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1. Bundesliga Leverkusen siegt klar in Augsburg


Zu lediglich zwei Treffern hatte es in den ersten vier Partien für Bayer gereicht. In Augsburg schlugen die Leverkusener aber schonungslos zu. Am Ende hieß es 4:1, da ein Hosogai-Tor durch Kießling, Derdiyok und zweimal Sam beantwortet wurde. Wir sahen aber auch eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung.

Der FC Augsburg begann bei der 1:4-Pleite gegen Leverkusen furios, ging durch Hajime Hosogai schon in der fünften Minute in Führung. Bayer konterte aber schnell und kam schon im Gegenzug durch Sidney Sam zum Ausgleich. Als dann Stefan Kießling nach 23 Minuten zur Gästeführung traf, schien die Partie den erwarteten Verlauf zu nehmen.

Dass dies am Ende auch so kam, lag daran, dass die Augsburger zahlreiche Defensivschwächen der Leverkusener trotz mutigem Offensivfußball nicht zu nutzen wussten. Bayer hingegen schlug weiterhin eiskalt zu und glänzte durch eine gute Chancenverwertung. Hatte man in den ersten vier Spielen nur zwei Treffer erzielt, waren es am Ende in Augsburg vier, da sowohl Sam (72.) wie auch der eingewechselte Derdiyok (79.) im zweiten Durchgang trafen. Der Sieg bringt Bayer erst einmal die Führung in der Tabelle.

Die Gastgeber müssen hingegen damit rechnen schon bald Inhaber der roten Laterne zu sein, auch wenn sie mit einer Schiedsrichterentscheidung aus der ersten Hälfte haderten, als Felix Zwayer eine vermeintliche Notbremse von Daniel Schwaab gegen Sascha Mölders nur mit einer Gelben Karte ahndete.

Ballack in der Startformation

Sieglos gingen die Augsburger in die Partie. Magere zwei Punkte waren bei einem recht leichten Startprogramm aus den ersten vier Partien herausgesprungen. Verschreckt sind die Verantwortlichen deshalb in der Stadt am Lech nicht, denn anderes hatte man vor Saisonbeginn kaum erwartet. Auf den verletzten Marcel Ndjeng musste Trainer Jos Luhukay verzichten. Tobias Werner ersetzte diesen auf der rechten Außenbahn.

Die Gäste warteten mit einem interessanten Wechsel auf. Der im Sommer endgültig aus der Nationalmannschaft entfernte Michael Ballack durfte von Beginn an ran, weshalb Andre Schürrle zu Beginn nur ein Platz auf der Bank blieb. Außerdem lief Daniel Schwaab für den rotgesperrten Michal Kadlec auf.

Rund 30.000 Fans freuten sich auf einen vergnüglichen Abend, obwohl die Statistik anderes vorhersagte, denn die Gäste hatten vor der Partie den Ball ganze zweimal im gegnerischen Kasten untergebracht, dem FCA war dies immerhin dreimal gelungen. Beide Teams waren in Sachen Chancenverwertung weit unten in der Tabelle zu finden.

Rasanter Start

Umso erstaunter waren die Anhänger, dass die Gastgeber mit ihrer ersten Chance in der fünften Minute gleich in Führung gingen. Auf der linken Seite setzte sich Daniel Baier gegen Gonzalo Castro durch, flankte von der Grundlinie vor das Tor, wo Sascha Mölders das Leder zwar verfehlte, aber am zweiten Pfosten rauschte Hajime Hosogai heran und schoss aus fünf Metern ein. Somit traf der Japaner bei seinem Tordebüt in der Bundesliga ausgerechnet gegen den Club, der ihn an Augsburg ausgeliehen hat.

Doch schon im Gegenzug antwortete der Champions League-Teilnehmer. Stefan Kießling lockte Jonas de Roeck aus der Abwehrzentrale, sah den einlaufenden Sidney Sam, der beim Gegentor noch gegen den Schützen geschlafen hatte, brachte den Teamkollegen 14 Meter vor dem Tor frei vor Simon Jentzsch in Position. Der frühere Hamburger schob den Ball locker am Keeper vorbei zum Ausgleich über die Linie.

Die taktische Variante mit Ballack sollte eigentlich das Bayer-Mittelfeld defensiv stärken. Doch zu einer Dominanz auf dem Spielfeld führte die Maßnahme nicht. Dennoch kamen die Gäste zu einer zweiten Chance und auch diese saß. Renato Augusto narrte erneut de Roeck nach einem starken Pass von Simon Rolfes im Strafraum, gab auf Kießling weiter, der locker per Flachschuss in der 23. Minute ins linke Eck aus zwölf Metern vollendete.

