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Bundesliga-Relegation: Nürnberg schießt Cottbus ab

Das Ding ist wohl gelaufen: Der 1. FC Nürnberg hat das Relegationshinspiel bei Energie Cottbus glasklar gewonnen. Während die Franken den Schampus für den Aufstieg schon mal kalt stellen können, dürfte sich der letzte Ost-Klub in der Bundesliga am Sonntag wohl aus dem Fußball-Oberhaus verabschieden.

Der 1. FC Nürnberg hat das Tor zu seinem siebten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga ganz weit aufgestoßen. Im Hinspiel der ersten Relegation seit 18 Jahren gewann der "Club" gegen den letzten noch im Oberhaus verbliebenen Ost-Verein FC Energie Cottbus am Donnerstag mit 3:0 (1:0) und hat damit die besten Karten für das Rückspiel an diesem Sonntag (15.30 Uhr/ARD). Drei Tore seien "schon Wahnsinn", meinte Nürnbergs Trainer Michael Oenning: "Das ist natürlich ein Ergebnis, das uns unheimlich hoffen lässt, in die erste Liga aufzusteigen. Zu Hause können wir den Sack dann zu machen."

Isaac Boakye mit einem abgefälschten Glücksschuss (12. Minute) und seinem zweiten Tor kurz vor Schluss (89.) sowie Christian Eigler (55.) erzielten die Treffer für die in der zweiten Halbzeit klar überlegenen Gäste. Die nach dem Abpfiff sich vor Freude in die Arme fallenden Franken durften sich vor 22 500 Zuschauern im ausverkauften Stadion der Freundschaft allerdings auch bei ihrem überragenden Torwart Raphael Schäfer bedanken. Die Cottbuser schleppten sich dagegen niedergeschlagen und jeglicher Illusionen beraubt in die Kabine. "Es ist schwer, jetzt Worte zu finden nach so einem Desaster. Wir sind völlig auseinandergefallen, meinte Keeper und Ex-"Clubberer" Gerhard Tremmel: "Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber die Aussichten sind ganz schlecht."

Dabei hatte Cottbus vielversprechend begonnen: Nach nur einer halben Minute feuerte Stiven Rivic Richtung Club-Tor, verfehlte den Kasten aber. In der siebten Minute musste Schäfer dann seine Klasse beweisen. Einen Schuss des Chinesen Jiayi Shao parierte er spektakulär mit einer Hand. Selbst das glückliche Führungstor der Nürnberger, bei dem Ivan Radeljic den Boakye-Schuss für Tremmel unhaltbar in die lange Ecke abfälschte, konnte die Hausherren nicht bremsen. Doch ohne den weiter nicht zur Verfügung stehenden Dimitar Rangelow setzte sich die Cottbusser von Coach Bojan Prasnikar Misere vor dem gegnerischen Tor fort: ausbeute mangelhaft.

Spielmacher und Standard-Spezialist Ervin Skela fand ebenfalls in Schäfer seinen Meister (22.), Shao zielte mit einem Kopfball nicht genau genug (25.). Und dann musste auch noch ausgerechnet der Doppeltorschütze beim Relegationsrang rettenden 3:0 am vergangenen Samstag über Bayer Leverkusen, Emil Jula, in der 34. Minute verletzt vom Platz. Für ihn kam der unlängst in Ungnade gefallene Ivica Iliev. Nach dem Wechsel erwiesen sich die Angriffsbemühungen des Bundesliga-16. gegen den Zweitliga-Dritten dann aber nur noch als Strohfeuer.

Und Nürnberg? Die Franken gingen erstmal kein großes Risiko ein. Zumal sie ihr Mindestziel durch den Boakye-Treffer schon erreicht hatten. Nach der Pause machten es die Cottbuser den nun völlig souverän und noch kontrollierter agierenden Gästen leicht. Der vermutete Energie-Sturmlauf nach der Pause blieb aus, stattdessen überwand Eigler Tremmel nach schönem Pass von Daniel Gygax. Wenn die Cottbuser in der Schlussphase noch mal vor dem Kasten der Nürnberger auftauchten, entschärfte Schäfer sämtliche Schüsse. Die Chance zum dritten Nürnberger Treffer vergab Zweitliga- Torschützenkönig Marek Mintal (68), ehe Boakye Maß nahm.

DPA / DPA

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