HOME

Bayern-Krise: Günter Netzer geht auf Klinsmann los

"Bayern und Klinsmann - es ist ein einziger Irrtum": Mit ungewöhnlich harten Worten hat Günter Netzer Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann attackiert. Der wies die Kritik zurück - und träumt weiter von einer großen Zukunft beim FC Bayern.

Günter Netzer hat sich auf Bayern Münchens Trainer Jürgen Klinsmann eingeschossen. "Jürgen Klinsmann ist bei Bayern gescheitert", schrieb der ehemalige Fußball- Nationalspieler in der "Bild am Sonntag". Netzer warf dem Coach des deutschen Rekordmeisters "Arroganz und Selbstüberschätzung" vor und kam zu der Schlussfolgerung: "Bayern und Klinsmann - es ist ein einziger Irrtum." Klinsmann wies die Kritik am Sonntag im Deutschen Sportfernsehen (DSF) zurück. Netzer schreibe über Dinge, die er gar nicht beurteilen könne, sagte der Bayern-Trainer. Über seine Zukunft mache er sich keine Sorgen: "Ich bin voll davon überzeugt, dass ich auch im nächsten Jahr Trainer des FC Bayern bin."

Der ehemalige Bundestrainer Klinsmann habe "nichts von dem erfüllt, was ihm als Ruf vorausgeeilt war", schrieb Netzer in seiner Kolumne weiter. Die 0:4-Niederlage im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League am vergangenen Mittwoch beim FC Barcelona "spricht für sich - und gegen Klinsmann. Seine Mannschaft hat sich verselbstständigt, er hat die Mannschaft verloren", schrieb Netzer.

"Er hat den Sinn für die Realität verloren"

Klinsmann sei mit dem Anspruch angetreten, jeden Spieler jeden Tag ein bisschen besser zu machen. Doch "auch diesen groß angekündigten Vorsatz können wir als misslungen abhaken", meinte Netzer. Dass der umstrittene Coach davon sprach, noch "viele, viele Jahre" bei den Bayern bleiben zu wollen, beweist laut Netzer: "Er hat den Sinn für die Realität verloren."

Klinsmann sprach im DSF davon, es seien Dinge verfälscht worden und "medial in die falsche Richtung gesteuert worden. Wenn man uns beurteilen will, dann lade ich alle ein. Wir zeigen dann, welche Arbeit wir hier leisten." Netzer entgegnete er: "Bevor er solche Dinge schreibt, soll er nach München kommen und mal unser Training anschauen."

Der 44-Jährige räumte ein, dass sich er und die Mannschaft in einem "schwierigen Moment" befinden, "aber ich halte den Kopf dafür hin." Von Amtsmüdigkeit oder Resignation ist bei Klinsmann nichts zu spüren, stattdessen präsentierte er sich weiterhin kämpferisch. "Wenn wir die nötigen Punkte holen, dann werden wir deutscher Meister", sagte Klinsmann.

An den Spekulationen über seine Ablösung im Sommer beteiligen sich unterdessen auch spanische Medien. Die Zeitung "Marca" berichtete am Sonntag, neben Real Madrid würden auch die Bayern um Arséne Wenger als Trainer für die neue Saison werben. Die Münchner seien bereit, dem Coach von Arsenal London ein Jahresgehalt von sechs Millionen Euro zu zahlen.

DPA / DPA

Wissenscommunity