Bayer mit Härte

Sicherheit gab die Führung den Gästen aber nicht. Mölders brach zentral vor dem Strafraum durch und wurde von Schwaab wenige Zentimeter vor dem Strafraum mit einer rüden Grätsche gebremst. Da Stefan Reinartz mitgelaufen war, verzichtete Schiedsrichter Felix Zwayer auf einen möglichen Platzverweis und beließ es zum Entsetzen der Augsburger bei einer Verwarnung. Sankoh beförderte den Freistoß nach heftigen Diskussionen schließlich nur in die Mauer.

Nur drei Minuten später sorgte Ballack für heftige Emotionen direkt vor den Trainerbänken, als er Jan-Ingwer Callsen-Bracker mit einem kräftigen Stoß zu Boden beförderte. Wütende Pfiffe des Publikums und eine Gelbe Karte waren die Folge.

Etwas positiver war der Auftritt Ballacks in der 37. und 38. Minute, als er es mit einem Freistoß und anschließend mit einem Distanzschuss probierte, aber geblockt wurde, beziehungsweise zu hoch zielte.

Flottes Spiel

Augsburg aber hatte Blut geleckt und versuchte über die Außen zum Erfolg zu kommen. Mölders rutschte eine Rechtsflanke acht Meter vor dem Tor aber etwas über den Spann, weshalb das Leder bei seinem Schuss über das Tor flog (39.). Nur drei Minuten darauf brachte der Mittelstürmer selbst den Ball in die Mitte, wo Axel Bellinghausen knapp zu spät war im Versuch den Ball zu erreichen und ins Straucheln kam.

Die Bayer-Führung zur Pause war eine Folge der Augsburger Defensivschwächen, die gnadenlos bestraft wurden. Die Hausherren selbst hatten zwar die frühe Führung erzielt, aber danach gute Einschusschancen nicht genutzt.

Das flotte Spiel fand eine Fortsetzung im zweiten Durchgang. Weiterhin wirkten die Deckungsreihen auf beiden Seiten nicht sattelfest. Sam wie Ballack verpassten kurz nach Wiederbeginn von der Strafraumgrenze den dritten Treffer.

Augsburger Chancen – Sams Treffer

Der FCA fing sich aber wieder und erarbeitete sich über links durch schnelle Angriffe gute Chancen, aber sowohl Werner (52.) als auch Bellinghausen (59.) verfehlten aus zirka zwölf Metern halblinker Position das lange Eck. Robin Dutt reagierte, nahm Ballack eine gute halbe Stunde vor dem Schlusspfiff aus der Partie, brachte mit Schürrle eine weitere Offensivkraft.

Schnell überbrückten beide Reihen das Mittelfeld, bauten somit Druck auf, der zu Fernschüssen führte. Renato Augusto (61.) und Schürrle (63.) verpassten das Jentzsch-Gehäuse nur knapp. Auf der Gegenseite prüfte Baier Leno (63.).

Belohnt wurden die kämpferischen und mutigen Hausherren aber nicht, denn Sam entschied in der 72. Minute die Partie nach einer feinen Vorarbeit von Castro, der Bellinghausen stehen ließ, den Ball zu Sam brachte, der in den Strafraum eindrang und eiskalt aus v14 Metern links unten unhaltbar für Jentzsch traf.

Es wird deutlich

Die Schwaben griffen weiter an, doch es fehlte an den Abschlussqualitäten. Mehr als der frühe Hosogai-Treffer sollte nicht mehr herausspringen. Ganz anders agierte Bayer. Renato Augusto schickte den eingewechselten Eren Derdiyok, der einen Haken um den überforderten Lorenzo Davids schlug, erst noch an Jentzsch scheiterte, doch im Nachschuss zum 1:4 vollendete.

Der Sieg bedeutete zumindest bis zum Samstagnachmittag die Tabellenführung für Leverkusen, während Augsburg im Tabellenkeller verbleibt.

Für Ballack und Co. geht es nun in der Champions League zum FC Chelsea, bevor am nächsten Samstag der 1. FC Köln empfangen wird. Ein wenig unaufgeregter liest sich der Spielplan der Augsburger, die an die Spree zur Hertha reisen werden.

Uwe Toebe

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