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Formel1: Michael Schumacher mit eisernen Nerven zum ersten Saisonsieg

Mit Trauerflor am Overall hat Michael Schumacher am Ostersonntag seinen ersten Saisonsieg errungen und eindrucksvoll die erhoffte Wende in der Formel-1-Weltmeisterschaft eingeleitet.

Trotz des Todes seiner Mutter am Vormittag gewann der fünfmalige Weltmeister das Ferrari-Heimrennen in Imola und wurde wie im Vorjahr von den Tifosi auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari stürmisch gefeiert. Zweiter beim Großen Preis von San Marino wurde der Finne Kimi Räikkönen im «Silberpfeil», der damit seine WM-Führung mit nunmehr 32 Punkten verteidigte. Sein schottischer Teamkollege David Coulthard (19) bleibt Zweiter, Michael Schumacher schob sich dank seines fünften Imola-Erfolges mit 18 Zählern vom achten auf den dritten Platz vor.

Sieg unter Tränen

Auf dem Siegerpodest kämpfte Schumacher mit den Tränen. Der Internationale Automobilverband FIA hatte dem Kerpener und seinem Bruder Ralf nach dem Trauerfall in der Familie frei gestellt, an der sonst obligatorischen Zeremonie teilzunehmen. Die Schumacher-Brüder wollten unmittelbar nach dem Rennen - ohne Interviews zu geben und auf der FIA-Pressekonferenz zu erscheinen - nach Köln zurückfliegen. Deshalb stellte sich Ferrari-Teamchef Jean Todt den Medien.

Ferrari mit bester Strategie

Nach drei enttäuschenden Rennen und dem schlechtesten Saisonauftakt seiner Karriere verdiente sich Schumacher seinen 65. Grand-Prix-Sieg vor allem durch eine konzentrierte Leistung, konstant schnelle Runden und drei perfekte Boxenstopps. Die Zwei-Stopp-Strategie von McLaren-Mercedes ging dagegen nicht auf. Schumacher kam nach 1:28:12,058 Stunden ins Ziel und konnte es auf den letzten Runden sogar «ausrollen» lassen; deshalb kam Räikkönen noch einmal auf und hatte nur 1,882 Sekunden Rückstand. Dritter wurde der Brasilianer Rubens Barrichello im zweiten Ferrari (2,291 Sek. zur.).

Sauber weiter hinten

Williams-BMW-Pilot Ralf Schumacher, der zunächst geführt hatte, wurde nach 62 Runden Vierter. Die beiden Sauber-Piloten hatten mit dem Ausgang des unspektakulären vierten Saisonrennens nichts zu tun: Nick Heidfeld wurde Zehnter und verwies seinen Mönchengladbacher Team- und Stadtrivalen Heinz-Harald Frentzen knapp auf Rang elf.

Vorjahres-Ferrari ehrenvoll in Rente

Der Vorjahres-Ferrari F2002 wurde von Michael Schumacher wie von ihm gewünscht ehrenvoll in Rente geschickt. Nur das Startduell musste der Pole-Mann an diesem Sonntag verloren geben: Bruder Ralf zog im weiß-blauen Williams-BMW sofort am roten Ferrari vorbei. Doch das ließ sich der Weltmeister nicht so einfach gefallen: Michael Schumacher wollte die Führung zurück, seine ersten beiden Angriffe wurden vom etwas schnelleren BMW-Piloten allerdings abgewehrt.

Boxenstopp brachte Führung

Barrichello verfolgte das Bruderduell an dritter Position im Windschatten seines Ferrari-Kollegen Schumacher. Auch Juan Pablo Montoya (Kolumbien) blieb im zweiten Williams-BMW auf Tuchfühlung. Zwischen Runde 16 und 18 kam das Führungsquartett zum ersten Stopp in die Box - und der Sieger des Wechselspiels hieß Michael Schumacher. Während Bruder Ralf wertvolle Sekunden beim Tanken und Reifenwechsel verlor, machte der Titelverteidiger die entscheidende Zeit gut, weil er zwei Runden länger im Kreisverkehr blieb. Und beim Service ging dann alles blitzschnell: Nach nur 8,2 Sekunden war Michael Schumacher von der Ferrari-Crew abgefertigt und scherte vor seinem jüngeren Bruder wieder auf die Strecke.

Am Schluss 'ausrollen' lassen

Als später auch die «Silberpfeile» Kimi Räikkönen und David Coulthard zum Stopp mussten, war der Weltmeister wieder vorn. Vorsprung vor Ralf Schumacher nach einem Drittel des Rennens: 6,2 Sekunden. Auch danach ließ sich Michael Schumacher nicht mehr vom Siegkurs abbringen und konnte es auf den letzten Runden sogar «ausrollen» lassen.

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