Bundesliga-Check, Teil 5 Karlsruhe - man spricht Deutsch


Bis zum Start der Bundesliga stellt stern.de in einer neuen Serie alle Bundesligisten vor und analysiert ihre Chancen vor der Saison. Beim KSC ist ein Kollektiv gewachsen, das in der ersten Saison überzeugt hat. Aber reicht es auch, um in der zweiten Saison zu bestehen?
Von Nico Stankewitz

Aussichten: Karlsruhe geht in aller Bescheidenheit seinen Weg, wenn ein Spieler von finanzkräftigeren Vereinen weggekauft wird, wie Mario Eggimann (nach Hannover) oder Tamas Hajnal (nach Dortmund) wird er in aller Ruhe durch einen passenden Spieler für diese Rolle ersetzt. So wie es vor der letzten Saison war, als Hajnal den damals von Dortmund abgeworbenen Federico problemlos ersetzte.

Diesmal sind Innenverteidiger Tim Sebastian und der offensive Mittelfeldspieler Antonio da Silva die "Ersatzleute", die sportlich und charakterlich sehr gut passen dürften. Auch der dritte Neuzugang macht Sinn. Der erst 19-Jährige Sandro Celuzzi aus der Jugend von Bayern München ist nicht nur ein großes Talent, sondern scheint sich auch für den Zeitraum der Verletzungspause von Andreas Görlitz (etwa bis Mitte September) als Rechtsverteidiger zu etablieren.

Mit einem kleinen Kader von nur 21 Profis geht Coach Ede Becker in die zweite Saison in der ersten Liga. Die Kadergröße ist dabei nicht nur dem kleinen Geldbeutel geschuldet, sondern gehört auch zum System. Durch die wenigen Spieler wird jeder gebraucht und gehört wirklich dazu. Probleme mit Männern, die nur trainieren und fast nie eingesetzt werden, hat der KSC nicht. Viele von ihnen sind taktisch flexibel und können mehrere Positionen besetzen. Trotz kleiner Gehälter fühlen sich die Spieler gut aufgehoben. Trainer Becker hat mittlerweile bewiesen, dass er Männer wie Torhüter Miller oder den Linksverteidiger Eichner auf nationales Topniveau bringen kann. Bemerkenswert außerdem: In Ede Beckers Wunschelf stehen nicht weniger als acht (!) deutsche Spieler. Wo gibt es das sonst in der Liga?

Trainer:

Edmund Becker. Der 52-Jährige hat in Karlsruhe ein bemerkenswertes Gebilde geschaffen. Sein KSC ist ein stabiles Team mit großer Identifikation und einer guten Ausbildung der Mannschaft, mit wenig finanziellen Mitteln. Becker legt Wert auf gründliche taktische Schulung, was auf dem Platz sichtbar ist. Konzeptfußball ohne Eitelkeiten - das ist der KSC, das ist auch die Handschrift des Trainers.

Neuzugänge: Antonio da Silva (VfB Stuttgart/0,9 Mio), Stefano Celozzi (Bayern München/0,15 Mio), Tim Sebastian (Hansa Rostock/ablösefrei).

Die Wunschelf:

Markus Miller (Deutschland/26), Andreas Görlitz (Deutschland/26), Maik Franz (Deutschland/26), Tim Sebastian (Deutschland/24), Christian Eichner (Deutschland/25), Michael Mutzel (Deutschland/28), Massimiliano Porcello (Deutschland/28), Antonio da Silva (Brasilien/30), Bradley Carnell (Südafrika/31), Alexander Iashvili (Georgien/30), Sebastian Freis (Deutschland/23) .

Tipp:

Der KSC steht vor einer anspruchsvollen Saison und muss erneut zwei Leistungsträger ersetzen. Das funktionierende Kollektiv wird trotzdem für den Klassenerhalt reichen. Platz 14.


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