo gerade den WM-Titel eingefahren, und auch Ferrari konnte nicht groß meckern. Massa hatte immerhin sein Heimrennen gewonnen. Auch wenn er um Haaresbreite an der Weltmeristerschaftskrone vorbeigeschlittert war, die traditionell feierwütige Scuderia ging einigermaßen gut gelaunt in die Abschlussparty. Dennoch brannten zu vorgerückter Stunde bei einigen - nach Medienberichten - die Sicherungen durch. Genauer gesagt: Bei Felipe Massa und Ex-Ferraristi Rubens Barrichello.

Der Eklat soll sich am Sonntag weit nach 24 Uhr im Szeneclub "Disco" abgespielt haben. Auf der großen Ferrari-Sause sollen ausgerechent Felipe Massa und Schumis Ex-Kollege Barrichello vor Hunderten Gästen auf einer Bühen stehend "Schumacher, viado" gesungen haben. Überstezt heißt das: "Schumacher, der Schwule". Das berichtet zumindest die brasilianische Sportzeitung "Lance". Massa soll wohl erst leicht verlegen reagiert haben, später aber habe er dann auch mit in Barrichellos Schmähgesang eingestimmt.

Weber zeigt sich enttäuscht

Ein Ferrari-Sprecher behauptet: "Solange Ferrari-Mitarbeiter auf der Party waren, ist nichts passiert." In der "Lance" sowie in weiteren Medien in Spanien und Italien liest sich das allerdings anders. Schumachers Manager Willi Weber sagte der Bild: "Dass Rubens so etwas macht, überrascht mich nicht. Das Verhältnis der beiden war früher angespannt, weil Rubens sich immer für ebenbürtig hielt." Aber es könnte auch der Frust über die eigene katastrophale Saison gewesen sein, die zur peinlichen Entgleisung "Rubinhos" geführt hat. Wenn es sich denn wirklich so zugetragen haben sollte. Die vergangene Saison war für Barrichello jedenfalls geprägt von Ausfällen und Startplätzen im Niemandsland. Zudem ist seine Zukunft als Formel-1-Fahrer bei Honda noch nicht gesichert. Barrichello soll übrigens stark alkoholisiert gewesen sein.

Enttäuscht zeigte sich Weber vor allem über die Tatsache, dass Massa mitgemacht haben soll: "Bei Felipe überrascht es mich, weil sich die beiden sehr sehr gut verstehen und fast Freunde sind." Und in der Tat: Dass sich Felipe Massa zu einem derartigen Fehltritt hinreißen ließ, ist verwunderlich. Dem 27-Jährigen wurde stets ein gutes Verhältnis zu Schumacher nachgesagt. Wer weiß, vielleicht meinten die beiden Frustierten ja auch gar nicht Michael Schumacher, sondern seinen Bruder Ralf. Aber auch das würde die peinliche Entgleisung keinen Deut besser machen. Jetzt muss schnell eine Entschuldigung her.


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