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1. Bundesliga: Diese Clubs sollten auf dem Transfermarkt noch zuschlagen

Während bei Borussia Dortmund derzeit die größte Sorge die Suche nach der Meisterfeier-Lokalität sein dürfte, gibt es bei den meisten anderen Bundesliga-Teams noch große Baustellen, die vor Ende dieser Transferperiode bearbeitet werden sollten. Wir haben die Lage in der Liga analysiert und nennen Ihnen die Clubs, bei denen Handlungsbedarf besteht.

Bis zum 31. Januar haben die Bundesliga-Clubs noch Zeit, neue Spieler zu verpflichten, danach müssen die Trainer mit dem dann bestehenden Kader auskommen. Welche Clubs haben noch Handlungsbedarf? Wir klären Sie auf:

Bayern München in der Innenverteidigung
Nach dem Mittelfußbruch von Daniel van Buyten will der FC Bayern keinen neuen Innenverteidiger verpflichten, obwohl der Belgier operiert werden muss und unbestimmte Zeit ausfallen wird. Mit Jerome Boateng und Holger Badstuber verbleiben noch zwei Innenverteidiger und wie Sportdirektor Christian Nerlinger betonte, können Luiz Gustavo und Anatoliy Tymoshchuk ebenfalls auf der Position spielen.

Die Bayern wollen um den Sieg in der Champions League mitspielen. Sieht man sich jedoch die Ersatzbank beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach an, gibt es eine auffallende Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Jörg Butt, David Alaba, Rafinha, Luiz Gustavo, Danijel Pranjic, Ivica Olic und Nils Petersen saßen dort bereit, einen der ersten Bayern-Elf zu ersetzen.

Wenn Luiz Gustavo nun für den verletzten Van Buyten in die Startelf rückt, dann ist es nicht mehr weit her mit der Breite des Bayern-Kaders. Wenn es wirklich um die Champions League gehen soll, dann sollte noch etwas getan werden und selbst für die Bundesliga könnte das vorhandene Personal diese Saison erneut nicht genügen.

Werder Bremen in der Innenverteidigung
Eigentlich hätte der Autor dieses Artikels die größte Bremer Baustelle im Werder-Sturm gesehen, wo ein zweiter torgefährlicher Angreifer neben Claudio Pizarro fehlt, aber nach den Ereignissen der letzten Tage muss dieses Problem wohl auf die Sommerpause verschoben werden, wo es dann aber zu einer Großbaustelle geworden sein könnte - in dem Fall, dass auch Pizarro den Club verließe.

Dringender Handlungsbedarf besteht nun aber in der Bremer Innenverteidigung. Der Fußball-Fan wird nun sagen, dass in der Werder-Innenverteidigung aufgrund der vielen Gegentore eigentlich immer Handlungsbedarf bestehe, aber nun ist es schlichtweg so, dass Trainer Thomas Schaaf die Spieler ausgehen.

War man vor der Saison mit Per Mertesacker, den damals noch verletzten Naldo und Mikael Silvestre, Sebastian Prödl sowie den Neuzugängen Andreas Wolf und Sokratis vermeintlich gut aufgestellt, kann Schaaf derzeit nur noch auf Sokratis und Silvestre zurückgreifen.

Mertesacker wurde für gutes Geld an den FC Arsenal abgegeben, Prödl wird nach seinem Kiefer- und Nasenbeinbruch gegen den 1. FC Kaiserslautern monatelang ausfallen und Wolf wechselt zum AS Monaco in die zweite französische Liga. Eigentlich hatte Sportdirektor Klaus Allofs ausgeschlossen, vor dem Ende dieser Transferperiode noch einmal aktiv zu werden, wird nun aber zum Handeln gezwungen.

Dabei soll die eine Million Euro, die für den Wechsel Wolfs im Raum steht, sofort wieder investiert werden. Gesucht wird im Ausland, da laut Allofs der nationale Markt derzeit wenig hergebe. Laut kreiszeitung.de ist der schwedische U 21-Nationalspieler Alexander Sjöström, den Werder schon seit längerer Zeit beobachtet, ein heißer Kandidat.

VfB Stuttgart im Angriff
Zwar haben die Stuttgarter Angreifer mit 15 Toren bereits mehr Treffer erzielt, als die komplette Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern (13), doch ein richtiger Stoßstürmer fehlt den Schwaben in dieser Saison. Cacau war erst viermal erfolgreich, Pavel Pogrebnyak gar erst einmal in 14 Einsätzen. Nach dem 1:3 gegen Schalke richten sich die Augen beim VfB nun Richtung Abstiegszone, Kaiserslautern auf dem Relegationsplatz liegt nur fünf Punkte hinter den Stuttgartern.

