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Silverstone: Alonso erobert Pole-Position

Der WM-Führende Fernando Alonso startet beim Großen Preis von Großbritannien aus der ersten Reihe. Weltmeister Michael Schumacher geht als Neunter ins Rennen.

Formel1-Weltmeister Michael Schumacher ist auch in der Qualifikation zum Großen Preis von Großbritannien in Silverstone den Besten nur hinterher gefahren. Während der spanische Renault-Pilot Fernando Alonso seine vierte Pole Position in diesem Jahr eroberte, startet der Kerpener in seinem Ferrari als Neunter nur aus Reihe fünf. In 1:21,275 Minuten auf dem 5,141 Kilometer langen Traditionskurs in Mittelengland lag der 36-Jährige 1,370 Sekunden hinter Alonso (1:19,905) zurück. "Der Reifendruck war hinten zu hoch", sagte Michael Schumacher.

Finne Räikkönen ohne Fortune

Der große Pechvogel war erneut Kimi Räikkönen. Zwar fuhr der Silberpfeil-Pilot in 1:19,932 Minuten die zweitschnellste Zeit in der Qualifikation. Doch am Vormittag warf ihn zum zweiten Mal innerhalb von acht Tagen ein Motorschaden an seinem McLaren-Mercedes zurück. Sein Motor musste gewechselt werden. Dem Reglement entsprechend muss er sich in der Startaufstellung zehn Plätze weiter hinten aufstellen. Deshalb steht der Brite Jenson Button nach seiner drittbesten Zeit im BAR-Honda neben Alonso in der ersten Startreihe.

Neben Michael Schumacher, der eigentlich nur die zehntbeste Zeit gefahren war, profitierte auch Ralf Schumacher vom Missgeschick des Finnen. Der Toyota-Pilot, der in 1:21,191 Minuten die neuntschnellste Qualifikationszeit erzielte, startet als Achter. BMW-Williams-Pilot Nick Heidfeld (1:22,117) kam nicht über Rang 14 hinaus.

"Das ist nicht der Weg, um die Weltmeisterschaft zu gewinnen, wenn man jedes Mal zehn Plätze nach hinten versetzt wird. Ich hoffe, das war das letzte Mal", meinte der 25-jährige Räikkönen, der morgen nur von Platz 12 aus ins Rennen geht. Schon eine Woche zuvor streikte beim Großen Preis von Frankreich in Magny- Cours im Training der Motor seines Autos. Er startete von Position 13 aus und wurde nach einer furiosen Jagd hinter Alonso noch Zweiter.

"So etwas darf nicht passieren. Das ist keine Hilfe im WM-Kampf", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Zwei Motorschäden hintereinander seien zu viel. "Wir wollen hoffen, dass Kimi etwas Ähnliches hinbekommt wie in der letzten Woche. Wer uns kennt, weiß, dass wir nicht aufgeben werden", sagte Haug. "Kimi muss einem Leid tun", meinte Weltmeister Michael Schumacher.

Nach Alonsos erneut überzeugenden Vorstellung hat auch Michael Schumacher seine Zweifel, dass der 23-Jährige noch gestoppt werden kann. "Es wird schwierig. Ich bin sicherlich kein aussichtsreicher Kandidat - und Kimi auch nicht", antwortete der Kerpener auf die Frage, wer den jungen Spanier noch gefährden könne. Vor dem elften von 19 Saisonrennen führt Alonso mit 69 Zählern vor Räikkönen (45) und Schumacher (40).

Für die anderen beiden deutschen Fahrer lief die Qualifikation in Silverstone durchwachsen. "Ich bin soweit zufrieden. Es war eine recht saubere Runde. Schneller ging es nicht", sagte Ralf Schumacher, der jedoch abermals hinter seinem Toyota-Teamkollegen Jarno Trulli lag. BMW-Williams-Pilot Heidfeld und sein Teamkollege Mark Webber hatten wie schon in Magny-Cours als 14. und 12. nicht den Hauch einer Chance. "Das Paket ist in dieser Form für vordere Plätze nicht gut genug", kritisierte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Claas Henning/DPA / DPA

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