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2. Bundesliga: Greuther Fürth im Aufstiegsrausch

Siebenmal landete Greuther Fürth seit 2001 auf Rang fünf, einmal auf Platz vier – sie wurden verlacht als die Unaufsteigbaren, doch damit ist nun Schluss. Entsprechend groß war die Euphorie in Franken.

Nach dem erstmaligen Sprung der lange als unaufsteigbar geltenden SpVgg Greuther Fürth in die Bundesliga kannte der Jubel bei Trainer Mike Büskens, den Spielern, Verantwortlichen und Fans keine Grenzen.

"Nie mehr 2. Liga", skandierten die feiernden Anhänger bis weit in die Nacht. Der Zweitliga-Spitzenreiter ist nach dem 2:1-Sieg von Dynamo Dresden gegen Fortuna Düsseldorf an den letzten drei Spieltagen praktisch nicht mehr von einem der beiden Aufstiegsplätze zu verdrängen.

Büskens: "Das ist sensationell"

"Die Jungs sollen es krachen lassen und den Moment einfach nur genießen", übermittelte Büskens seinen Spielern aus Dresden, wo der Vater des Erfolges die Düsseldorfer Niederlage live im Stadion miterlebt hatte. "Für den Verein und für die Stadt ist der Aufstieg sensationell", kommentierte der 44-Jährige, für den die Bundesliga als ehemaliger Profi und Interimstrainer des FC Schalke 04 kein sportliches Neuland sein wird.

Als Schalker Eurofighter machte sich der Spieler Büskens einen Namen - nun hat er sich auch als Fürther Aufstiegstrainer verewigt. Innerhalb von nur zweieinhalb Jahren formte Büskens aus den Franken einen Aufsteiger. "Für uns hat das historische Dimensionen. So viele haben gemeint: Die wollen nicht, die können nicht. Und jetzt haben wir es den allen gezeigt", tönte er. "Ich konnte es nicht mehr hören, dieser ewige Pessimismus", sagte der 44-Jährige.

Greuther Fürfth oft knapp gescheitert

Siebenmal waren die Fürther seit 2001 in der 2. Liga Fünfter geworden. In der vergangenen Saison verpassten sie als Vierter den Sprung nach oben. Erst im Dezember 2009 hatte Büskens den letztlich glücklosen Benno Möhlmann abgelöst. Zu diesem Zeitpunkt steckte der Tabellen-15. Fürth noch mitten im Abstiegskampf.

Die Fürther Spieler, die im VIP-Raum des eigenen Stadions als Dynamo-Fans mitgefiebert und die Dresdner Tore lautstark bejubelt hatten, starteten nach dem Schlusspfiff eine spontane Aufstiegsparty und machten die Nacht wie angekündigt zum Tag. "Danke an Dresden. Wir sind überglücklich. Jetzt haben wir es endlich geschafft. Wir haben eine sensationelle Saison gespielt", sagte Kapitän Thomas Kleine.

Tabellenführer Fürth (67 Punkte/69:23 Tore) geht mit einem praktisch uneinholbaren Vorsprung von neun Punkten und 31 Toren auf den Tabellendritten SC Paderborn (58/50:35) in den Liga-Endspurt. Die Düsseldorfer können Fürth bei zehn Punkten Rückstand nicht mehr einholen. "in Traum ist wahr geworden. Wir sind absolut stolz, dass wir es geschafft haben", kommentierte Fürths Manager Rachid Azzouzi, der nun die Mannschaft für die erste Liga verstärken muss.

"Erfüllung eines Jahrhunderttraums"

"Für die Stadt Fürth ist der Aufstieg die Erfüllung eines Jahrhunderttraums", sagte Oberbürgermeister Thomas Jung. Ein Aufstiegsfest vor dem Rathaus ist für den 29. April geplant.

In der Bundesliga wird sich der Neuling wohl auf Abstiegskampf einstellen müssen. Große Spiele gegen den FC Bayern, Borussia Dortmund und besonders im Derby gegen den Nachbarn 1. FC Nürnberg stehen dann für das Team um Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah auf dem Programm.

Neues Stadion erst 2014 fertig

Am liebsten würde Greuther Fürth dann schon in der kommenden Saison mit einem erstligareifen Stadion auftrumpfen, das Fußballteam und ihre Fans müssen sich dafür allerdings noch zwei Jahre gedulden. Erst in der Saison 2014/15 soll das Team von Trainer Büskens erstmals in dem neuen Fürther Stadion einlaufen - dann hoffentlich immer noch erstklassig.

Die neue Arena soll in einem Industriegebiet am Rande Fürths entstehen und rund 20.000 Zuschauer fassen können. "Wir wollen ein Stadion bauen mit englischem Charakter, das heißt steil, sehr gedrungen, sehr eng", hatte unlängst Geschäftsführungsmitglied Holger Schwiewagner geschildert.

Als Investor hat Greuther Fürth den örtlichen Immobilienmakler Thomas Sommer (46) gewinnen können. Der Verein rechnet mit Baukosten von rund 35 Millionen Euro. Sommer will das Stadion auf der Basis eines Mietkaufvertrags pachten und so langfristig erwerben. Sommer ist glühender Fan der Fürther Elf und seit acht Jahren Mitglied im Sponsoren-Pool.

sportal.de / sportal

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