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Bundesliga im Check: FSV Mainz 05: Spaßclub erfreut sich seiner Jugend

Gute Laune bei Mainz 05: Nach der erfolgreichen Saison 2009/2010 sollen passable Neuzugänge und die vorbildliche Jugendarbeit die Spaßkicker in der Liga etablieren. Die Chancen stehen gut.

Von Daniel Barthold

Was ist neu?
Mainz setzt auf die Jugendarbeit. Mit Stefan Bell, Eugen Gopko, Petar Sliskovic und Christian Grimm kommen gleich vier Neue aus der eigenen Jugend beziehungsweise aus der zweiten Mannschaft. Zudem kommt Freistoßspezialist Christian Fuchs aus Bochum. Die Verpflichtung überraschte, denn Manager Christian Heidel hatte noch Anfang Juli im "Kicker" gesagt: "Den würden wir auch ablösefrei nicht nehmen!" Nun kostet er 500.000 Euro Leihgebühr.

Zudem liehen die Schalker Lewis Holtby vom FC Schalke 04 aus, der als riesiges Talent gilt, aber in der vergangenen Saison weder in Gelsenkirchen noch als Leihgabe in Bochum glänzte. Für den Sturm holten die Mainzer den vielversprechenden Zweitligatorjäger Sami Allagui.

Chadli Amri verlässt den Klub und wechselt nach Kaiserslautern, Tim Hoogland kehrt zu Schalke zurück und 05-Idol Dimo Wache beendet seine Karriere.

Was ist gut?
Der Trainer. Thomas Tuchel schafft es, mit jugendlicher Frische das Mainzer Team zu motivieren. In der vergangenen Saison hatte man mit dem Abstieg nichts zu tun. Die Mannschaft ist jung, dynamisch und sieht ihren als Coach Kumpeltypen – doch das mit großem Respekt. Tuchel bewies seine Qualität bereits in der A-Jugend von Mainz 05, die er als Coach zum Deutschen Meister machte.

Der neunte Platz in der abgelaufenen Spielzeit beweist, dass man als Trainer in Mainz gut arbeiten kann – ohne Krisensitzungen und wackeligem Trainerstuhl. Die Heimstärke der 05er ist ein großes Plus: Neun Heimsiege legten den Grundstein für die erfolgreiche Saison. Am Bruchweg gingen nur zwei Spiele verloren.

Vorne sind Andreas Ivanschitz und Aristide Bancé wichtige Schlüsselspieler. Auch wenn Bancé hin und wieder disziplinlos agiert, war er mit zehn Treffern der torgefährlichste Mainzer.

Was ist schlecht?
Die Ansprüche sind nach dem neunten Platz der Vorsaison gestiegen, und Gegner werden die 05er jetzt nicht mehr unterschätzen. Klubs wie Hoffenheim, Frankfurt, Gladbach oder Köln werden alles daran setzen, am Ende der Saison vor Mainz zu stehen. Grund genug für Trainer Tuchel, auf die Euphoriebremse zu treten - und das wichtigste Ziel klar zu definieren: "Wir sind am Ende über dem Strich." Sprich: Nur der Klassenerhalt zählt.

Die zweite Saison in der Bundesliga ist für viele Vereine gefährlich. Zumal, wenn man so auswärtsschwach ist wie die Mainzer (nur drei Siege 09/10).

Was ist möglich?
Die Entwicklung in Mainz ist gut, die Verstärkungen sind sinnvoll ausgewählt. Der Verein konsolidiert sich und kann noch einige Jahre in der Bundesliga spielen. Aber: Die Spieler werden noch härter arbeiten müssen. Klubs aus dem unteren Tabellendrittel wissen um die junge Mainzer Truppe und hoffen, die 05er mit in den Abstiegskampf zu ziehen. Bleibt Mainz aber am Bruchweg eine Macht, dann ist Platz 10 drin.

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