Formel-1-Training in Barcelona Rosberg-Auto nach Bestzeit abgeschleppt


Verrückter Auftakt zum ersten Europa-Rennen der Formel-1-Saison: "Trainings-Weltmeister" Nico Rosberg musste nach erneuter Tagesbestzeit in Barcelona seinen Williams-Toyota abschleppen lassen - auch BMW-Sauber ging durch ein Wechselbad der Gefühle.

Die deutsche WM-Hoffnung Sebastian Vettel begnügte sich am Freitag auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona mit den Plätzen 13 und 7. Zwei Tage vor dem Großen Preis von Spanien blieben nach den beiden Trainingsdurchgängen mehr Fragen offen als es Antworten gab. Eher unwahrscheinlich ist allerdings, dass Ferrari mit den enttäuschenden Resultaten seiner Piloten Kimi Räikkönen und Felipe Massa nur bluffte. Die richtige Tendenz will Erzrivale McLaren- Mercedes mit Weltmeister Lewis Hamilton (14./13.) ausgemacht haben. "Unsere Zeiten am Nachmittag bei der Rennsimulation waren nicht so schlecht. Die Richtung stimmt, seit wir beim Testen hier vor zwei Monaten im Niemandsland waren", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Hoffnungen machte er Hamilton, der sich zwischen den beiden Trainingseinheiten wenigstens über die Aufnahme in die "Champions Avenue" auf dem Circuit de Catalunya freuen durfte, nicht unbedingt: Das Top-Ten-Qualifying am Samstag sei schwer zu erreichen.

Siebte Bestzeit für Rosberg

Wer wird die fünfte Pole Position des Jahres nun aber unter sich ausmachen? Der WM-Führende und dreimalige Saisonsieger Jenson Button gab sich im Brawn-Mercedes nach Bestzeit im ersten Übungsabschnitt mit Rang sechs im zweiten zufrieden. Vettel (Heppenheim) dürfte ebenfalls längst nicht alles aus seinem starken Red Bull herausgeholt haben. Die zudem als stark einschätzten Toyota-Piloten Timo Glock (Wersau) und Jarno Trulli (Italien) belegten nach den Plätzen acht und zwei zu Beginn die beiden letzten Ränge. Glocks Landsmann Adrian Sutil (Gräfelfing) konnte im zweiten Training mit seinem Force India nicht auf den 4,655 Kilometer-Kurs mithalten.

Rosberg schon, nur nicht bis zum Schluss. 43 Runden drehte der Williams-Mann aus Wiesbaden, dann musste er vorzeitig aussteigen. Hilf- und ratlos verharrte Rosberg mit dem Helm auf dem Kopf neben seinem im Gras geparkten Auto. Dennoch reichte es zu seiner siebten Bestzeit in bisher 13 Einheiten. Teamkollege Kazuki Nakajima (Japan) fuhr die zweitbeste Zeit des Tages.

WM-Titelprämie von 350.000 Euro für Vettel

Vielversprechend platzierte sich auch Landsmann Nick Heidfeld (Mönchengladbach) nach anfänglichen Problemen am F1.09 im ersten Training: Rang vier hinter Teamkollege Robert Kubica im zweiten BMW- Sauber, der nach den weitgehend enttäuschenden Vorstellungen in den ersten vier Rennen einer Generalüberholung unterzogen worden war. Im zweiten Training kamen die beiden dann aber nicht über die Plätze 16 und 17 hinaus. "Das Auto ist noch nicht perfekt eingestellt. Die erste Analyse unseres neuen Aerodynamik-Paketes zeigt, dass die Änderungen auf der Strecke ankommen", kommentierte BMW- Motorsportdirektor Mario Theissen den Auftritt.

Vor dem fünften von 17 WM-Läufen führt der Brite Button mit 31 Punkten vor seinem brasilianischen BrawnGP-Kollegen Rubens Barrichello (19). Vettel ist Dritter mit 18 Punkten. Für den Fall der Fälle am Ende der Saison hat der 21-jährige Heppenheimer aber schon vorgesorgt: Laut "Bild"-Zeitung (Freitag) hat sich Vettel eine WM- Titelprämie von 350.000 Euro garantieren lassen.

DPA/kbe


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