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Aufbruch oder Abstellgleis? Mourinhos seltsames Spiel mit Schweinsteiger

Bastian Schweinsteiger
Trikot an oder Trikot aus? Bastian Schweinsteiger erlebt bei Manchester United unstete Zeiten
© Wilson Tsoi/DPA
Wechselbad für einen Weltmeister: Bastian Schweinsteiger schien bei Manchester United schon aussortiert, jetzt darf er plötzlich wieder mit der ersten Mannschaft trainieren. Aber was hat Trainer José Mourinho wirklich mit ihm vor?

Ja, was denn nun? Da trainiert der ehemalige deutsche Nationalmannschaftskapitän Bastian Schweinsteiger plötzlich tatsächlich wieder mit der ersten Mannschaft von Manchester United, obwohl es für ihn doch kein Zurück mehr zu geben schien. Seit März, damals noch unter Coach Louis van Gaal, hat der 32-Jährige kein Spiel mehr für den englischen Rekordmeister bestritten, in der Sommerpause war er vom neuen Trainer José Mourinho aussortiert worden und musste sogar seinen Spind in der Kabine räumen.

Jetzt reicht der eigenwillige Portugiese dem Deutschen also einen Strohhalm. Was hat das zu bedeuten? Womöglich haben die schwachen Ergebnisse der "Red Devils" in den letzten Wochen für ein Umdenken beim Erfolgscoach gesorgt, denn trotz Transferoffensive liegt United derzeit nur auf einem enttäuschenden Platz 8 der Premier League.

Bastian Schweinsteiger: "Er kann einem fast leid tun"

Vielleicht sieht Mourinho es inzwischen ähnlich wie so viele von Schweinsteigers (ehemaligen) Weggefährten. Zuletzt hatte Manuel Neuer Unverständnis über das Standing seines früheren Nationalmannschaftskollegen geäußert: "Basti kann einem fast leidtun. Er ist einer der besten Mittelfeldspieler der Welt, er gehört in eine Mannschaft wie Manchester United und nicht auf einen Nebenplatz, wo er alleine trainiert."

Auch Lukas Podolski hatte schon während Manchesters 0:4-Schlappe beim FC Chelsea in der vergangenen Woche via Twitter für eine Rückkehr seines alten Sommermärchenkumpels plädiert. Ebenfalls bei Twitter schrieb der langjährige DFB-Kapitän Michael Ballack zum Thema: "Das Mindeste, was Bastian erwarten darf, ist der Respekt, den er für seine großartige Leistung und Karriere verdient hat."

Schweinsteigers Teamkollegen zeigen sich indes hocherfreut über dessen mindestens vorübergehende Begnadigung: "Es ist toll, ihn zurück zu haben", sagte sein junger Mitspieler Luke Shaw. "Wir haben das vor ein paar Tagen herausgefunden. Er hat einen großen Einfluss in der Kabine und auch auf dem Platz, vor allem für junge Spieler wie mich." Wayne Rooney hat ein gemeinsames Trainingsfoto mit Schweinsteiger bei Instagram gepostet.

Training ??

Ein von Wayne Rooney (@waynerooney) gepostetes Foto am

Vielleicht geht Mourinho aber auch nur auf Nummer sicher. Für die Europa League, wo am Donnerstag das Spiel gegen Fenerbahce Instanbul ansteht, ist der Deutsche ohnehin nicht gemeldet. Und im Mittelfeld ist die Konkurrenz mit Paul Pogba, Marouane Fellaini, Michael Carrick, Morgan Schneiderlin und optional auch Rooney immer noch sehr groß für den alternden Leitwolf. Vielleicht will Mourinho mit seiner Erfahrung bloß als letzten Trumpf in der Hinterhand wissen, sollte das Team sich partout nicht aus der Krise schießen.

Soll Schweinsteiger fit gemacht werden für den Markt?

Vielleicht will er Schweinsteiger auch einfach fit für den Markt machen: Ein Transfer (zum Beispiel in die USA), über den immer wieder spekuliert wird, wäre zum Beispiel im Winter kaum möglich, wenn Schweinsteiger bis dahin weiter nur mit der U23 des Klubs auf dem Trainingsplatz steht.

Wie auch immer es nun weitergeht für Schweinsteiger, der auf den Fotos von seinem ersten Training gestern auffällig strahlt: Es ist ein seltsames Spiel, das José Mourinho mit ihm treibt. Ein so seltsames Spiel, dass die Frage erlaubt sein muss, ob sie eines Weltmeisters würdig ist. Andererseits wäre es eine typische Wendung in Schweinsteigers Karriere, wenn er am Ende sogar dieses so seltsame Spiel für sich entscheidet.

tim

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