VG-Wort Pixel

14 Neuzugänge auf Schalke: Ein erstes Zwischenzeugnis für die Sommer-Transfers

Rouven Schroeder
Rouven Schroeder
© Getty Images
Schalke 04 musste im Sommer erneut Großteile des Kaders verändern. Ein erstes Zwischenzeugnis für die zahlreichen Neuzugänge.

Auch in diesem Sommer musste Rouven Schröder sehr viel am Aussehen des Kaders von Schalke 04 ändern. Der Schritt von einer Zweitliga-Mannschaft hin zu einer, die in der Bundesliga die Klasse halten soll, ist gewiss kein einfacher.

Wenig überraschend war es also, dass es erneut auch zahlreiche Zugänge für Königsblau gab. 14 Spieler hat der Sportdirektor nach Gelsenkirchen geholt und dafür insgesamt etwa zwischen vier und sechs Millionen Euro an Ablösesummen und Leihgebühren bezahlt.

Nach den ersten sieben Spielen kann ein erstes Zwischenfazit zu den Neu-Schalkern gezogen werden. Wie haben sie sich geschlagen? Wurden sie bislang ihren Erwartungen gerecht? Was können die Fans noch weiter von ihnen erwarten?

1. Sebastian Polter (VfL Bochum)

Mit einer Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro war Sebastian Polter der teuerste Neuzugang des Sommers. Angesichts dieser Summe, die für S04 alles andere als leicht zu bezahlen ist und für die es große Erwartungen mitsamt einer vollen Überzeugung braucht, ist die Enttäuschung bislang recht groß.

Weder hat er es geschafft, sich unter Frank Kramer in der Startelf zu etablieren, noch kann er sich bei seinen Einwechslungen aufdrängen. Und das, obwohl der Trainer immer von der Wucht im Sturm schwärmt.

Einzig die 22 Minuten gegen Bochum sind im Gedächtnis geblieben, dort erzielte er auch seinen bis dato einzigen Treffer. Alle anderen Einwechslungen, die in jedem anderen Spiel ebenso erfolgten, sind vermutlich absichtlich wieder vergessen worden.

Bewertung: 2/10

2. Tobias Mohr (1. FC Heidenheim)

Mit etwas Skepsis ist Tobias Mohr gekommen. Bei allem Respekt: Der Name Heidenheim sorgt im ersten Moment nicht für die größte Euphorie und zugleich ist die Ablösesumme von etwas mehr als einer Million Euro auch kein Klacks mehr für die Knappen.

Und doch hat er sich - insbesondere in den letzten Wochen - bewährt. Trat er in den ersten zwei, drei Spielen noch zu selten zum Vorschein, ist der 27-Jährige zuletzt einer der engagiertesten Schalker gewesen. Auffällig: Die besten Leistungen brachte er bislang als Ouwejan-Ersatz und somit als Linksverteidiger.

Bewertung: 7/10

3. Tom Krauß (RB Leipzig)

Der einzige Mittelfeldspieler, der bislang in jedem einzelnen Spiel in der Startelf stand. Tom Krauß konnte sich frühzeitig durchsetzen und sich innerhalb des Teams sogar als Führungsspieler etablieren. Trotz seiner erst 21 Jahre gehört er auch schon dem Mannschaftsrat an.

Auf dem Platz geht er regelmäßig mit gutem Beispiel voran. Das Pressing, die Zweikämpfe und die Balleroberungen sind seine Spezialität. Das macht er bislang so gut, dass er in diesen Kategorien sogar mit an der Liga-Spitze steht, wenn man einen Blick in den Statistik-Urwald wirft.

Schon jetzt hoffen viele S04-Fans auf den Klassenerhalt, weil es auch den Verbleib von Krauß bedeuten würde.

Bewertung: 9/10

4. Florent Mollet (Montpellier HSC)

Von Florent Mollet hatte man sich deutlich mehr versprochen. Schröder wurde für seine Verpflichtung gefeiert, wie für kaum einen anderen Sommer-Transfer. Doch liegt es nicht einmal an Mollet selbst, dass er bislang nicht zu überzeugen wusste.

Nach sieben Spieltagen kommt er auf gerade einmal 59 Einsatz-Minuten. Keine Grundlage, um sich zeigen zu können. Von Etablieren braucht man erst gar nicht reden.

Bewertung: 1/10

5. Alexander Schwolow (Hertha BSC)

Anfangs wackelte die neue Nummer eins noch zu häufig, inzwischen hat er sich gefestigt. Eine Torwart-Diskussion gibt es nicht und in Sicht ist sie auch nicht.

Gerade auf der Linie überzeugt Alexander Schwolow regelmäßig mit guten Reflexen und wichtigen Paraden. Ein großes Manko: In der Luft sieht er viel zu häufig schlecht aus. Er segelt oft an Bällen vorbei, kann Ecken und Freistöße nicht entschärfen und sorgt so für Nervosität bei holen Zuspielen. Das wird er abstellen müssen.

