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1. Bundesliga Köln und Hertha - Die Hoffnung auf die Relegation


Zwar spielen Köln und Hertha beide wie würdige Absteiger, trotzdem wird sich einer der beiden Clubs in die Relegation retten. Dass das nicht die Berliner sein werden, dafür will deren Ex-Coach Markus Babbel am letzten Spieltag sorgen. Dann könnte er mit Hoffenheim seinen Ex-Club in die Zweite Liga stoßen.

Köln und Hertha spielten am 33. Spieltag bereits wie Absteiger, doch am letzten Spieltag kann sich einer von beiden noch auf den Relegationsplatz retten. Die Trainer Rehhagel und Schaefer dreschen Durchhalteparolen und beschwören den Fußballgott. Zum Zünglein an der Waage könnten Hoffenheim und Babbel werden, der die Berliner zu gerne in die Zweite Liga stoßen würde.

Die Genugtuung über die Misere bei Hertha seit seinem unwürdigen Abschied im Streit aus Berlin springt einen aus Markus Babbels Äußerungen förmlich an. "Nein, wir wären hundertprozentig nicht abgestiegen, da hätte ich alles drauf gewettet. Es hat einfach super gepasst zwischen Mannschaft und Trainerteam", erklärte er im Interview mit dem Tagesspiegel. Allerdings offenbar nicht zwischen Trainer und Management.

Und so wurde Babbel vom Hof gejagt, das Abrutschen der Hertha begann unter Nachfolger Michael Skibbe und setzte sich auch unter Otto Rehhagel fort. Die Berliner liegen als 17. mit 28 Punkten zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz, der einzigen Chance, vielleicht auch im nächsten Jahr noch erstklassig spielen zu können. "Der Fußball-Gott hat gesagt: Komm, ich geb' euch noch eine Chance", erklärte Rehhagel.

Rehhagel stellt Hertha schlechtes Zeugnis aus

Doch dafür benötigt man dringend drei Punkte am letzten Spieltag - ausgerechnet gegen Hoffenheim. Und angesichts der Vorgeschichte wäre es deren Trainer Babbel ein ganz besonderes Vergnügen, seinen Ex-Club höchstselbst in die Zweite Liga zu stoßen. "Ich will die drei Punkte in Berlin mit aller Macht haben", kündigte er bereits an.

Die Chancen darauf stehen nicht schlecht. Rehhagel selbst stellte unmittelbar nach dem 0:4 auf Schalke ein vernichtendes Urteil aus. "Wir haben zu viele Spieler, die gar keine Körpersprache haben, die still sind und sich nicht so artikulieren können." Zuversicht klingt anders, denn selbst bei einem eigenen Sieg wäre Hertha darauf angewiesen, dass Relegationsplatz-Konkurrent Köln gegen den FC Bayern verliert. Bei einem Kölner Remis könnte Hertha im Siegfall von der eigenen besseren Tordifferenz profitieren. Aber Hertha und ein Sieg zu Hause? In dieser Saison gab es nur deren drei.

Köln lamentiert über große Hitze

Dass die Geißböcke allerdings in der Verfassung aus dem 1:4 in Freiburg ausgerechnet gegen den Champions League-Finalisten aus München, selbst wenn der aus Schonungsgründen mit B-Elf auflaufen sollte, etwas reißen können, glauben aber nur wenige Optimisten. Zumindest spucken die Spieler große Töne. "Wir haben keinen Bammel vor Bayern. Die Bayern sind auch nicht unbesiegbar", tönte Sascha Riether. Bleibt zu hoffen, dass in einer Woche in Köln dann aber gemäßigtere Temperaturen herrschen als gestern in Freiburg.

Angesichts der hochsommerlichen 30 Grad im Breisgau hatte der gleiche Riether nämlich noch gestöhnt: Die Hitze machte uns zu schaffen" Und Lukas Podolski pflichtete ihm bei: "Ab der 60. Minute fehlten uns die Power und die Kraft, um das Spiel noch zu drehen." Trainer Frank Schaefers Ankündigung klingt daher auch eher nach Durchhalteparole: "Jetzt gilt es, alle Kräfte zu bündeln und die Nerven zu bewahren."

Den Fußball-Gott bemühte Kölns Geschäftsführer Claus Horstmann anders als die Konkurrenz aus Berlin jedenfalls nicht. "Wir beten nicht, dass wir die Bayern schlagen, wir arbeiten daran", erklärte er bei Liga total. Und wird sicher auf Schützenhilfe des in Berlin bei einigen wohl mittlerweile als "Teufel" verschrienen Babbel hoffen.

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