MOTORSPORT Michele Alboreto tödlich verunglückt


Der frühere Formel-1-Fahrer Michele Alboreto ist bei gestern Testfahrten auf dem Lausitzring bei Berlin tödlich verunglückt.

Der frühere Formel-1-Fahrer Michele Alboreto ist bei gestern Testfahrten auf dem Lausitzring bei Berlin tödlich verunglückt. Die Ursache für den Unfall des 44 Jahre alten Audi-Werksfahrers aus Italien war am Abend noch unklar. »Wir wissen noch nicht, was passiert ist«, sagte Audi-Sprecherin Petra van Oyen. Das Unglücksauto ist von der Staatsanwaltschaft in Cottbus beschlagnahmt worden. Bisher gibt es nach Auskunft eines Polizeisprechers noch keinen Aufschluss über die Unfallursache

Mehrfach überschlagen

Alboretos Audi R8 war auf dem erst vor acht Monaten eröffneten Kurs auf einem geraden Streckenabschnitt, als das Fahrzeug bei weit über 300 km/h aus bisher noch ungeklärter Ursache ausbrach und sich mehrfach überschlug.

Audi Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich bezeichnete in einer ersten Stellungnahme den Unfall als »unfassbare Tragödie«. Das Fahrzeug habe in der Saisonvorbereitung auf verschiedenen Strecken bereits tausende Testkilometer ohne Probleme zurückgelegt.

»Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um diesen Unfall restlos aufzuklären. Aber zu allererst gehören unsere ganze Anteilnahme und unser Mitgefühl Micheles Frau Nadia, seinen zwei Töchtern und der ganzen Familie«, sagte Ullrich heute.

194 Rennen in der Formel 1

Der in Mailand geborene Alboreto war von 1981 bis 1994 in der Formel 1 für Tyrrell, Ferrari, Lola und Footwork aktiv. In der Fahrerweltmeisterschaft wurde er im Jahre 1985 im Ferrari hinter Alain Prost Zweiter. Insgesamt feierte er bei 194 Rennen in der Automobilsport-Königsklasse fünf Siege.

Seit 1999 fuhr der Italiener für Audi in der American-Le-Mans-Serie (AIMS). Seinen letzten Sieg errang er am 18. März in Sebring im US- Bundesstaat Florida, wo er mit Rinaldo Capello ein Zwölf-Stunden- Rennen gewann.

Trauer bei Ferrari

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo zeigte sich tief betroffen über den Tod des ehemaligen Ferrari-Fahrers: »Michele spielte als Fahrer eine wichtige Rolle in der Geschichte Ferraris. Er war sehr intelligent und legte großen Wert auf die technische Weiterentwicklung des Autos. Sein Tod war ein harter Schlag und erfüllt mich mit tiefer Traurigkeit«.


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