Deshalb verfällt man beim VfB nicht in Panik, aber die Situation wird auch nicht verkannt. Im Spiel bei Schalke stürmte neben dem in der Winterpause von seinen Teamkollegen degradierten, da nicht mehr in den Mannschaftsrat gewählten, Cacau Pogrebnyak, dem vom Club bereits nahegelegt wurde, sich doch zeitnah einen neuen Verein zu suchen.

Es besteht also dringend Handlungsbedarf und auch die ersten Kandidaten sind ausgemacht: Srdjan Lakic vom VfL Wolfsburg und Vedad Ibisevic von der TSG Hoffenheim, wobei Ibisevic derzeit wohl der Top-Kandidat der Stuttgarter ist.

Wie kicker.de berichtet, sollen zwischen den Clubs bereits Gespräche laufen, aber eine Einigung ist noch nicht in Sicht. "Wir wissen natürlich, was wir an Vedo haben. Er hat Erfahrungswerte, die andere bei uns noch nicht haben. Und er hat Qualitäten, die sich andere erst aneignen müssen", zeigt sich Manager Ernst Tanner zögerlich.

Möglich ist aber sogar, dass der VfB beide Angreifer verpflichtet, sollte Zdravko Kuzmanovic oder ein anderer Spieler noch den Club verlassen. Mit Lakic ist man sich im Prinzip einig, ein Transfer scheitert bisher nur an der von Felix Magath aufgerufenen Ablösesumme von vier Millionen Euro, der VfB ist nur bereit, etwa die Hälfte zu bezahlen. Sicherlich nicht günstiger wäre eine Verpflichtung Ibisevics, aber mit beiden Stürmern hätte der VfB wieder ein schlagkräftiges Angriffsduo.

HSV im zentralen Mittelfeld
Das 1:5 gegen Borussia Dortmund war ein Offenbarungseid der Spieler des Hamburger SV. Hieß es vor einer Woche auf der Hauptversammlung des Clubs noch: "Am Sonntag hauen wir den Meister weg. Und dann schauen wir, wie nah wir an die Europapokalplätze noch herankommen" (HSV-Aufsichtsrat Manfred Ertel), sieht es nur ein Spiel später düster aus, was die Zukunft betrifft. Zwar kassierte man die Niederlage gegen den Deutschen Meister und nicht einen direkten Kandidaten im Kampf gegen den Abstieg, aber die Art und Weise der Pleite ist es, die Sorgen bereitet.

Auf den ersten Blick gibt es diverse Baustellen im Hamburger System, aber bei genauerem Hinschauen bleibt eine zu schwach besetzte Position über: die im zentralen Mittelfeld. Was eigentlich die zentrale Schaltstelle sein sollte, ist mit Robert Tesche und Gojko Kacar fehlbesetzt. Aber auf dieser Position mangelt es dem HSV seit Jahren an einem Spieler, der konstant den Taktgeber für das Offensivspiel gibt.

Auch wenn für Transfers im Winter kaum Geld da ist, sollten sich die Verantwortlichen überlegen, ob sie nicht auf dieser Position noch einmal aktiv werden und einen Spieler verpflichten, der dem HSV auch in den nächsten Jahren in der Zentrale weiterbringt. Mit nur zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz brauchen die Hamburger solch einen Spieler bereits jetzt und nicht erst im Sommer, dann könnte es zu spät sein.

Kleinere Baustellen hier und da
Der 1. FC Kaiserslautern hat in der Winterpause auf dem Transfermarkt ordentlich zugeschlagen und nicht weniger als drei neue Angreifer verpflichtet, gegen Werder Bremen langte es aber trotz überlegenen Spiels erneut nicht zu einem Treffer, vielleicht wäre es an der Zeit, noch über eine Verstärkung in der kreativen Schaltzentrale nachzudenken. Einzig Christian Tiffert dort zu haben ist zu wenig. 

Hoffenheim gelangen gegen eine Rumpfelf von Hannover 96 bei 60 Prozent Ballbesitz nur drei Schüsse auf das Tor. Es fehlen die Spieler, die Vedad Ibisevic in der Spitze einsetzen können, wobei es ausschaut, als wenn im Kraichgau derzeit eher Spieler abgegeben werden als Neue dazugeholt.

Henning Schulz

sportal.de / sportal

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