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2. Bundesliga: Die 2. Liga im sportal.de-Check Teil II

Im zweiten Teil des sportal.de-Checks der 2. Liga beschäftigen wir uns mit den Plätzen 13 bis 15. Mit dabei ist das zweitschlechteste Team der vergangenen Rückrunde, der Meister und Rekordhalter aus der 3. Liga und ein ehemaliger UEFA Pokal-Teilnehmer.

Im zweiten Teil des sportal.de-Checks der 2. Bundesliga beschäftigen wir uns mit den Plätzen 13 bis 15. Mit dabei ist das zweitschlechteste Team der vergangenen Rückrunde, der Meister und Rekordhalter aus der 3. Liga und ein ehemaliger UEFA Pokal-Teilnehmer.

Kleine Adler im Tiefflug

Der FSV Frankfurt spielte eine überragende Hinrunde in der abgelaufenen Saison, doch den damit erreichten 28 Punkten folgten schlappe zehn Zähler in den letzten 17 Spielen. Und auch die Vorbereitung auf die neue Saison läuft nicht rund: "Es holpert ganz schön", sagte Trainer Hans-Jürgen Boysen auf fr-online.de.

Dabei musste der Trainer schon im Vorfeld ordentlich improvisieren, denn 13 Spieler verließen den Verein - darunter auch die Leistungsträger Jürgen Gjasula, Mike Wunderlich und Sascha Mölders. Ersatz wurde natürlich verpflichtet, doch ob Alexander Huber, Macauley Chrisantus und Karim Benyamina für einen gleichwertigen Ersatz stehen, bleibt abzuwarten.

Denn Chrisantus fehlt nach seiner Malaria-Erkrankung weiterhin auf unbestimmte Zeit und die anderen beiden Neuzugänge verletzten sich in einem Testspiel gegen eine B-Elf aus Köln. Benyamina zog sich einen Muskelfaseranriss zu, bei Huber wurde ein Anriss des Außenbandes sowie eine Überdehnung des Syndesmosebandes diagnostiziert.

Neben den Offensivkräften Babacar Gueye und Marcel Gaus soll nun noch ein Spielgestalter kommen - Zafer Yelen ist hier die erste Wahl. Allerdings drückt der Schuh auch gewaltig in der Defensive, wie das 0:3 im Benefizspiel gegen Kaiserslautern gezeigt hat. "Bei uns muss man keinen auf den Teppich zurückholen", erklärte Kapitän Björn Schlicke daraufhin auf fnp.de. "Wir wissen, wo wir stehen." Wenn es normal läuft, wird sich der FSV aber noch gerade so retten und am Saisonende auf Platz 15 liegen.

Der Meister im Mittelfeld

Frühzeitig hatte sich Eintracht Braunschweig als Meister der 3. Liga den Aufstieg gesichert und konnte in aller Seelenruhe für die Saison in der 2. Liga planen. Trainer Torsten Lieberknecht und Manager Marc Arnold taten dies mit Ruhe und Sorgfalt, mussten dabei nur zwei wirklich wichtige Abgänge kompensieren. Karim Bellarabi kehrte zurück zu Bayer Leverkusen, während Marco Calamita keinen neuen Vertrag bekam.

Einen richtigen Hochkaräter hat die Eintracht nicht an Land gezogen und das ist auch nicht der Anspruch des Vereins. Arnold erklärte sportal.de im Exklusiv-Interview: "Auch im nächsten Jahr wollen wir einfach wieder junge und entwicklungsfähige Spieler finden, die zu unserer Philosophie passen. Natürlich ist der Qualitätsanspruch noch mal einen Tick höher geworden. Aber bis auf Karim Bellarabi, der nach Leverkusen geht, konnten wir mit allen Stammspielern verlängern und gehen mit einer sehr eingespielten Mannschaft in die Saison. Wir haben Vertrauen in den Kader und er ist auch stark genug, um in der 2. Liga zu bestehen. Für mich macht es also keinen wirklichen Unterschied zur Saison zuvor."

Bei einem Blick auf die Neuzugänge fällt auf, dass sie im Schnitt das sehr junge Durchschnittsalter des Stammkaders sogar noch senken. Nico Zimmermann (Saarbrücken/25 Jahre), Oliver Petersch (RWO/22), Marcel Correia (Kaiserslautern II/22), Pierre Merkel (SC Idar Oberstein/22) sowie Raffael und Gianluca Korte (TuS Mechtersheim/20) komplettieren den Kader.

Das letzte Vorbereitungsspiel gewann der Aufsteiger mit 3:0 gegen den VfL Osnabrück und Gäste-Coach Uwe Fuchs musste die Dominanz der Eintracht gegenüber der Abendzeitung aus München neidlos anerkennen: "Man hat gesehen, dass Braunschweig absolut in die zweite Liga gehört. Die Mannschaft ist nahezu perfekt organisiert und hat uns wenig Räume zum Spielaufbau gelassen." Gepaart mit dem Rückenwind aus der letzten Saison reicht es zu Platz 14.

Neue Ruhe in Baden

Der Karlsruher SC hat eine Seuchensaison absolviert und sich mit viel Mühe in der 2. Liga halten können. Zudem verließ die komplette Abwehrkette den Verein. Insgesamt wurde bei den Badenern so viel rotiert, dass es dem Fan nur schwindlig werden kann. 17 Spieler verließen den KSC, elf neue gibt es bisher zu bestaunen. Zum Kennenlernen gab es dann erst einmal ein Treffen in einem Restaurant.

"Wir haben jetzt die ganze Zeit hart trainiert, da müssen die Jungs auch mal die Gelegenheit haben, sich ungezwungen zu treffen", so Trainer Rainer Scharinger auf bundesliga.de. Man kennt sich eben noch nicht und um ein wenig Zusammenhalt zu schaffen, eine nicht unwichtige Maßnahme.

Besonders bitter sind sicherlich die Abgänge der Talente Lukas Rupp und Matthias Zimmermann, die beide bei Gladbach anheuerten. Dass auch die komplette Verteidigung nun fehlt, kann angesichts der kassierten 72 Gegentore in der Saison 2010/11 noch verschmerzt werden, doch viel Zeit um sich einzuspielen hat die neue Truppe um Giuseppe Aquaro, Niklas Hoheneder, Florian Lechner und Klemen Lavric nicht.

Neuzugang Lavric, der aus St. Gallen kam, erklärte auf ka-news.de: "Jetzt ist ein Neuaufbau, ein Neuanfang. Die neuen Spieler haben alle Qualität, das wird eine bessere Mannschaft als in der letzten Saison. Ich habe mit dem sportlichen Leiter Oliver Kreuzer gesprochen, den ich aus Graz kenne, und er hat mir seinen guten Plan verraten."

Zuletzt gewann der KSC gegen den rumänischen Erstligaaufsteiger Ceahlaul Piatra Neamt mit 3:1 und das Team scheint sich zu finden. Dennoch ist so ein Umbruch auch gefährlich, wie Trainer Rainer Scharinger auf kicker.de erklärte: "Gut ist, dass man eine Entwicklung im Team sieht. Es wird aber Leistungsschwankungen und Abstimmungsprobleme geben." Mit den Toren von Lavric kann sich Karlsruhe aber vorzeitig retten, den Umbruch vorantreiben und liegt am Ende auf Platz 13.

Gunnar Beuth

Morgen lesen Sie, welche Teams die Plätze sieben bis zwölf bekleiden.

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