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1. Bundesliga Bundesliga-Check - Werder Bremen


Andere Clubs haben es vorgemacht, nun setzt auch Werder Bremen auf die Jugend und will mit dem jüngsten Mittelfeld aller Zeiten in die Rückrunde gehen. Wo die Grün-Weißen damit landen, verraten wir Ihnen im nächsten Teil unseres Bundesliga-Checks.

Nach Platz 13 in der Vorsaison und dem langen Kampf gegen den Abstieg lief es bei Werder Bremen in dieser Spielzeit bisher wesentlich runder und ruhiger, aber immer noch offenbart das Team große Schwächen, die es hindern, in der Tabelle ganz nach oben vorzustoßen.

Zu groß ist die Diskrepanz zwischen den Auftritten daheim und auf fremden Plätzen. Während im Weserstadion nur gegen Meister Borussia Dortmund die Punkte verloren gingen, war für die Grün-Weißen in der Fremde meistens nichts zu holen. Schwach waren auch die Spiele gegen andere Top-Mannschaften. Zu häufig endeten die Partien für Werder mit einer richtigen Klatsche. Doch schauen wir, was uns in der Rückrunde erwartet.

Falschester Satz aus dem Sommer-Check
"Mit Ekici wurde genau der Spieler verpflichtet, mit dem die Bremer wieder zur Raute gefunden haben", sagten wir im Sommer und müssen nun leider attestieren, dass der Neuzugang vom 1. FC Nürnberg dem Spiel von Werder Bremen in der Hinrunde nur bedingt seinen Stempel aufdrücken konnte. 14 Spiele absolvierte Ekici vor der Winterpause, keines über die volle Spielzeit, dabei gelang ihm gerade einmal ein Treffer, was ihm die sportal.de-Durchschnittsnote von 3,8 einbrachte.

Vor der Saison hatte man sich von Ekici erhofft, dass er das Loch auf der zentralen Position hinter den Spitzen ausfüllen könnte, das Mesut Özil mit seinem Abgang zu Real Madrid vor anderthalb Jahren hinterließ. Doch, auch wenn der türkische Nationalspieler bis zu seiner Verletzung im Dezember alle Partien für Werder absolvierte, konnte er nicht überzeugen.

Hoffnung macht Ekicis Auftritt bei der Niederlage gegen den RSC Anderlecht, in der ersten Halbzeit riss er das Spiel an sich, führte im Mittelfeld Regie und bereitete den Führungstreffer durch Markus Rosenberg vor. In der Pause kam Markus Marin für Ekici in die Partie, der Faden im Bremer Spiel riss komplett und Werder verlor noch mit 1:2.

Größte Enttäuschung
Die größte Enttäuschung der Hinrunde war ohne Zweifel das Auftreten gegen andere Teams aus der oberen Tabellenhälfte. Gegen Schalke (0:5), Bayern München (1:4), Borussia Mönchengladbach (0:5), Borussia Dortmund (0:2), Bayer Leverkusen (0:1) und Hannover (2:3) setzte es allesamt Niederlagen, womit gegen die ersten sieben Teams der Tabelle verloren wurde.

Dabei gelang gegen die anderen Mannschaften auf den internationalen Plätzen nur ein einziger Treffer: Markus Rosenberg traf bei der 1:4-Niederlage in München. Vor allem das Auftreten der Bremer Mannschaft gab Anlass zur Sorge. Häufig lust- und ideenlos ergaben sich die Spieler nach einem Rückstand in ihr Schicksal und kassierten eine Packung.

Hinzu kommt noch die Bremer Auswärtsschwäche, während im Weserstadion sieben der acht Partien gewonnen werden konnten, gelangen auf fremden Plätzen gerade einmal zwei Erfolge, was Platz 12 in der Auswärtstabelle zur Folge hat.

Hoffnungsträger
Werder will weg von teuren Transfers, die in der letzten Zeit zu oft nicht funktioniert haben und verstärkt auf die Jugend setzen. Deshalb wurden in jüngster Vergangenheit auch vermehrt talentierte Nachwuchsspieler an die Weser geholt. Einer dieser Neuzugänge vor dieser Saison war Tom Trybull, der von Hansa Rostock nach Bremen kam. Viel wurde in der Hinrunde vor allem im Mittelfeld experimentiert, nun scheint Trainer Thomas Schaaf mit dem jüngsten Bremer Mittelfeld aller Zeiten die ersten Spiele der zweiten Halbserie angehen zu wollen.

Philipp Bargfrede (22), Aleksandar Ignjovski (20), Mehmet Ekici (21) und Tom Trybull (18) ließ Schaaf in den Spielen gegen Alkmaar und Anderlecht auflaufen, wobei vor allem Trybull neu in die Aufstellung gekommen ist. In der Hinrunde noch ohne Bundesliga-Einsatz soll der 18-Jährige links in der Raute die Offensive beleben.

Prognose
Die Hinrunde verlief für Werder erstaunlich gut, obwohl die Mannschaft auf dem Platz nur selten Bundesliga-Topniveau zeigen konnte. Vor allem die Auftritte gegen die direkte Konkurrenz und das Auftreten in fremden Arenen geben Anlass zu großer Besorgnis.

Offensiv ist das Team zudem zu sehr von Claudio Pizarro abhängig, der, wenn er nicht spielen kann, eine Riesenlücke hinterlässt. Für einen Platz in der Champions League muss eine deutliche Steigerung her, was im Moment aber nicht abzusehen ist, realistischer ist das Erreichen der Europa League, aber auch dafür muss eine Steigerung her.

Henning Schulz

sportal.de sportal

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