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Großer Preis der Türkei: Vettel verliert Pole an Webber

Pech für Sebastian Vettel: Ein blockierendes Rad an seiner "Randy Mandy" hat ihn auf dem Weg zur sicher geglaubten Pole-Position ausgebremst. Der Australier Mark Webber zog an ihm vorbei. Auch Michael Schumacher konnte sich beim Qualifying in Istanbul gut platzieren.

In der Qualifikation zum Großen Preis der Türkei musste der Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel am Samstag in Istanbul im letzten Durchgang hilflos zusehen, wie sein schärfster WM-Rivale und Teamkollege Mark Webber sich zum vierten Mal in dieser Saison Startposition eins sicherte. Auch McLaren-Pilot Lewis Hamilton überflügelte Vettel noch, so dass der 22-Jährige am Sonntag nur vom dritten Platz das siebte Rennen des Jahres angehen kann.

"Es ist ein wenig frustrierend", sagte Vettel mit bitterer Miene. Nach dem obligatorischen Wiegen war er noch einmal zu seinem "Randy Mandy" ("Scharfe Mandy") getauften Wagen gegangen, um ihn zu inspizieren. Er wusste nicht, was los war, zumal sich "Mandy" in den ersten beiden Qualifikations-Durchgängen als perfekte PS-Partnerin erwies. "Ich weiß nicht, was im letzten Qualifying passiert ist", meinte der Vize-Weltmeister. Das linke Vorderrad habe blockiert und sei erst wieder gerollt, als er die Richtung änderte.

Webber hatte hingegen überhaupt keine Probleme. In 1:26,296 Minuten sicherte der 33-Jährige seinem Team die siebte Pole-Position. Für Vettel war das Ergebnis nach den Niederlagen in Spanien und in Monte Carlo ein weiterer Rückschlag im teaminternen Duell mit Webber. "Immerhin starte ich von der sauberen Seite", sagte Vettel - ein wirklicher Trost war das nicht. Schon häufig in dieser Saison hatte dem WM-Zweiten die Technik einen Streich gespielt. Nun sind die Chancen, in seinem 50. Grand Prix erstmals die WM-Führung zu übernehmen, arg geschrumpft.

Schumacher startet aus der dritten Reihe

Ein psychologisch wichtiger Erfolg gelang Michael Schumacher. Der Rekordweltmeister und Rückkehrer positionierte sich im stärker werdenden Mercedes als Fünfter zum zweiten Mal in dieser Saison vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg, der Sechster wurde. "Michael hat eine astreine Leistung hingelegt", lobte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Auf den dritten Startplatz fehlt Michael eine Zehntelsekunde, und Nico fehlen zwei."

"Das ist ein gutes Duell, denke ich. Ich muss halt das Beste herausholen, dann kann ich ihn schlagen", meinte der 41-jährige Schumacher, nachdem er als Zehnter des zweiten Qualifikations- Abschnitts gerade noch den Durchgang um die Pole-Position geschafft hatte. Auch Rosberg war zufrieden: "Wir haben einen Schritt nach vorn gemacht. Aber wir müssen noch weiter hart arbeiten."

Pech für Ferrari

Die anderen drei Mitglieder der deutschen Fahr-Gemeinde verpassten den Sprung unter die Top Ten. Adrian Sutil wurde im Force India Elfter, Nico Hülkenberg im Williams 17. Für Timo Glock (21.) war das Ausscheidungsfahren im unterlegenen Virgin erwartungsgemäß schon nach dem ersten Durchgang beendet.

Für Ferrari geriet die Qualifikation beinahe zum Desaster - und das ausgerechnet vor dem 800. Grand Prix der Scuderia. Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien wurde nur 12. und konnte erst gar nicht in den Kampf um die Pole eingreifen. Der Brasilianer Felipe Massa hielt den Schaden als Achter auch nur unzureichend in Grenzen.

Mann der Stunde ist hingegen Webber. Zwei Siege hintereinander und die dritte Pole-Position in Serie - der Australier ist plötzlich zum WM-Kandidaten Nummer eins aufgestiegen. Vor dem siebten von 19 Rennen liegt der in England lebende Webber mit 78 Punkten an erster Stelle der Wertung. Vettel ist punktgleich Zweiter, hat aber erst einen Grand Prix in dieser Saison gewonnen. Dritter ist Alonso (75). Rosberg (56) ist als zweitbester Deutscher Achter vor Schumacher (22).

DPA/tib / DPA

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