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1. Bundesliga: BVB genervt von Berichterstattung über Mario Götze

Die Fußball-Welt hat einen neuen Liebling und bei Borussia Dortmund ist man nicht sonderlich begeistert darüber, dass der Fokus nun auf der Leistung von Mario Götze liegt. Denn bei der Niederlage in Hoffenheim konnte der 18-Jährige nicht so glänzen, wie die Öffentlichkeit es nun jede Woche erwartet. Der BVB zeigte sich genervt.

Mario Götze wurde schon mit Lionel Messi verglichen und als neues Jahrhundert-Talent gepriesen. Da passt es nicht so ins Konzept, wenn der 18-Jährige Mal keinen Gala-Tag erwischt - so wie bei der 0:1-Niederlage gegen Hoffenheim. Die Medien hakten nach und beim BVB zeigte man sich schwer genervt.

So zeigte sich BVB-Coach Jürgen Klopp nach dem Spiel sichtlich angefressen, was aber nicht unbedingt an der Auswärtspleite lag. Denn Klopp musste sich gegenüber Journalisten rechtfertigen, warum der neue Wunderknabe nicht gezaubert hatte und frühzeitig ausgewechselt wurde. "Wir haben körperliche Müdigkeit festgestellt", antwortete Klopp kurz und knapp.

Götze selbst, der angeschlagen in die Partie gegangen war, verließ die mit 30.150 Fans ausverkaufte Rhein-Neckar-Arena kommentarlos durch den Hinterausgang. "Dass Mario nach dem intensiven Spiel gegen Hamburg und dem Länderspiel müde ist, war uns klar. In der Pause hat er gesagt, dass wir langsam an einen Wechsel denken sollten", sagte Klopp weiter.

Die Medien sind schuld

"Der eine oder andere war etwas müder als es gut gewesen wäre", stellte auch Sportdirektor Michael Zorc fest und erklärte weiter: "Mario war sicher ein wenig müde, dass ist auch ein Stück weit normal für einen 19-Jährigen. Da werden wir auch in Zukunft aufpassen." Aufpassen sollten nach Meinung von Klopp auch die Medien.

Denn nach den beiden überragenden Auftritten von Götze beim 3:1 gegen den HSV und dem 3:2 mit der DFB-Elf gegen Brasilien mahnte der Trainer zu mehr Sachlichkeit in den Medien. "Dass die Öffentlichkeit beim Erreichen von Zielen hilft, ist selten. Deshalb war ich nicht überrascht, dass Dinge überzeichnet wurden. Aber in der vergangenen Woche ist es über uns gekommen wie aus einem Füllhorn", geißelte er die Schlagzeilen über das Jahrhunderttalent und den möglichen Durchmarsch in der Bundesliga.

Dabei sind die Verantwortlichen des amtierenden Meisters nicht die einzigen Kritiker. Ebenfalls sehr deutlich wurde BVB-Kollege Mats Hummels. "Jeden hat das ein bisschen genervt, auch das Thema, was bei Mario los war. Da wurde teilweise keine Peinlichkeit ausgelassen", übte der BVB-Innenverteidiger Medienschelte.

Viele Chancen, wenig Tore

Dennoch waren es eben Kleinigkeiten, die letztendlich zwischen Sieg und Niederlage entschieden. Hätte Ivan Perisic (63.) mit seinem Kopfball nicht nur die Latte getroffen, der Samstags-Ausflug hätte noch erfolgreich verlaufen können. "Wir sind dem Rückstand nicht immer mit den richtigen Mitteln hinterhergelaufen, haben zu viel Klein-Klein gespielt. Und wir machen zu wenig Tore aus unseren Chancen. Das ist ein Problem", benannte Zorc die BVB-Schwächen gegen extrem leidenschaftliche Hoffenheimer.

Die ernteten den Lohn für "90 Minuten harte Arbeit", wie Trainer Holger Stanislawski zufrieden feststellte, weil Sejad Salihovic in der 9. Minute zu einem Kunstfreistoß der Marke Tor des Monats ansetzte. Aus 33,5 Metern hämmerte der Bosnier den Ball in den Winkel und erntete dafür auch vom Gegner viel Lob. "Den hat er sensationell reingehauen", sagte Klopp. Auch BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller zog seinen Hut: "Den hätte ich nicht einmal gehalten, wenn ich in der Ecke gestanden hätte. Das muss man hinnehmen und gratulieren."

So trat der Meister wie im Vorjahr mit leeren Händen die Rückreise aus dem Kraichgau an. "Gegen Hoffenheim kalkulieren wir schon nichts mehr ein", sagte Hummels. Für Klopp fühlte sich die Niederlage schlecht an, "weil sie nicht nötig war". Genauso wie sein heftiges Wortgefecht mit dem Vierten Offiziellen nach dem Abpfiff, da nach Informationen der Bild zuvor ein Wechsel nicht schnell genug angezeigt wurde.

Klopps Schlusskommentar: "Es gibt kaum Möglichkeiten, diese Dinge angemessen darzustellen. Deshalb habe ich mir angewöhnt, zu diesem Thema die Schnauze zu halten." Auf kicker.de wurde er noch deutlicher: "Alles was ich sage, kann gegen mich verwendet werden. Deshalb halte ich die Schnauze zu diesem Thema."

sportal.de / sportal

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