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Borussia Dortmund: Schuldenberg in dreistelliger Millionenhöhe

Borussia Dortmund hat im Geschäftsjahr 2003/04 einen Rekordverlust von 67,7 Millionen Euro eingefahren. Dennoch spricht BVB-Präsident Gerd Niebaum von einer "Trendwende".

Deutschlands einziger börsennotierter Fußballverein Borussia Dortmund hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 wie erwartet einen Rekordverlust eingefahren. Wie die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA am Freitag in Dortmund mitteilte, rutschte der Konzern unter anderem durch fehlende Fernseheinnahmen mit 67,7 Millionen Euro tief in die roten Zahlen. Im Vorjahr hatte der Konzern noch einen Reingewinn von 3,3 Millionen Euro verzeichnet. Der Umsatz brach um 38 Prozent auf 99,9 Millionen Euro ein.

Einbruch bei den TV-Einnahmen

Als Hauptgrund für die Verluste gab der Verein die verpasste Qualifikation für die Champions League und das frühe Aus im Uefa-Cup an. Die damit verbundenen Mindereinnahmen hätten die ansonsten positive operative Geschäftsentwicklung überlagert. So sei der Umsatz beim Ticketverkauf um 13,4 Prozent auf 20,3 Millionen Euro, beim Fanartikelverkauf um 27,3 Prozent auf 14,4 Millionen Euro gestiegen. Die Sponsoringerlöse gingen hingegen um 42,8 Prozent auf 25,7 Millionen Euro zurück. Im Vorjahreswert war dabei eine einmalige Vergütung aus einem Ausrüster- und Sponsorvertrag mit Nike enthalten.

Den stärksten Einbruch verbuchte das Unternehmen bei der TV-Vermarktung. Wegen der Nichtteilnahme an den internationalen Wettbewerben ging der Umsatz dort um 61 Prozent auf 19,3 Millionen Euro zurück. Der Schuldenberg des Konzerns nahm gegenüber dem Vorjahr um 62 Prozent auf 118,8 Millionen Euro zu.

Abhängigkeit vom internationalen Wettbewerb verringern

Die Geschäftsführung kündigte an, weiter Kosten senken und mittelfristig die Abhängigkeit des Unternehmens von den internationalen Wettbewerben verringern zu wollen. "Dieser Prozess wird etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen", erklärte Geschäftsführer und BVB-Präsident Gerd Niebaum. Die Mitte September eingeleitete Kapitalerhöhung habe erfolgreich platziert werden können. Dem Unternehmen seien dadurch 24,3 Millionen Euro liquide Mittel zugeflossen. "Dies bedeutet eine Trendwende", sagte Niebaum.

Die Aktie als "Fanartikel"

Laut der am Freitag veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung sollen die Aktionäre dem Club unterdessen den Erwerb eigener Aktien von bis zu zehn Prozent des Grundkapitals genehmigen. So solle ein "flexibler Handlungsspielraum" für Akquisitionen entstehen, hieß es zur Begründung. Die BVB-Aktie - sie war einst von Finanzexperten auch als "Fanartikel" verspottet worden im Gegensatz zu einer langfristig Gewinn bringenden Anlage - notierte zum Wochenschluss bei nur 2,70 Euro. Beim Börsengang vor vier Jahren hatte das Papier aus dem so genannten General Standard noch rund elf Euro gekostet.

DPA/Reuters / DPA / Reuters

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