HOME

2. Bundesliga: Löwen retten späten Punkt gegen St. Pauli

Ein grober Fehler von Patrick Funk hat den FC St. Pauli in letzter Minute den ersten Sieg seiner Geschichte bei 1860 München gekostet. Kevin Volland nutzte den Patzer des Hamburgers zum 1:1-Ausgleich. Die Punkteteilung hilft keinem der beiden Aufstiegsaspiranten.

Beim FC Bayern hat der FC St. Pauli schon gewonnen - unter Trainer Fussel Wohlers war das, 1991. Noch nie aber konnten die Hamburger beim TSV 1860 siegen. Bis zur 88. Minute sah es im Montagsspiel der 2. Liga danach aus, als sollte diese Schwarze Serie zu Ende gehen. Dann aber patzte Patrick Funk gegen den Ex-HSVer Collin Benjamin und Kevin Volland konnte noch den Ausgleich markieren.

In der ersten Hälfte hatte Florian Bruns mit einem verwandelten Foulelfmeter die Gäste in Führung gebracht. Zunächst war München die bessere Mannschaft gewesen, lag aber zur Pause zurück. Nach Wiederanpfiff schien St. Pauli das Spiel immer besser in den Griff zu bekommen - bis zur folgenschweren 88. Minute.

Reiner Maurer konnte wieder auf den zuletzt gesperrten Kevin Volland zurückgreifen, Maximilian Nicu musste dafür auf die Bank. André Schubert ersetzte den gelbgesperrten Fabian Boll durch Dennis Daube und brachte zudem Petar Sliskovic für den erkrankten Fin Bartels. Somit bot der Hamburger Coach nach dem viel kritisierten Experiment ohne Stürmer wieder einen echten Angreifer auf.

Bruns mit Glück beim Elfmeter

Sliskovic war es auch, der nach einer halben Stunde gegen Kai Bülow einen Foulelfmeter herausholte. Eine echte Torchance aus dem Spiel heraus hatten die Gäste bis dahin nicht gehabt, aber Florian Bruns traf vom Punkt aus zur Führung für St. Pauli. Er hatte jedoch noch Glück, dass Löwen-Keeper Gabor Kiraly den Ball zwar berührte, aber nicht am Überschreiten der Torlinie hindern konnte.

Davon abgesehen hatten die Münchner in der ersten Spielhälfte leichte Vorteile, die sich in drei halbwegs gefährlichen Torchancen niederschlugen. Aber Antonio Rukavina traf von außerhalb des Strafraums nach einer Viertelstunde nur das linke Lattenkreuz, eine scharfe Hereingabe des gleichen Spielers von rechts konnte von Carlos Zambrano geklärt werden und eine verunglückte Flanke Kai Bülows wurde von Benedikt Pliquett mit den Fingerspitzen über die Latte gelenkt.

In der zweiten Spielhälfte wurde das Spiel das, was der Laie "schlechter" nennt: weniger klare Torchancen, vor allem für 1860. Das lag allerdings daran, dass St. Paulis Innenverteidigung ihren Job immer besser machte, allen voran der starke Zambrano. Der einzige Grund, der einen daran zweifeln ließ, ob St. Pauli wirklich die zweibeste Defensive der Liga stellt, war Moritz Volz. Auf rechts gestartet hatte der Außenverteidiger zunächst wenige Probleme. Doch nachdem Sebastian Schachten sich noch vor der Pause verletzt hatte, musste Volz für den Rest des Spiels nach links, weil Carsten Rothenbach seine alte Position einnahm.

Volz mit Problemen - aber das war nicht das Problem

Links aber sah Volz, der es eher ruhig mag, sich dem schnellen Stefan Aigner gegenüber, der ihn immer wieder alt aussehen ließ. Doch Volz kam mit einer Gelben Karte für wiederholtes Foulspiel gegen den Flügelspieler und St. Pauli lange mit dem Schrecken davon. Vielmehr hatten die Hamburger sogar ihrerseits eine der wenigen guten Chancen, als Max Kruse kurz nach Wiederanpfiff mit einem Schuss an Kiraly scheiterte.

So durften die mitgereisten St. Pauli-Fans, die sich lautstark Gehör verschafften, bis zwei Minuten vor Schluss Hoffnung auf den ersten Sieg bei den Löwen in der Geschichte ihres Clubs machen. Aber auch nur bis zwei Minuten vor Schluss.

Daniel Raecke

sportal.de / sportal

Wissenscommunity