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1. Bundesliga: Bayern schießt Hoffenheim mit 7:1 ab

"Aufbaugegner bezeichnet einen Kontrahenten, der seinem Gegenüber im Wettkampf Erfolg und Selbstbewusstsein verschaffen soll.“ Was Wikipedia vordekliniert, füllte die TSG Hoffenheim mit Leben. Zweikämpfen ging man aus dem Weg, Abspielfehler reihte sich an Abspielfehler, und die Bayern dankten es mit sieben Toren.

Mit einer Demonstration der Stärke hat der FC Bayern München seinen 900. Sieg in der Bundesliga eingefahren. Drei Tage vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Basel schoss der deutsche Rekordmeister 1899 Hoffenheim mit 7:1 (5:0) ab.

Mario Gomez (5. Minute/35.), Arjen Robben (12./Foulelfmeter/29.) und Toni Kroos (18.) sorgten für die Pausenführung. Nach dem Seitenwechsel schraubten Gomez (48.) und Franck Ribéry (58.) das Ergebnis für die turmhoch überlegenen Gastgeber hoch. Den Ehrentreffer besorgten die Münchner durch ein Eigentor (85.) von Luiz Gustavo selbst zum 1:7.

Für die maßlos überforderten Hoffenheimer war es die höchste Bundesliga-Niederlage. Die Münchner verpassten knapp wie beim 7:0 gegen Freiburg (September 2011) und gegen Hannover 96 (April 2010) den höchsten Arena-Heimsieg.

Lakic und Schipplock angeschlagen

Hoffenheim musste einige Akteure ersetzten. Andreas Beck fehlte gelb-gesperrt, Srdjan Lakic fiel wegen einer Dehnung des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie aus und auch Sven Schipplock meldete sich mit einem Riss des vorderen Außenbandes dienstuntauglich. Bei den Bayern fehlte Rafinha angeschlagen, dafür rückte David Alaba ins Team. Philipp Lahm spielte auf der rechten Seite, Alaba übernahm dafür die Linksverteidigerposition.

Bayern machte von Beginn an Druck und die Gäste wirkten unsicher. Der erste Treffer ließ somit auch nicht lange auf sich warten, Mario Gomez war bei einem Abpraller, nach Flachpass von Thomas Müller zur Stelle und traf zum 1:0 (5.). Nur wenig später drang Philipp Lahm in den Sechzehner der Gäste, nach einem missglückten Abspiel gelangte er erneut an den Ball, aber Marvin Compper stellte sein Bein in den Weg und es gab völlig verdient den fälligen Strafstoß. Arjen Robben verwandelte zum frühen 2:0 für die Bayern (12.).

Kein Gegner, nur ein Opfer 

Hoffenheim verlor weiterhin fast jeden Ball im Spielaufbau und nach einer erneuten Bitte an die Bayern, doch endlich ein weiteres Tor zu erzielen, war Toni Kroos so frei, aus 18 Metern ins linke untere Eck zu treffen (19.). Hoffenheim wurde nicht besser, nach dem nächsten schnellen Ballverlust im Spielaufbau war Arjen Robben nach feinem Pass von Franck Ribery zur Stelle und schoss zum 4:0 für die Gastgeber ein (29.). Nach einem missglücktem Befreiungsschlag griff Ribery über die rechte Seite an, flankte auf Gomez, der sechs Meter vor dem Tor unbewacht einköpfen konnte (35.).

Einen schwächeren Auftritt, als den der TSG Hoffenheim, hatte selbst der älteste Bayern-Spezi noch nicht gesehen. Die Babbel-Elf verlor nahezu jeden Ball im Spielaufbau, das Zweikampfverhalten wurde eingestellt und jedem Bayernspieler wurde viel Platz zum spielen gelassen. Selbst Tasmania 1900 Berlin war 1965/66 besser als diese Hoffenheimer Mannschaft. Das erfolgloseste Team in der Geschichte der Bundesliga verlor in München nur 1:2.

TSG auch in Halbzeit zwei nicht besser 

Hoffenheim kam scheinbar ohne das Ziel aus der Kabine, hier etwas ändern zu wollen. Nach einer Ecke blieb Tom Starke unentschlossen, Compper patzte erneut und Gomez durfte locker und leicht zum 6:0 einköpfen (48.). Der dreifache Torschütze Mario Gomez durfte dann leicht angeschlagen das Feld verlassen, Ivica Olic kam in die Partie (55.). Das nächste Tor machte aber nicht Olic, sondern Ribery. Die Bayern konterten die Gäste schulmäßig aus, Robben bediente Ribery, der Starke umkurvte und zum 7:0 einschob (58.).

Hoffenheim blieb gleich schlecht, die Bayern schalteten zwei Gänge zurück und so passierte, außer dem Ehrentreffer, nichts mehr. Luiz Gustavo war den Hoffenheimern behilflich (85.). Das Spiel lief das Spiel ohne große Aufregung aus. Aufregen könnte sich Markus Babbel, denn sein Team ergab sich von Beginn an ohne jede nennenswerte Gegenwehr.

Ist Bayern so gut wie Barca?

Man darf darauf gespannt sein, ob Markus Babbel sein Team ähnlich verteidigt, wie es Robin Dutt nach der Niederlage seiner Leverkusener in Barcelona tat. Wir sind der Meinung, Bayern ist nicht Barca und diese Leistung der Hoffenheimer war an diesem Tag nicht einmal zweitligatauglich.

Michel Massing 

sportal.de / sportal

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