Bayern München "Haben nur das Nötigste gemacht"


Bei den Münchenern ist die Welt wieder in Ordnung: Dank Bastian Schweinsteiger haben die Bayern ihre Auswärtsschwäche in Wolfsburg abgelegt. Nun fühlt sich Trainer Felix Magath bestens gerüstet für den "Tanz auf drei Hochzeiten".

Bayern München ist gerüstet für den Endspurt im "Tanz auf drei Hochzeiten" - in der Champions League, der deutschen Meisterschaft und im DFB-Pokal. Mit dem souverän heraus gespielten 3:0-Erfolg beim VfL Wolfsburg verschaffte sich der deutsche Fußball-Rekordmeister am Samstag den erhofften Motivationsschub für das Saisonfinale, das seinen nächsten Höhepunkt bereits am Mittwoch mit dem Hinspiel im Viertelfinale der Champions League beim FC Chelsea erfährt. "Wir haben einen Riesenschritt auf die Meisterschaft zugemacht", befand selbst der an sich so zurückhaltende Bayern-Trainer Felix Magath nach der problemlosen Pflichtübung bei den harmlosen Wölfen beinahe euphorisch.

Generalprobe dank Bastian Schweinsteiger erfolgreich

Dass die Generalprobe für den Meisterliga-Hit so überzeugend ausfiel, war maßgeblich Bastian Schweinsteiger zu verdanken. Der Jung-Nationalspieler schoss das Führungstor zur rechten Zeit (29.) und war auch an den beiden anderen Bayern-Treffern durch Kevin Hoflands Eigentor (45.) und Torsten Frings (55.) beteiligt. "So wünsche ich mir ihn immer. Ich denke, er hat jetzt den richtigen Rhythmus gefunden", lobte Magath seinen Matchwinner.

Schweinsteiger selbst sah seinen Anteil am höchst wichtigen 17. Saisonsieg, durch den die Bayern ihre Spitzenposition vor dem punktgleichen Verfolger Schalke 04 verteidigten, eher locker, so wie er eben herüberkommt. "Ab und zu treffe ich auch mal den Ball", flachste der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler, ohne aber den Sinn für das gemeinsame Ganze aus den Augen zu verlieren: "Wir haben lange nicht mehr auswärts gewonnen. Ich hoffe, dass wir die letzten vier Auswärtsspiele gut bestreiten."

"Hinten gut gestanden und nur das Nötigste gemacht"

So abgebrüht wie die Bayern die Aufgabe vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen Arena in Wolfsburg lösten, gibt es daran momentan eigentlich keinen Zweifel. Vor allem die Abwehr mit dem prächtig harmonierenden Innenverteidigern Lucio und Robert Kovac ließ kaum etwas anbrennen. "Wir haben hinten gut gestanden und nach vorn das Nötigste gemacht", resümierte Magath zufrieden.

Das wird auch am Mittwoch das richtige Rezept sein für Chelseas Star-Ensemble. Allerdings müssen die Münchner in London auf einen Leistungsträger verzichten: Claudio Pizarro - mit neun Treffern zweitbester Bundesliga-Torschütze der Bayern - fällt mit einem Muskelfaserriss definitiv aus. "Ich hätte ihn gar nicht erst nach Wolfsburg mitnehmen sollen", sagte der Bayern-Coach verärgert. Pizarro war ebenso wie Ze Roberto, der in München bleiben durfte, erst tags zuvor von einem Länderspiel-Einsatz aus Südamerika zurückgekehrt.

Von solch luxuriösen Personalproblemen kann der am Samstag allenfalls in der ersten Halbzeit einigermaßen konkurrenzfähige Kontrahent aus Wolfsburg nur träumen, auch wenn die überzeugende Hinserie einen anderen Eindruck vermittelt hat. "Wenn du gegen Bayern eine Chance haben willst, musst du einen Top-Tag haben. Wir hatten den nicht. Nach der Pause war der Gegner eine Klasse besser", konstatierte VfL-Trainer Erik Gerets realistisch.

Der Belgier dachte angesichts der haarsträubenden individuellen Fehler erneut über Konsequenzen nach. Allerdings weniger seine Person betreffend - wie in den vergangenen Wochen. "Vielleicht ist die Qualität nicht ganz da für die Qualität, die man anstreben möchte", sagte Gerets nachdenklich. Nach dem neuerlichen Rückschlag hat sich in Wolfsburg endgültig Ernüchterung breitgemacht. Von der Champions League spricht längst keiner mehr, der UEFA-Cup ist weit weg, und selbst der Strohhalm UI-Cup scheint allmählich zu entschwinden.

DPA DPA

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