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Großer Preis von Malaysia: Silberpfeile werden strafversetzt

Rückschlag für McLaren-Mercedes: Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen sind beim Großen Preis von Malaysia in der Startaufstellung um jeweils fünf Plätze zurückversetzt worden. Sie hatten einen deutschen Fahrer im Qualifying behindert.

Zu diesem Urteil kamen die Sportkommissare des Automobil-Weltverbandes nach Anhörung aller Beteiligten und Auswertung der entsprechenden Telemetrie-Daten. Ein Protest gegen die Strafe ist laut Fia nicht möglich.

Damit startet der Finne Kovalainen am Sonntag (8.00 Uhr MEZ/im Liveticker von stern.de) anstatt vom dritten nun vom achten Platz in das zweite Rennen der Formel-1-Saison 2008. Teamkollege und WM-Spitzenreiter Hamilton steht auf Position neun. Der Brite hatte am vergangenen Sonntag den WM-Auftakt in Melbourne souverän gewonnen.

Heidfeld hatte sich beschwert

Der Strafe vorausgegangen war eine Beschwerde des BMW-Sauber-Piloten Nick Heidfeld. Der Mönchengladbacher fühlte sich auf seiner letzten schnellen Runde im Qualifying am Samstag von Hamilton und Kovalainen behindert. Seiner Meinung nach waren die beiden Silberpfeil-Piloten auf ihrer Auslaufrunde extrem langsam unterwegs und haben dabei die Ideallinie blockiert.

"Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass man nicht im Weg zu stehen hat", schimpfte der Formel-1-Pilot, der in seinem BMW-Sauber Siebter der Qualifikation für den Großen Preis von Malaysia wurde. "Vor Kurve vier habe ich viel Zeit verloren, weil dort beide McLaren-Mercedes auf der Ideallinie rollten. Das hat mich sicher zwei Zehntelsekunden gekostet, und das hätte Platz drei anstatt Platz sieben bedeutet", ärgerte sich der 30-Jährige.

Heidfeld rückte durch die Strafversetzung der Silberpfeile vom siebten auf den fünften Platz vor. Die Pole Position hatte sich der Brasilianer Felipe Massa vor seinem Teamkollegen und Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) gesichert.

Theissen: "Es war eine gefährliche Situation"

"Es waren einige Autos langsam unterwegs", meinte Heidfeld, fügte aber betont hinzu: "Die standen nicht im Weg." Einem Formel-1- Rennfahrer müsse man das eigentlich nicht erklären. "Für mich geht das Urteil auch aus einem anderen Grund noch in Ordnung. Die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Nick und den beiden anderen betrug über 200 Stundenkilometer, so dass eine wirklich gefährliche Situation entstand", betonte Theissen.

"Es war unglücklich", hatte McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh schon vor der Fia-Entscheidung eingeräumt: "Und es war etwas, mit dem niemand glücklich sein kann." Der Brite erklärte zugleich, dass es keine Absicht gewesen sei. Man gehe aber davon aus, Nick nicht behindert zu haben, so Whitmarsh weiter. Damit konfrontiert, meinte Heidfeld: "Ich kann nicht glauben, dass McLaren das gesagt hat. Wenn sie ihr Möglichstes getan haben, dann haben sie es nicht gut gemacht."

Gestört durch die Unachtsamkeit fühlte sich pikanterweise auch der ehemalige McLaren-Mercedes-Pilot Fernando Alonso. Der Spanier sprach bei den Rennkommissaren ebenfalls vor, nachdem er im letzten Zeitabschnitt der Qualifikation den neunten Rang belegt hatte. Alonso rückte auf Platz sieben vor.

Fahrer wollen Benzin sparen

Dass die Fahrer Benzin sparen wollen nach ihren schnellen Runden, liegt vor allem an einer Regeländerung für diese Saison. Demnach dürfen die Teilnehmer an der Top-Ten-Qualifikation nicht mehr wie im Vorjahr den verbrauchten Sprit nachtanken. Sie müssen mit derselben Menge ins Rennen gehen, mit der sie die Qualifikation beenden. Dies beeinflusst wiederum die Tank- und Boxenstopp-Strategie.

SID/DPA / DPA

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