Bewertung: 5/10

6. Justin Heekeren (RW Oberhausen)

Der 21-jährige Keeper konnte sich in der Vorbereitung nicht in den Kampf um die ersten beiden Plätze unter den Torhütern einmischen. Von Schwolow und Ralf Fährmann ist er abgeschlagen.

Primär spielt er aufgrund seines Alters und der Spielpraxis in der U23 auf. Für die Profis kam er bislang nur in Testspielen zum Einsatz, daher...

keine Bewertung

7. Jordan Larsson (vereinslos - Spartak Moskau)

Im ersten Spiel setzte er aufgrund des zuvor kurzfristigen Wechsels noch aus, seitdem hat er immer gespielt - auch schon dreimal aus der Startelf heraus.

Wirklich Einfluss hat Jordan Larsson aber noch nicht ins Schalker Spiel. Das ist aber auch keine leichte Aufgabe für einen dribbel-freudigen Offensivspieler, angesichts der Spielweise unter Frank Kramer. Bisher schwimmt er in seinen Spielen eher mit dem Strom.

Bewertung: 5/10

8. Cedric Brunner (Arminia Bielefeld)

Dass Kramer sehr schnell auf Cedric Brunner vertrauen würde, war angesichts der gemeinsamen Vergangenheit in Bielefeld nicht überraschend.

Etwas überraschender hingegen war, wie schnell und auch gut sich der Rechtsverteidiger in die erste Elf arbeiten konnte. So gerechtfertigt die Diskussionen um die Rolle von Mehmet Aydin auch sind, so ist Brunner völlig zurecht der erste Rechtsverteidiger.

Bewertung: 8/10

9. Leo Greiml (Rapid Wien)

Erst kürzlich zeigte sich Leo Greiml wieder bereit für Einsätze über die vollen 90 Minuten. Seine Kreuzband-Verletzung hatte ihn sehr lange rausgeworfen. Entsprechend behutsam, vorsichtig und geduldig baut S04 ihn auch auf.

Für die Profis absolvierte er gegen Bochum seine ersten drei Minuten nach Einwechslung. Deshalb...

keine Bewertung

10. Maya Yoshida (Sampdoria)

Der Japaner sollte neuer Abwehrchef werden und diesen Posten hat er auch frühzeitig übernommen. Zwar konnte er bislang noch nicht wirklich durch häufige Tacklings oder über seinen auch offensiven Input ausfallen, doch erledigt er seinen Job sehr souverän.

Das ist das, wofür er auch verpflichtet wurde. Er zeigt sich als der zuverlässige Verteidiger, den es gebraucht hat.

Bewertung: 7/10

11. Kenan Karaman (Besiktas)

Karaman wurde erst kürzlich verpflichtet und ist noch nicht über zwei Joker-Einsätze hinausgekommen. Er wird sich als wertvoller Input für den Sturm beweisen müssen.

keine Bewertung

12. Ibrahima Cissé (KAA Gent Jugend)

Die Verpflichtung von Cissé war ein Transfer für die Zukunft. Das hat Schröder frühzeitig betont. Man glaubt an sein Potenzial, sieht aber auch die Notwendigkeit, den 21-Jährigen noch aufzubauen. Immerhin fehlt ihm noch jedwede Profi-Erfahrung - ebenso auf Schalke.

keine Bewertung

13. Alex Kral (Spartak Moskau)

In den ersten Spielen konnte Kral zwar nicht gänzlich aus der blau-weißen Masse hervorstechen, doch hat er sehr solide Leistungen abgerufen. Inzwischen hat Kramer ihn durch Florian Flick ersetzt.

Dennoch hat der Tscheche bereits bewiesen, dass er als Stratege mit seiner Übersicht hilfreich sein kann. Früher oder später wird er voraussichtlich wieder in die Startelf rücken.

Bewertung: 6/10

14. Sepp van den Berg (FC Liverpool)

War er bei seinem ersten Einsatz, bei dem er schnell ins kalte Wasser geworfen werden musste, noch etwas unsicher und wackelig, hat er sich zuletzt festigen können.

Gerade gegen Bochum, aber auch gegen den BVB konnte er seine Stärken zeigen. Der erst 20-jährige Verteidiger wird sowohl durch seine Kopfbälle, als auch durch seine oftmals rigorosen Zweikämpfe noch wichtig werden.

Bewertung: 6/10

Alles zu S04 bei 90min:

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf 90min.com/de als 14 Neuzugänge auf Schalke: Ein erstes Zwischenzeugnis für die Sommer-Transfers veröffentlicht.

Goal

Mehr zum Thema



Newsticker