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Bundesliga-Kommentar: TV-Verbot für "Kloppo"!

Am Wochenende steckte die Bundesliga wie eine Wundertüte voller Überraschungen. Dem Fußball-Fan hüpfte das Herz. Nur der Mainzer-Trainer "Kloppo" sollte auf dem Rasen ackern, anstatt sich im TV zu sonnen.

Von Klaus Bellstedt

Hätten Sie etwa gedacht, dass ausgerechnet die biederen Ruhrpott-Malocher von Borussia Dortmund mal eben so im Vorbeigehen die vermeintlich spielstärkste Mannschaft der Liga, Werder Bremen, auf fremdem Platz 3 zu 1 weghauen? Noch dazu mit einer sowohl taktisch, als auch spielerisch eindrucksvollen Vorstellung? Sehen Sie, so war es aber.

Ostwestfalen im Uefa-Pokal? Ja sicher!

Man darf sich auch gerne noch mal das Spiel der Münchener Bayern in Leverkusen ins Gedächtnis rufen. Bis zehn Minuten vor Ende führten die qua Image-Kampagne selbst ernannten "Pillen-Dreher" noch mit 2:1. Hätten Sie zu dem Zeitpunkt eine Live-Wette auf die Krisen-Bayern platziert, Sie wären heute ein reicher Mann. In altbewährter Manier drehten die Münchener das Ding noch um - und sind, sieh an sieh an, wieder auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze.

Wir sprechen von Wundertüte und lassen die Auftritte der grauen Bochumer Mäuse und der Bielefelder Arminen unerwähnt? Nicht doch. Bochum erkämpfte sich ausgerechnet bei Hertha BSC Berlin, der bisher heimstärksten Mannschaft der Liga, ein mehr als verdientes 3:3-Unentschieden. Und Bielefeld, tatsächlich Bielfeld, steht nach einer 3:0-Gala-Vorstellung in Frankfurt auf einem, jetzt bitte festhalten, Uefa-Cup-Platz. Wunderbare Bundesliga!

Das Problem des Thomas D.

Wie ein Wunder muss den auswärts so arg gebeutelten Fans der Gladbacher Borussia am Samstag die 84. Minute in der Hamburger AOL-Arena vorgekommen sein. WM-Held Oliver Neuville schoss da nämlich den Ausgleichstreffer und bescherte den "Fohlen" den ersten Auswärtspunkt überhaupt in dieser Saison - von wegen "Auswärtsdeppen". Ja is denn heut scho Weihnachten, mag sich manch einer vor lauter Freude ob dieses Überraschungspünktchens gefragt haben.

HSV-Trainer Thomas Doll soll ja laut Vorstand angeblich unantastbar sein, sogar bis nach Weihnachten. Das mag so sein, er kann ja auch nichts für die miserable Einkaufspolitik seiner Vorgesetzten. Trotzdem sollten sich die Fans der "Rothosen" auf einen vorzeitigen Abschied ihres Lieblings einstellen. Weil Thomas Doll ein Mann von Format ist, noch dazu charakterstark.

"Kloppo", bleib bei deinen Leisten

Er hat vieles mit seiner Mannschaft probiert, geholfen hat nichts. Seit über sieben Monaten hat der HSV kein Heimspiel mehr gewonnen. Diese rekordverdächtige Serie verbindet man schon jetzt auf immer und ewig mit seinem Namen. Dass sich ein junger Trainer, der seine Karriere noch vor sich hat, so etwas nicht mehr lange antun wird, liegt auf der Hand.

Sie merken schon: In der ach so bunten Wundertüte 'Bundesliga' befinden sich eben auch immer ein, zwei faule Äpfel. Fast schon vollends weggeschimmelt ist der mit dem FSV-Mainz-05-Stempel drauf. Der Karnevalsverein spielte beim 0:4 auf Schalke mal wieder wie ein Absteiger und ist seit zwölf Spielen ohne Sieg. "Ich stehe momentan da wie ein Vollidiot", sagte der Trainer der Mainzer hinterher. Recht hat er.

Unser ewig grinsender Positiv-Mensch Klopp hat sein Grinsen verloren. Halt, stopp. Aber nur bis Mittwochabend. Als Tabellenletzter wird der Gute-Laune-Bär dann das EM-Quali-Spiel gegen Zypern im ZDF analysieren. Nein "Kloppo", lass das doch bitte in Zukunft deine Freunde Urs M. und JBK allein machen. Du bist jetzt als Trainer eines Teams gefordert, das sich mitten im Abstiegskampf befindet. Und nicht als TV-Sympathie-Punkte-Sammler.

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