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Niederlage bei Arsenal: Erste Bayern-Pleite der Saison: Hoffnung für die langweilige Liga?

Es klingt wie eine kleine Sensation: Der FC Bayern München hat verloren! Es war eine vermeidbare Niederlage, allerdings in der Champions League. Taugt Arsenals Erfolg als Vorbild für die Bundesliga?

Manuel Neuer mit skeptischem Blick nach oben

Manuel Neuer glänzte bei der Bayern-Niederlage in London zunächst wie gewohnt - ehe er spielentscheidend patzte

Als letzter Bayern-Profi verließ Manuel Neuer nach einem bitteren Champions-League-Abend die Stadionkatakomben. Im Mannschaftsbus wurde schon der Motor angeworfen, das Bayern-Team wollte zum Bankett ins noble Hotel. Statt über eine perfekte Startbilanz zu sprechen, musste der zerknirschte Neuer nach dem 0:2 (0:0) beim FC einen seiner seltenen Fehler einräumen. "Natürlich ärgert es mich, aber ich weiß, dass ich ein gutes Spiel gemacht habe. Ich kann die Situation einschätzen und weiß auch, wie es passiert ist und von daher geht's weiter", erklärte der Welttorhüter. "Ich habe einen Fehler gemacht beim Rausgehen und muss da auf der Linie bleiben und dann passiert nichts."

Ausgerechnet der Fauxpas des lange unüberwindbaren Schlussmanns brockte dem Seriensieger aus München eine vermeidbare Niederlage ein. "Eine Niederlage ist nie schön, aber ich denke, es war trotzdem ein sehr gutes Champions-League-Spiel auf sehr hohem Niveau. Der Glücklichere hat heute Abend gewonnen, es hätte auch bei etwas anderem Verlauf sein können", befand Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Die Münchner bleiben in der Gruppe F nach einem sehenswerten Spiel mit sechs Punkten zwar auf Kurs Gruppensieg. Aber sollte die erste Münchener Pleite der Saison nicht ein Hoffnungsschimmer sein für die ehrfürchtige Bundesliga, deren Teams die Begegnungen mit den Bayern häufig schon im Voraus abzuschenken scheinen? Die Antwort steckt bereits in der, zugegebenermaßen rhetorisch gestellten, Frage: Arsenal ist nicht Augsburg, aber vor allem ist es alles eine Frage der Mentalität

"In der Champions League musst du perfekt sein"

Am Dienstagabend in London kam zugegebenermaßen einiges zusammen: Für das Team von Arsene Wenger ging es nach den überraschenden Auftaktpleiten gegen Zagreb und Piräus im dritten Vorrundenspiel bereits ums Überleben in der Königsklasse. Die Bayern bewiesen dagegen, dass sie auch nur Menschen sind: Gegen giftige Londoner konnten sie die Konzentration nicht über 90 Minuten halten. Wie sagte Trainer Pep Guardiola nach dem Spiel: "In der musst du perfekt sein."

In der Bundesliga reicht manchmal auch ein bisschen weniger als die Perfektion, zumindest für den FC Bayern. Selbst vermeintliche Verfolger wie Dortmund oder Wolfsburg kassierten in München zuletzt jeweils fünf Gegentore. National spielen die Bayern deshalb weiter in ihrer eigenen Liga. Was an der eigenen Klasse, aber auch an der Unterwürfigkeit der Konkurrenz liegt.

Dabei sollte man sich von Berlin bis Ingolstadt zumindest die gestrige Galligkeit der Gunners zum Vorbild nehmen. Denn trotz günstiger Vorzeichen und ein paar Weltklassespielern ist Arsenal keine Übertruppe. Zum Erfolg gegen die womöglich beste Mannschaft des Planeten hat es trotzdem gereicht, ohne Gegentor, auf der größten aller Fußballbühnen. Aber ob dieses Spiel der Liga tatsächlich eine Lehre sein kann, muss sich erst noch zeigen. Am kommenden Samstag der 1. FC Köln zu Gast in der Allianz-Arena.

Tim Sohr mit Agenturen

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