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1. Bundesliga: Gladbach und Berlin trennen sich remis

Als ungesetztes Team will Borussia Mönchengladbach die Qualifikation für die Champions League gerne umgehen. Als Hauptstadtclub möchten die Berliner den Gang ins Unterhaus der Bundesliga ihrerseits vermeiden. Nach dem mageren 0:0 sieht es aber danach aus, als ob beide Teams um das Erreichen ihre Ziele zittern müssen.

Borussia Mönchengladbach wollte zum FC Schalke aufschließen, die Berliner Hertha hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Abstiegsränge zu verlassen. Das magere 0:0 im Borussia-Park half keiner der beiden Mannschaften. Die Berliner standen defensiv gut, der Elf von Lucien Favre fiel nichts ein, um dieses Bollwerk zu knacken.

So haben die Gladbacher nun zwei Punkte Rückstand auf Königsblau und der Tabellendritte kann zudem noch nachlegen. Die Berliner verpassten es gegen biedere Fohlen die Abstiegszone zu verlassen. Der Rückstand auf den 1. FC Köln ist zwar auf zwei Punkte geschrumpft, doch war an diesem Tag mehr drin für die Alte Dame.

Hanke für de Camargo

Bei den Gladbachern ging vor dem Spiel gegen die Hertha ein wenig der Sorgenteufel um, denn nur eines der letzten sechs Spiele wurde gewonnen und mittlerweile muss um die direkte Qualifikation für die Champions League gebangt werden. Jammern auf hohem Niveau würden die Berliner meinen, die auf Platz 17 liegen und in Gladbach historisch gesehen als Punktelieferant gelten.

Favre vertraute bei der Mission "Rückkehr auf Platz drei" Mike Hanke, der Igor de Camargo im Vergleich zum Spiel gegen Hannover ersetzte. Hertha-Trainer Otto Rehhagel ging es um die Brötchen der kleineren Sorte, ein Sprung auf den Relegationsplatz wäre schon des Guten genug. Dabei musste er kurzfristig auf Christoph Janker verzichten, Felix Bastians rückte in die Innenverteidigung.

Gladbach war zwar sofort um Ballbesitz und Spielkontrolle bemüht, doch daraus alleine war gegen die Berliner noch kein Land zu gewinnen. Die Gäste standen ab der Mittellinie dicht gestaffelt, versuchten die Fohlen vom eigenen Strafraum fern zu halten und jeglichen Spielwitz im Ansatz zu ersticken – auch durch robustes Spiel.

Führung nur in den Statistiken

So musste Marco Reus nach einem frühen Foul von Christian Lell bereits in der 20. Minute ob der Nachwirkung vom Platz, de Camargo ersetzte den zukünftigen Dortmunder. So gut Berlin in der Defensive stand, so schwach präsentierte sich die Elf von Rehhagel in der Offensive. Erst in der 44. Minute schaffte es Andreas Ottl, die Statistik im Bereich der Torschüsse überhaupt zu aktivieren.

Und Gladbach? Die Hausherren hatten mehr vom Spiel, kontrollierten den Ball und stachen die Berliner auch in puncto Zweikämpfe deutlich aus. Einzig die spielerische Linie wollte nicht so verlaufen, wie Favre es gerne gesehen hätte. Der Schweizer tobte an der Außenlinie, monierte die Planlosigkeit seiner Mannschaft.

Juan Arango hatte per Fernschuss (29.) dann das Momentum auf seiner Seite, bevor de Camargo nach schöner Vorarbeit von Hanke das 1:0 auf dem Fuß hatte (37.). Nach schöner Drehung um Bastians verfehlte er den kurzen Pfosten nur knapp. So ging es torlos in die Pause, ein Resultat, das wohl nur die Berliner für den Moment erfreute.

Torlos zur Halbzeit

Der Zuschauer bekam dann den Eindruck, dass sich einfach nur die Kamera in Durchgang zwei gedreht hatte und eine Wiederholung der ersten 45 Minuten lief. Gladbach dominierte, agierte jedoch ohne zwingende Aktionen und Geschwindigkeit. Die Berliner standen weiter gut, hatten die Offensive aber am Eingang des Spielertunnels wie eine lästige Angewohnheit abgeschüttelt.

Allerdings hatten die Gäste nun mehr Platz zum Kontern, da die Hausherren ein wenig offensiver agierten. Und fast hätte Lell bei einem dieser Gegenstöße getroffen, Marc-André ter Stegen reagierte jedoch glänzend (55.). Dem kleinen Strohfeuer folgte eine weitere Phase der Zerfahrenheit.

In der 75. Minute hatte Favre dann genug gesehen und brachte Alexander Ring für Patrick Herrmann. Mittlerweile hatte sich Berlin ein wenig emanzipieren können und das Spiel war dementsprechend offener – Torchancen gab es trotzdem kaum zu sehen, erst kurz vor Schluss scheiterte Raffael dann an ter Stegen. So blieb es beim verdienten 0:0. Ein Ergebnis, das keinem der Teams weiter hilft.

Gunnar Beuth

sportal.de / sportal

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