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Bundesliga: Leverkusen fegt Hoffenheim vom Platz

Klare Niederlage für den Spitzenreiter der Bundesliga: 1899 Hoffenheim hat gegen Bayer Leverkusen die erste Heimniederlage der Saison hinnehmen müssen. Der Aufsteiger unterlag am Freitagabend mit 1:4. Damit ist Hoffenheim die Tabellenführung wohl bald los.

Nach einer Lehrstunde in punkto Cleverness durch "Angstgegner" Bayer Leverkusen droht dem Überraschungsteam von 1899 Hoffenheim der Verlust der Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga. Mit dem 1:4 (1:3) kassierte der Aufsteiger am Freitagabend die erste Heimniederlage in der ersten Liga. Sollte die Partie Bayern München gegen Hertha BSC am Samstag nicht unentschieden enden, sind die Hoffenheimer die Tabellenführung erstmal los.

Vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim schossen Patrick Helmes (3. Minute und 45.), Simon Rolfes (12.) und Gonzalo Castro (47.) den Erfolg für die Werksmannschaft heraus, die schon die erste Partie mit 5:2 für sich entschieden hatte. Für die zwar ungestüm, aber meist ideenlos anrennenden Hoffenheimer traf nur Sejad Salihovic per Foulelfmeter (31.).

Die Mannschaft von Bruno Labbadia, die von den letzten sechs Begegnungen nur eine gewonnen hatte, trumpfte überraschend stark auf und schlug Hoffenheim mit dessen Waffen. Mit überfallartigen Angriffen rissen die Gäste immer wieder Breschen in die nicht sattelfeste 1899-Abwehr und meldeten sich eindrucksvoll im Titelrennen zurück. Zudem verfügten sie mit Helmes über den torgefährlichsten Angreifer auf dem Rasen. 48 Stunden nach seinem 45-Minuten-Einsatz im Länderspiel gegen Norwegen traf der 24-Jährige doppelt und liegt nun in der Torschützenliste nur noch drei Treffer hinter dem Hoffenheimer Vedad Ibisevic, für den die Saison wegen einer Kreuzbandverletzung bereits beendet ist.

Bei Schneetreiben und Eiseskälte hatte die Begegnung mit einem Doppel-Schock für den Tabellenführer begonnen. Zunächst ließ Renato Augusto auf dem rechten Flügel Andreas Ibertsberger wie einen Anfänger stehen und passte scharf in die Mitte, wo der unbewachte Helmes per Direktabnahme traf. Neun Minuten später musste Timo Hildebrand, der nach auskurierter Schambeinprellung ins 1899-Tor zurückgekehrt war, den Ball erneut aus dem Netz holen. Per Nilsson, der den wegen einer Muskelverletzung in der Wade fehlenden Marvin Compper vertrat, rutschte nach einem Freistoß von Tranquillo Barnetta aus, Hildebrand packte nicht fest genug zu und Rolfes staubte ab.

Ratlose Aufsteiger

Auf den erstmaligen Zwei-Tore-Rückstand vor heimischem Publikum reagierte der Aufsteiger erst einmal ratlos. Das lag auch daran, dass dem nach seiner Sperre wieder spielenden Carlos Eduardo im Mittelfeld so gut wie nichts gelang. Erst ein Foul von Rene Adler brachte die Hausherren in die Partie zurück. Der Nationaltorhüter holte Demba Ba im Strafraum mit einer rüden Attacke von den Beinen, und Salihovic vollstreckte eiskalt aus elf Metern. Mitten in den folgenden Sturmlauf der Hoffenheimer hinein traf Helmes nach einem Schnitzer von Tobias Weis zum dritten Tor für die Gäste.

Nur 120 Sekunden nach Wiederbeginn erhielten die Hoffnungen der Gastgeber, dem Spiel doch noch eine Wende geben zu können, den nächsten schweren Dämpfer: Im Anschluss an einen Eckball von Barnetta sprang Castro am höchsten und traf per Kopf zum 1:4. Obwohl Trainer Ralf Rangnick mit Chinedu Obasi noch einen dritten Stürmer aufs Feld schickte, brachte die sonst so gefürchtete Hoffenheimer Offensive nichts Zählbares mehr zustande. In der Schlussphase war Bayer dem fünften Tor sogar näher als die Hausherren dem Anschluss.

DPA / DPA

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