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7:0-Sieg gegen Basel: Bayern zünden Feuerwerk

Triumphal in die nächste Runde: Mit sieben Treffern haben die Bayern den FC Basel deklassiert und sind in das Viertelfinale der Champions League gestürmt. Allein Mario Gomez erzielte vier Treffer.

Von Tim Schulze

Vor der denkwürdigen Partie an diesem Abend in der Allianz Arena hatte Präsident Uli Hoeneß noch gewarnt: "Wenn wir ausscheiden, ist es schwierig, diese Saison noch gut zu machen". Doch es kam ganz anders, als es die Pessimisten prognostiziert hatten. Ganz anders. Die Bayern feierten nach dem 7:1 gegen Hoffenheim am vergangenen Wochenende ein weiteres Fußballfest. 67 Tage vor dem Heimfinale im Mai stürmten sie mit einem furiosen 7:0-Sieg gegen den FC Basel in das Viertelfinale der Champions League. Allein Mario Gomez traf vier Mal gegen chancenlose Schweizer, die den Bayern im Hinspiel eine peinliche 1:0-Pleite zugefügt hatten.

Zu Beginn des entscheidenden "Schicksalsspiels" ließ der Gastgeber den Ball zwei, drei Minuten durch die eigenen Reihen laufen, bevor er zum ersten Angriff auf das Baseler Tor ansetzte, ein Gegner, den der deutsche Rekordmeister nach der Niederlage im Hinspiel auf keinen Fall unterschätzen wollte. Konzentration war gefragt – und so präsentierten sich die Münchner, bei denen Bastian Schweinsteiger trotz überstandener Verletzung zunächst nur auf der Bank saß und sah, wie Arjen Robben zwei erste Warnschüsse abgab. Die erste Möglichkeit wurde durch Thomas Müller, der wie gegen Hoffenheim auch schon auf der Position zentral hinter den Spitzen auflief, eingeleitet (6.), die zweite erarbeitete sich der niederländische Nationalspieler in seiner typischen Art, als er von rechts nach innen zog und mit einem Linksschuss abschloss. Die Bayern waren wild entschlossen, aber die Gäste aus der Schweiz ließen ihnen auch den Raum.

Basel schaut nur zu


Sie standen zu weit weg von ihren Gegenspielern, von der Bissigkeit und Entschlossenheit aus dem Hinspiel keine Spur. So fiel fast zwangsläufig der Führungstreffer – und er fiel fast zwangsläufig durch Arjen Robben, der sich auch an diesem Abend schlicht das Prädikat weltklasse verdiente. Toni Kroos setzte zu einen Schussversuch an, der Ball wurde abgefälscht und landete direkt vor den Füßen von Robben, der allein vor Basels Keeper Yann Sommer auftauchte und kaltschnäuzig verwandelte (10.).

Das Tor war der erste Wirkungstreffer, und Basel wankte in der Folge bedenklich. Der Gastgeber hatte sich den Gegner zwar zurecht gelegt und ließ weitere Schläge folgen, die Mario Gomez ausführte (12.), doch ohne weiteren Erfolg. Basel fiel noch nicht, denn zu diesem Zeitpunkt war die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel erst egalisiert.

Die Bayern, die sich nichts sehnlicher wünschen, als das Finale in der Königsklasse am 19. Mai eben hier, in der heimischen Allianz Arena, zu spielen, gönnten sich nach diesem furiosen Auftakt eine kurze Verschnaufpause. Thomas Müller war es, der die nächste, große Chance hatte, doch sein Kopfball nach einen Eckball von Toni Kroos landete direkt in den Armen von Keeper Sommer (22.). Danach nahmen die Münchener das Tempo heraus. Positiv aus Schweizer Sicht könnte man sagen, die Gäste befreiten sich ein wenig aus der eisernen Umklammerung.

Ribéry legt drei Mal für Gomez auf


In der Rückschau stellt sich diese Phase allerdings anders dar. Alles, was bis zur 42. Minute geschah, hat aus dieser Perspektive eher Ähnlichkeit mit dem Spiel des Jägers, der sich einen Spaß daraus macht, der Beute nach dem ersten Biss vorzugaukeln, dass sie noch eine Überlebenschance hat. Kurz vor der Halbzeit war der Spaß für die Schweizer an diesem Abend dann endgültig vorbei. Da passte Franck Ribéry den Ball diagonal zu Arjen Robben auf rechts, nicht sehr präzise, aber der schnelle Niederländer bekam den Ball noch und flankte präzise auf den einlaufenden Müller, er zum 2:0 verwandelte (42.). Zwei Minuten später war Gomez zur Stelle, der einen Querpass von Badstuber nach Kroos-Freistoß einschob. Mit 3:0 ging es in die Kabine (44.) - Zeit Luft zu holen, dachten die Baseler Spieler vielleicht, um ein totales Debakel zu verhindern. Sie sollten sich irren.

Denn nach Wiederanpfiff steigerten die Bayern die Raffinesse ihres Auftritts, indem sie weitere drei Treffer erzielten, die fast alle identisch aussahen. Das lief immer so ab: Ribéry spielte auf der linken Seite den vollkommen überforderten Verteidiger Markus Steinhöfer schwindelig und passte nach innen, wo immer Gomez lauerte (50. 61., 67.). Zweimal mit dem Fuß und ein Mal mit dem Kopf erzielte Gomez seine Treffer zwei, drei und vier in diesem außergewöhnlichen Spiel, in dem der Schweizer Meister vorgeführt wurde wie eine Kreisliga-Mannschaft, die als Sparringspartner in die bayerische Landeshauptstadt beordert worden war. Arjen Robben war es schließlich, der mit seinem Tor den Abschluss an diesem denkwürdigen Abend bereitete.

Das Team von Jupp Heynckes leistete mit seinem Auftritt Historisches. Es war der höchste Europapokalsieg in der Geschichte des Clubs. Am Freitag wird das Viertelfinale ausgelost, dann kommen härtere Gegner.

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