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2. Bundesliga: Horror-Verletzung überschattet Cottbusser Sieg

Schock in der 2. Liga: Der Osnabrücker Profi Flamur Kastrati hat nach einem harmlos wirkenden Zweikampf in der Partie gegen Cottbus eine Halswirbelverletzung erlitten. Mittlerweile besteht keine Lebensgefahr mehr, die Schwere der Verletzung ist aber noch offen. Nur der Schiedsrichter sorgte für Empörung.

Entsetzen auf und neben dem Spielfeld: Eine schwere Verletzung von Fußball-Profi Flamur Kastrati hat das Zweitliga-Match zwischen Energie Cottbus und dem VfL Osnabrück (2:0) zur Nebensächlichkeit gemacht. Der 19 Jahre alte Norweger blieb am Sonntag kurz vor Schluss nach einem Zweikampf regungslos liegen. Betreuer und der herbeigeeilte Notarzt leisteten Erste Hilfe, ehe Kastrati von einem Krankenwagen in die Klinik gebracht wurde. "Wir hoffen, dass bei aller Angst, die wir jetzt um ihn haben, alles gut ausgeht", sagte Osnabrücks Trainer Karsten Baumann.

Kurz darauf folgte die gute Nachricht aus dem Krankenhaus. Der Spieler sei außer Lebensgefahr, bei Bewusstsein und ansprechbar, sagte der Cottbuser Club-Sprecher Lars Töffling nach einem Telefonat mit dem behandelnden Arzt. Eine Computertomographie sollte noch am Sonntag weiter Aufklärung bringen.

Zehn Minuten vor Schluss der Zusammenprall


Zehn Minuten vor dem Abpfiff waren Kastrati und der Cottbuser Verteidiger Markus Brzenska an der Seitenlinie zusammengeprallt. Nach dem harmlos wirkenden Zweikampf ging der Stürmer zu Boden und verlor das Bewusstsein. Im Stadion war es still, die Spieler waren entsetzt. VfL-Coach Baumann hielt die Hände vors Gesicht.

"Er war während der 15 Minuten immer wieder bewusstlos", erklärte der Trainer. "Man hat ihm eine Halskrause angelegt. Man hat wohl bis auf die Tribüne gehört, was für Schmerzen er hatte, als er auf die Trage gelegt wurde." Nach etwa zehn Minuten fuhr ein Krankenwagen auf das Spielfeld und brachte den Spieler unter dem aufmunternden Applaus der Zuschauer im Stadion der Freundschaft ins Krankenhaus.

Schiedsrichter sorgt für Unverständnis


"Ich hoffe und bete, dass es ihm gut geht", sagte Brzenska. "Die Situation kann ich nicht genau realisieren. Wir sind zusammengeprallt und er lag dann da und war ohne Bewusstsein."

Als Kastrati auf dem Weg in die Klinik war, sorgte Schiedsrichter Marc Seemann für Unruhe. Weil die reguläre Spielzeit abgelaufen war, wollten beide Teams das Match beenden. Aber der Unparteiische verwies auf das Reglement, wonach die Minuten nachzuspielen seien. Die Teams schoben sich zehn Minuten lang den Ball zu. Osnabrück-Trainer Baumann sagte im Anschluss: "Über die fachliche Kompetenz des Schiedsrichters kann man streiten, über seine menschliche Kompetenz nicht."

Wolfgang von der Burg und Manuel Schwarz/DPA / DPA

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